GANGSTER CHRONICLES

Filme wie „The Cooler“ (2003) und „Running Scared“ (2006) hatten Regisseur Wayne Kramer einen gewissen Kultstatus eingebracht, den er dann mit dem Episodenfilm „Crossing Over“ (2009) eher beschädigte als förderte.

Vier Jahre später folgte mit „Pawn Shop Chronicles“ ein weiterer Episodenfilm, in dem wie bei „Running Scared“ erneut Paul Walker mitspielte, neben Vincent D’Onofrio, Matt Dillon, Elijah Wood und Brendan Fraser.

Leider eine von Walkers letzten Rollen, da er letztes Jahr bei einem Autounfall ums Leben kam. Kramer setzt ihn hier sympathisch schräg als rassistischen Crystal-Meth-Junkie in Szene, der mit einem Kumpel seinen Drogenlieferanten ausrauben will.

In der zweiten Episode stößt Matt Dillon während seiner Hochzeitsreise zufällig auf einen Hinweis, der ihn zu seiner vor Jahren verschwundenen ersten Ehefrau führt. Besondere Erwähnung verdient Brendan Fraser, der in der abschließenden dritten Geschichte großartig einen heruntergekommen Elvis-Imitator spielt, der einen Pakt mit dem Teufel eingeht, um endlich auf die Erfolgsspur zu kommen.

Als verknüpfendes Element für die drei Episoden dient Kramer ein Pfandhaus in Louisiana. Insofern ist es mal wieder albern, dass im Deutschen aus den „Pfandhaus Geschichten“ die „Gangster Geschichten“ wurden.

Tarantino-Vergleiche sind eigentlich etwas aus der Mode gekommen, lassen sich aber anscheinend dennoch nicht vermeiden, da Kramer sein geistesverwandtes, politisch schwer unkorrektes B-Movie mit ähnlich bizarren Einfällen und viel schwarzem Humor angereichert hat, ohne allerdings noch mal das extreme Irrsinnslevel von „Running Scared“ zu erreichen.

Besonders geschmackvoll oder in sich völlig stimmig ist das alles sicher nicht, aber definitiv origineller und unverkrampfter als der Großteil der gerade so beliebten Grindhouse-Wiederbelebungsversuche.?