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DURUTTI COLUMN

The Return Of The Durutti Column

Wer aufgrund seiner Begeisterung für Factory Records aus Manchester und deren frühe Bands wie JOY DIVISION, A CERTAIN RATIO oder NEW ORDER auch auf THE DURUTTI COLUMN stieß, dürfte einigermaßen enttäuscht gewesen sein. Ich konnte in den 1980ern überhaupt nichts mit der Musik von Vini Reilly anfangen, zu dessen Solo-Projekt sich THE DURUTTI COLUMN schon nach dem ersten Album „The Return Of The Durutti Column“ von 1980 entwickelte. 2008 bekam ich dann relativ spät ein neues THE DURUTTI COLUMN-Album namens „Sunlight To Blue ... Blue To Blackness“ in die Finger, wo ich den Gitarren-Minimalismus von Reillys Instrumentalmusik zwischen Jazz und Folk dann doch erstaunlich ansprechend fand, wegen der Virtuosität von Reilly und weil den Songs eine echte Emotionalität innewohnte, abseits der abstrakten formalen Ebene. Und diese besondere Qualität ist auch schon auf dem Debüt zu hören, das jetzt als Digibook-Edition mit Booklet auf zwei CDs neu aufgelegt wurde, erweitert um zahlreiche Bonustracks, bestehend vor allem aus Live- und Demo-Aufnahmen. Schwer zu sagen, inwiefern hier das Remastering ausschlaggebend war, aber Reillys Musik klingt erstaunlich zeitlos und vor allem immer noch äußerst originell, wobei sie ähnlich wie die von JOY DIVISION damals von Martin Hannett produziert wurde, aber ansonsten nichts mit diesen gemein hatte oder anderen Bands im Post-Punk-Umfeld. Was Tony Wilson, den Boss von Factory, damals bewog, Mitglieder von Punkbands wie ED BANGER AND THE NOSEBLEEDS (zu denen anfangs Reilly gehörte, später Morrissey von THE SMITHS oder Billy Duffy von THE CULT) zusammenzucasten, um ausgerechnet solche Musik aufzunehmen, will mir zwar immer noch nicht ganz einleuchten, aber die Langlebigkeit und hohe Qualität von Reillys Schaffen gibt ihm auf jeden Fall über 40 Jahre später noch mal recht.

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