Foto

OFFCELL

Still Here

Dirk Modrok (voc), Eike Grams (gt), André Liegl (bs) und Julien Jung (dr) sind OFFCELL, und „Still Here“ als Titel ihrer Debüt-6-Song-12“ führt leicht in die Irre, könnte man doch vermuten, es mit einer Comeback-Platte zu tun zu haben – von einer Band aus den 1990ern ... Klingen tun sie so, aber tatsächlich sind OFFCELL eine neue Band, das „Immer noch da“ könnte man eher als Statement der Beteiligten ansehen, immer noch aktiv Musik zu machen. Das Namedropping geht bei der Band aus dem Raum Frankfurt/Darmstadt so: ACHEBORN, ROBOTNIK, SUNBURNSCOLD, NARSAAK, PSSGS, THE DATA BREAK. Wenn da beim einen oder anderen Namen was klingelt, ist es der Beweis, dass du diese Musik auch schon seit über dreißig Jahren hörst. Stilistisch sind die Ex- und Parallel-Bands nicht zwingend als Referenz tauglich, der „melancholische Posthardcore“ wirkt auf mich wie ein Aufgreifen von Sounds aus den späten 1980ern und frühen 1990ern und das, was wir damals – vor Neo-Emo und als Dischord-Fans – als Emocore bezeichnet haben. Melodiös und doch intensiv, mit mal fast gesprochen wirkenden, dann wieder wütend und leidend geshouteten Vocals. Rhythmisch, fraktioniert wirkende Musik, dennoch mit einem Flow. Ich denke spontan (und trotz der englischen Texte) an TARGET OF DEMAND und SEVEN SIOUX, aber auch an VERBAL ASSAULT und eben das damalige eklektische Dischord-Roster. „Just some grown up hardcore kids / 40+ and still not fitting in“, lauten die ersten Zeilen des Titelsongs – ein Text, der vielen aus dem Herzen sprechen dürfte. Exzellent! Kommt im schönen Siebdruckcover.

Anzeige