
2010 hatte ich mal das zweite Album „When The Flowers Were Singing“ der Pariser Post-Rocker KWOON in die Finger bekommen, die das Genre damit auf Augenhöhe von etwa AEROGRAMME durchaus bereichern konnten. Schon ihr Debüt „Tales & Dreams“ hatten KWOON 2006 in Eigenregie veröffentlicht, ebenso wie den „When The Flowers Were Singing“-Nachfolger „Odyssey“, der erst im letzten Jahr erschien. In relativ kurzem Abstand folgte jetzt das Album „Unplugged From The Moon“, auf dem – der Titel deutet es schon an – KWOON die Stromgitarren im Schrank lassen, was sie auch von Zeit zu Zeit auf der Bühne praktizieren. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist das schon, wenn man eine Band gerade wegen ihrer symphonischen Wucht und verdichteten Shoegazing-Momente schätzt. Und so fungiert „Unplugged From The Moon“ als eine Art Akustik-Best-Of, die mit ihrem melodischen wie melancholischen Kammerpop in manchen Momenten sogar ein wenig an die Landsleute AIR erinnert. Aber eigentlich war die Pariser Band schon auf ihren regulären Releases eher leise und poetisch unterwegs, mit gelegentlichen Eruptionen, insofern funktionieren ihre subtilen, nie langweiligen Kompositionen auch in dieser reduzierten Form, bei der die emotionale Qualität der KWOON-Songs gut erhalten bleibt.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Thomas Kerpen
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #90 Juni/Juli 2010 und Thomas Kerpen