TOSHES

We Are The People

Sie kommen aus London, haben eine französische Adresse, waren zuletzt monatelang in Frankreich unterwegs und haben nun mittels Crowdfunding ihr erstes Album auf die Beine gestellt. Ich schätze, all die Unterschriften, die man im Booklet sieht, stammen von den Supportern.

„We Are The People“ ist das Debüt betitelt, das klingt nach einem klaren Bekenntnis zur Macht der Vielen – und beinahe wie die Präambel der US-Verfassung, die mit „We the people ...“ beginnt.

Das exzellent produzierte „We Are The People“ ist ein komplexes Groovemonster von Album, das sich zu gleichen Teilen aus Stoner-Rock und Math-Rock speist. Es treffen als komplexe Rhythmik und Percussion, überraschende Breaks, Rhythmus- und Tempowechsel einerseits auf grundsolide groovende, mitreißende Rockmusik andererseits.

Eine spannende Kombination, so als habe Mike Patton mit MR. BUNGLE sich an einem QOTSA nacheifernden Album versucht. Doch wo Wüstenrock seit ungefähr 15 Jahren schon stehengeblieben und langweilig geworden ist, wo reiner Math-Rock die Aufmerksamkeit (und die Nerven) des Zuhörers schon sehr strapazieren kann, funktioniert die Mischung aus beidem auch 2015 erstaunlich gut.

Schon auf Platte reißt der Groove der Band mit, und ich schätze, live ist dieser Effekt noch viel größer. Und ich wette, das gilt sogar für Menschen, die weder mit dem einen noch dem anderen Genre explizit viel anfangen können.