
1992 veröffentlichte Al Jourgensen mit MINISTRY das fünfte Album „Psalm 69“, darauf der stilprägende industrial-metallische Überhit „Jesus built my hotrod“, mit dem ein wirklich neuer Sound in die Welt gesetzt wurde. Schon mit „The Mind Is A Terrible Thing To Taste“ von 1989 hatten MINISTRY dafür die Vorarbeit geleistet, und Jello Biafra war damals noch „frisch geschieden“ nach dem Ende der DEAD KENNEDYS und heiß darauf, seine Texte auf Bühnen und Platten zu bringen. So kam es auf dem 1989er-Album „Last Scream Of The Missing Neighbors“ zur Zusammenarbeit mit D.O.A., 1991 erschien „The Sky Is Falling And I Want My Mommy“ mit NOMEANSNO und im gleichen Jahr noch TUMOR CIRCUS, mit Leuten von STEEL POLE BATH TUB und GRONG GRONG. In späteren Jahren gab es Band-Coops mit THE NO WTO COMBO und MELVINS. Und 1989 kam die schon 1988 aufgenommene 3-Song-Debüt-EP „The Power Of Lard“ als erste Zusammenarbeit mit MINISTRY respektive Jourgensen. 1990 folgte das Album „The Last Temptation Of Reid“ und der kommerzielle Durchbruch für MINISTRY bedeutete dann, dass für die Kreativbeziehung zwischen Biafra und Jourgensen keine Zeit blieb. Erst 1997 konnte deshalb das zweite LARD-Album „Pure Chewing Satisfaction“ erscheinen, an dem die Beteiligten seit 1990 gearbeitet hatten, wenn denn mal Zeit war. Erschienen war diese damals – wie alles von LARD – auf Biafras Alternative Tentacles-Label, und dort wurde nun auch die Neuauflage veröffentlicht. Als „Industrial-Hardcore“ bezeichnet man das labelseitig, und ich finde ja, dass LARD immer besser waren als MINISTRY: zwei kreative Köpfe, die sich ergänzen, plus Biafras einzigartige Stimme – win-win! Mein liebster Song hier ist der untypischste der acht Tracks, „Sidewinder“, der letzte auf der B-Seite: eher langsam, intensiv und mit diesem coolen Post-Punk-Drive. Mit „70’s Rock Must Die“ kam dann 2000 noch eine 3-Song-EP, deren Material aus dem gleichen Zeitraum stammt wie das des zweiten Albums. Seitdem ... passiert nichts. Jello sagt, Al käme nicht aus dem Quark, der „verbrät“ alle seine Ideen für MINISTRY – mal sehen, wann die beiden vielleicht doch noch mal zusammenfinden.
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