GRILLMASTER FLASH

Andere Leude My Ass

Was für eine Band, was für ein Cover! Man könnte GRILLMASTER FLASH als Klamaukband abtun, schon weil ihr Frontmann gleichen Namens (aus Bremen-Blumenthal, heißt eigentlich Christian Wesemann) mit seiner Begleitband THE JUNGS letztes Jahr bei der „Festival der Volxmusik“-Tour dabei war, aber mehr daneben könnte man nicht liegen.

Das Album, dessen Artwork mit einem nacktärschigen jungen Mann im T-Shirt 1:1 bei Bruce Springsteens „Born in the U.S.A.“ abgekupfert wurde, ist näher dran am Boss, seiner Musik und seinen Texten als so ziemlich alle anderen jener Punk-affinen Cover-Boys, GASLIGHT ANTHEM inklusive.

Das liegt zum einen an der wirklich erstaunlich versierten Begleitband (darunter Menschen, die auch bei KLEINSTADTHELDEN und DIMPLE MINDS (!) spielen) und der exzellente Produktion, vor allem aber an den Ideen von Mastermind und Multiinstrumentalist Flash selbst.

Seine lakonische Arzt zu singen, in erster Linie aber seine brillanten Texte, die denen der großen Hamburger SUPERPUNK ebenbürtig sind, machen unglaublich viel Spaß. Die Texte folgen in ihrer thematischen Ausrichtung der „Kleiner Mann muss sich anstrengend, aber es wird schon“-Linie des Vorbilds aus NJ, weisen aber unglaublichen Wortwitz auf – da sollten sich mal gewisse Menschen, die Fische beim flussaufwärts schwimmen beobachten oder auf vierrädrige Kinderfahrzeuge Bezug nehmen, eine Scheibe von abschneiden, oder nein, besser gleich zehn.

Ein echtes Gute-Laune-Album, ohne plumpe Kalauer oder platte Witze – wer immer SUPERPUNK und Springsteen verehrt, sollte sich den Spaß gönnen, der auf einem Sublabel von Gunner Records veröffentlicht wurde.