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LÜT

s/t

Wenn eine Band ihre Stimme wechselt, ist das immer ein massiver Einschnitt. Nur in Einzelfällen zum Vorteil der Band. Sänger Markus Danjord hat LÜT mit seinen Screamo-Vocals groß gemacht und in eine Liga mit Bands wie TURBONEGRO oder KVELERTAK katapultiert. Aber nach zwei Alben war Schluss, Markus wollte einen anderen beruflichen Weg einschlagen. Er wurde nicht ersetzt, die Band machte als Quartett weiter. Das Mikro übernommen hat Gitarrist Mads Ystmark und der macht das einfach anders. Das ist deutlich hörbar. Deshalb ist der Gesang auf dem dritten, selbstbetitelten Album melodischer. Geblieben ist der High-Energy-Rock’n’Roll, mit dem die Band aus Tromsø die Herzen ihrer Fans erobert hat. Und nicht nur die, zu den Supportern gehört auch Bela B von DIE ÄRZTE. Der ist sogar extra an den Polarkreis gereist, um den Song „Glücksschmied“ einzusingen. Deshalb gibt es diesmal Texte auf Norwegisch und auf Deutsch – über die persönliche Komfortzone, Freunde und Familien, die man zurücklässt, oder die guten und schlechten Zeiten mit der Band. „Lüt“ kann locker das hohe Niveau der ersten beiden Alben „Pandion“ (2017) und „Mersmak“ (2021) halten. Die vermutlich nördlichste Punkband des Planeten schüttelt sich nach dem Verlust ihres Sängers kurz und macht einfach weiter, als ob nichts gewesen wäre. Ein Lebenszeichen im Glanz der Polarlichter.

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