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OFFCELL

Still Here

Männer mittleren Alters, global ein eher schwieriges Klientel. Bei denen hier geht’s aber. Zwar sind sie Ü40, wie sie im Titeltrack direkt die Karten auf den Tisch legen, trotzdem ist nicht damit zu rechnen, dass sie zum Beispiel demnächst anfangen, ungefragt in Social-Media-Apps mit unangebrachten Kommentaren zu nerven oder so. Die haben bestimmt nicht mal Sonnenbrille-im-Auto-Profilbilder. Danke auch dafür. Ian MacKaye (62!) hatte mit seinen Bands und seinem Label Dischord Records definitiv großen Einfluss auf Sound und Mindset dieser neuen Darmstädter Band. Für ähnlich sozialisierte Ü40-Kids bieten die sechs Songs auf „Still Here“ unbegrenzt Anlass, mit Bandnamen von ca. 1985 bis ca. 2005 um sich zu werfen und mit rotem Garn Fäden zu spannen zwischen FUGAZI und DRIVE LIKE JEHU, von AT THE DRIVE-IN rüber zu THURSDAY und zurück. Ist das reine Nostalgie, gar „living by the memories of our long gone youth“, wie OFFCELL in „Still here“ meinen? Wer ohne Vorkenntnisse kommt, hört hier keinen verklärten Rückblick oder altersmilde Behäbigkeit, in diesen sperrigen Rocksongs brennt es. Das lohnt zu hören, egal ob man dabei sofort rafft, wie düster zum Beispiel die Anspielung auf „No More Dreams Of Happy Endings“ von DAMNATION A.D. (Victory Records, 1995) in „This is not forever“ wirklich ist, oder eben auch nicht.

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