DIE JUGEND IST DIE SCHÖNSTE ZEIT DES LEBENS

Schorsch Kamerun

Sein alter Kumpel Rocko Schamoni hat schon fünf geschrieben, dessen Studio Braun-Komplize Heinz Strunk hat gerade seinen siebten herausgebracht – es war also höchste Eisenbahn für den ersten Roman von GOLDENE ZITRONEN-Sänger Schorsch Kamerun.

Und der trägt unverkennbar autobiographische Züge, ähnlich wie Schamonis „Dorfpunks“, etwa wenn Kamerun vom Hausverbot im Spießer-Café „Gottesgleich“ erzählt, der Bekanntschaft mit „Drogen-Manuel“, Rasenmähen im elterlichen Vorgarten oder Aufsatz schreiben für Deutschlehrer Nazi-Schmidke.

Die Dokumentation der eigenen Jugend mit dem üblichen Themen der Adoleszenz in der Provinz: Punkrock, Wehrdienst-Verweigerung, Flucht in die Großstadt, Band-Erfahrungen. Ein Leben ein Fußbreit neben dem Mainstream.

Der Protagonist heißt hier allerdings nicht Roddy Dangerblood aus Schmalenstedt, sondern Horsti aka Tommi aus der kleinen Ortschaft Bimmelsdorfer Strand. Es gibt aber auch Unterschiede: Tommi leidet weniger unter Liebeskummer und landet am Ende am Theater.

Schorsch Kamerun, geboren vor 53 Jahren im Örtchen Timmendorfer Strand, hat seine eigene Geschichte in diese Aneinanderreihung von Episoden gepackt, immer wieder unterbrochen durch Gedichte.

Wie zu erwarten, liest sich das Debüt von Schorsch Kamerun nicht ganz so flüssig wie „Dorfpunks“, steht dem Buch des Kollegen Schamoni in Sachen Situationskomik aber in nichts nach. In den vergangenen Jahren hat Kamerun vor allem als Theaterregisseur und Hörspielautor gearbeitet.

Und ganz nebenbei betreibt er gemeinsam mit Schamoni den im Februar völlig abgebrannten Golden Pudel Club in Hamburg.