RED DONS

The Dead Hand Of Tradition

Junge, das treibt mir ja die Tränen in die Augen. „The Dead Hand Of Tradition“ ist eine dieser seltenen Platten, bei der man schon nach den ersten paar Takten wieder weiß, warum man eigentlich überhaupt Musik hört.

Und das ändert sich auch auf die gesamte Albumlänge nicht. Beeindruckend. Schrammelig-eingängiger Punkrock mit düsteren Untertönen in bester Frühachtziger-Tradition. Und inhaltlich? Wenn man sich nach einer britischen Gruppe sowjetischer Spione („Red Dons“ oder auch „Cambridge Five“) benennt, darf der gesellschaftskritische Unterton natürlich nicht fehlen („Amman“, „Empires“), darüber hinaus werden aber auch persönliche Probleme wie Daniel „Hajji“ Husayns Frust nach seinem Umzug von Portland, OR nach London („75 Warham“) verarbeitet.

Die WIPERS des 21. Jahrhunderts? Vielleicht. In jedem Fall aber mit das Beste, was mir in diesem Jahr bislang zu Ohren gekommen ist. Die RED DONS sind übrigens gerade auch in Deutschland unterwegs, diese Gelegenheit sollte man unbedingt nutzen!