DIE ALTEN KNACKER

Paul Cauuet, Wilfrid Lupano

Eine mit „Die alten Knacker“ betitelte Serie, die auf einer Beerdigung beginnt? Schnell macht Autor Lupano klar, wohin die Reise gehen wird. Die Protagonisten sind drei Herren jenseits der 70, die wirklich alles haben/hatten: Frauen, Autos, Partys, unumstößliche Überzeugungen und Ideale.

Nur an Geld hapert es inzwischen. Aber wie der Zufall so spielt, könnte sich das – einem Brief von Antoines verstobener Frau Lucette sei Dank – schon bald erledigt haben. Im alten Bus von Lucettes Kinderpuppentheater „Loup en slip“ (Wolf in Unterhosen) begibt sich der Trupp mit markigen Sprüchen unter Aufsicht von Antoines hochschwangerer Enkelin auf den Weg nach Italien.

Ja, hier ist alles ein wenig grotesk. Und obwohl keiner der Hauptcharaktere wirklich ernst zu nehmen ist, gelingt es Lupano und Cauuet, massig Gesellschaftskritik zu üben. Ob Senioren-Attentat in Form von gezieltem Aufsuchen eines Szenetreffs durch möglichst viele Greise zwecks Vertreibung der nervig lauten Stammkundschaft aus der Nachbarschaft oder Enddarmentleerung eines Rollstuhlfahrers auf Zuruf während einer Tagung der konservativen UMP, man weiß sich in höherem Alter gewaltfrei zur Wehr zu setzen.

Die Moral: Geld allein macht nicht glücklich. Ein Schelm, wer bei den ganzen Autoeskapaden (und auch sonst ab und an) an Louis de Funès denkt. Wenn auch eine ganze Ecke derber. Cauuet sorgt für eine stimmige Optik, hier sitzt wirklich jeder einzelne Strich.

Ein sehens- und lesenswerter Roadcomic über „die schlimmste Generation in der Geschichte der Menschheit“. Die Reihe ist inzwischen nicht nur in Frankreich zu Recht zum absoluten Publikumsliebling avanciert.

Band 3 ist inzwischen schon raus, viele weitere werden hoffentlich noch folgen.