DIE VERFLUCHTEN

Mit „Die Verfluchten“ (Originaltitel: „House Of Usher“) begann ein zwischen 1960 und 1965 entstandener Zyklus von acht Edgar Allan Poe-Verfilmungen von Roger Corman, die zu seinen bis dahin aufwändigsten Produktionen gehörten, in Farbe und Cinemascope gedreht.

Darüber hinaus halfen ihm diese sehr stilvoll umgesetzten Filme auch, bei Kritik und Publikum den etwas abwertenden Ruf als „King of B-Movies“ loszuwerden. Natürlich kam auch hier Cormans ökonomische Art des Filmemachens zum Tragen, und so wurden bestimmte Kulissen immer wieder verwendet.

Im letzten Jahr wurde mit „Die Maske des Roten Todes“ bei Koch der Abschluss der Reihe auf DVD wiederveröffentlicht, jetzt folgt „Die Verfluchten“ auf DVD und Blu-ray von Explosive Media.

Und auch wenn diese Veröffentlichung in Sachen Extras – es gibt nur ein kurzes aktuelles Interview mit Hauptdarsteller Mark Damon – nicht mit der Blu-ray aus Großbritannien mithalten kann, stellt sie gerade hinsichtlich der Bildqualität ein enorme Steigerung zur unscharfen alten MGM-Disc dar.

Wie alle Poe-Adaptionen Cormans ist auch „Die Verfluchten“ nicht ganz werkgetreu. Dafür entschädigt die ambitionierte Umsetzung der bei Poe vorherrschenden Atmosphäre aus Zerfall und Wahnsinn, die auch das Interesse des Regisseurs an freudianischer Tiefenpsychologie widerspiegelt.

Zusätzlich reichert er seine symbolhafte Bildsprache mit einigen regelrecht psychedelischen Momenten an. Hauptdarsteller ist wie bei fast allen Poe-Filmen Cormans Vincent Price, der hier auf seine gewohnt eindringliche Art den von Ängsten und Wahnvorstellungen gequälten Roderick Usher spielt.

Zusammen mit seiner Schwester wird dieser Opfer eines bizarren Familienfluches, der inzwischen auch das scheinbar lebendig gewordene Schloss der Ushers, das eigentliche Monster des herrlich morbiden Films, befallen hat.