THE COLOR OF NOISE

Tom Hazelmyer ist ein Veteran der US-Indie-Szene. „Haze XXL“, Jahrgang 1965, gründete 1986 im Bundesstaat Washington während seiner Zeit bei den US Marines sein Label Amphetamine Reptile Records, später zog es ihn nach Minneapolis, von wo aus er zuerst Releases seiner eigenen Band HALO OF FLIES, bald aber auch die von Freunden wie MELVINS, HELMET, Helios Creed, COWS, GOD BULLIES, CHOKEBORE, COSMIC PSYCHOS, PARTY DIKTATOR, HAMMERHEAD (nicht die deutsche Band), NASHVILLE PUSSY, TODAY IS THE DAY, UNSANE und zig andere Platten veröffentlichte.

Mit dem Beginn des Grunge-Booms in den frühen Neunzigern wurde seine Label immer größer und bekannter. Musikalisch machten die AmRep-Releases dem mit dem Wort „Noise“ hinterlegten Labellogo alle Ehre, viele Releases füllten eine Lücke zwischen „normalem“ Punk und Hardcore einerseits und dem oft ins Konservative abdriftenden Grunge – das Genre Noiserock war seinerzeit fast synonym mit AmRep.

1998 veröffentlichte Hazelmyer seine vorerst letzte Platte – das Musikgeschäft änderte sich, Majorlabels wilderten immer erfolgreicher auf einem Terrain, das bislang Indies vorbehalten gewesen war.

Erst ab 2005 und verstärkt seit 2008 gibt es wieder Releases. In seiner Label-Auszeit widmete er sich unter anderem der Gastronomie und der Kunstgalerie „OX-OP“, erkrankte schwer, lag im Koma, kämpfte sich zurück ins Leben, mittels Kunst.

Der Filmemacher und Musiker Eric Robel (Schlagzeuger bei BORN LOOSE) zeichnet mittels einer Mischung aus Interviewsequenzen mit Hazelmyer und „seinen“ Bands sowie vielen Konzertmitschnitten (historisch wie vom Geburtstagsfestival 2015) die Label- und Lebensgeschichte nach, wobei ein Schwerpunkt der Kunstaspekt ist: Frank Kozik, Derek Hess, Coop und Shepard Fairey kommen hier zu Wort.

Unbedingt sehenswert!