AMANITA

The World Is Dead Prose To Me

AMANITA sind eine noch recht junge, in Jena beheimatete Band und gleich mit dem Debüt (dem lediglich einige Demo-Songs vorausgingen) gelingt ihnen ein Spagat – so reif und versiert zu klingen wie alte Hasen und dabei doch in jugendlicher Tollkühnheit unberechenbar zu bleiben.

Man muss es vorwegschicken, dieses Album klingt für einen Erstling verdammt souverän. Die Wucht und Schwere von Doom vereint sich hier aufs Herrlichste mit filigranem Post-Rock und wenn man sich gerade einbildet, man wisse in welche Richtung es geht, springt einem auch mal unvermittelt ein kurzer Screamo-Gesangsausbruch mit voller Emotionalität ins Gesicht.

Ein weiterer Pluspunkt – das Material wurde live eingespielt und durfte auf Platte seine Rohheit behalten, hier wurde nichts künstlich geglättet. AMANITA spielen gekonnt mit Intensitäten, dem Wechsel aus laut und leise, zart und brachial, traurig und doch irgendwie hoffnungsvoll.

Die Jenaer zaubern hier formvollendete Spannungsbögen sowohl in Bezug auf die einzelnen Songs als auch über die gesamte Albumlänge. Das Album klingt mit einem absoluten Höhepunkt aus – und „A blight on the land“ lässt den Hörer gierend nach mehr zurück.