BLACK FLAG: Tour und Klage :: ox-fanzine.de

Das aktuelle Ox

Unsere Aboprämie

Wer das Ox bis zum 31.12.2018 neu abonniert, erhält auf Wunsch das Buch „Wie aus mir kein Tänzer wurde“ (Ventil Verlag) von Ox-Autor Kent Nielsen als Prämie. (Solange Vorrat reicht) (Bitte im Feld "Nachricht" angeben + Namen des Prämienempfängers)

 

Abo gegen Tasche!

Wer das Ox neu abonniert, wer ein Abo verschenkt oder als Ox-Abonnent einen neuen Abonnenten wirbt, der bekommt von uns die Ox-Tasche (fair gehandelte Bio-Qualität) geschenkt!

 

California über alles

"California über alles - Dead Kennedys Wie alles begann" ist das erste umfassende Buch über die DEAD KENNEDYS. Es konzentriert sich auf die Gründungs­phase der Band in der Szene von San Francisco bis zum Erscheinen des ersten Albums "Fresh Fruit For Rotting Vegetables". Autor Alex Ogg sprach dafür mit vielen Zeitzeugen.

 

Kochen ohne Knochen

Das Ox-Kochbuch 5 & Kochen Ohne Knochen #23

Kochen ohne Knochen - Das Ox-Kochbuch 5: Über 200 rein pflanzliche Rezepte für Beginner und Könner, für Veganer, Vegetarier und Allesesser, von simpel bis anspruchsvoll. Von Punks, nicht nur für Punks.
Dazu jede Menge Merchandise rund ums Kochbuch: Küchenmesser, Profimesser, Hand- und Geschirrtuch, Küchenschürze, Stofftasche, Sparschäler, Frühstücksbrettchen, Pfannenwender, Buttons, ...

Kochen ohne Knochen #23: Die neue Ausgabe des veganen Magazins ist jetzt im Handel und bei uns erhältlich.

 

News

BLACK FLAG: Tour und Klage

BLACK FLAG sind dieser Tage in Europa auf Club-Tour. Am 6.8. spielte die Band um SST-Labelboss und Bandgründer Greg Ginn mit Ron Reyes als Sänger in Oberhausen, und nach dem Auftritt beim Ruhrpott Rodeo-Festival waren meine Erwartungen, vorsichtig gesagt, gemischt. Ox-Kollege Kalle Stille schrieb mir kurz vor der Abfahrt noch zu diesem, Zitat, "unsägliche Coverensemble": "Das gestrige Konzert ist definitiv in den Top 5 der allerschlechtesten Konzerte, die ich jemals gesehen habe. Ich habe sturzbetrunkene Deutschpunkkapellen gesehen, die Black Flag besser gecovert haben als diese Kirmestruppe."

Meine Erwartungen waren gering, der Zuschauerzuspruch im Druckluft war es auch – vielleicht 150 Leute waren bereit, die 28 Euro Abendkasse für BLACK FLAG und die eigene Vorband zu bezahlen, die sich letztlich nur im Sänger unterschied. Die Rede ist von GOOD FOR YOU, bei denen Mike Valley (Skateboardlegende und Sänger von REVOLUTION MOTHER und MIKE V AND THE RATS) singt. Beide Bands spielten schweren, komplexen Rock, wie er einst auch in Form von Bands wie WÜRM und GONE das SST-Programm bestimmte. Und dass der Katalog von BLACK FLAG nicht nur Punkrock-Klassiker wie "Six pack und "TV party" enthält, weiß jeder, der das kantige Spätwerk kennt. Greg Ginn gniedelte also, was das Zeug hielt, Ron Reyes bemühte sich, Stimmung zu machen, schaffte das im kleinen Club aber genauso wenig wie auf der Festivalbühne, und als Ginn bei den Hits lächelte, wusste man nicht so recht, ob er sich freute oder über das Publikum lachte. Das durfte sich nur vor der Barriere mit Security austoben – ein Sonderwunsch der Band, um Stagediver abzuhalten, und wohl das erste Mal, dass im Druckluft so etwas zu sehen war. Ein paar wenige Menschen hatten Spaß, der Rest stand unbeteiligt rum. Spaß geht anders, hier hat sich eine Legende demontiert, und eine weitere Europatour dieser Band braucht definitiv niemand. Immerhin: Vinyl-Platten und BLACK FLAG-T-Shirts gab's für günstige 10 Euro – billiger als die Bootleg-Shirts, an denen sich diverse Mailorder hierzulande seit Jahren gesundgestoßen haben, wie von ein paar Szeneinsidern an diesem Abend süffisant angemerkt wurde ...

Vielleicht war Greg Ginn aber auch einfach nicht ganz bei der Sache, wurde abgelenkt durch eine Klage, die am 2. August von zwei Anwälten vor dem Bezirksgericht von Central California eingereicht wurde. Kläger sind SST Records und Greg Ginn, Beklagte Henry Garfield alias Henry Rollins, Keith Morris, Gary McDaniel alias Chuck Dukowski, Dennis Paul Cadena alias Dez Cadena, John William Stevenson alias Bill Stevenson, Stephen Patrick O'Reilly alias Stephen Egerton - ergo Henry Rollins zum einen und Keith Morris und seine "BLACK FLAG-Coverband" FLAG mit diversen Ex-BLACK FLAG-Musikern.

Im Kern ist die Klage ein Fall von Markenrechtsverletzung, es geht um die Nutzung des Namens BLACK FLAG bzw. die Rechte am legendären "Vier-Balken-Logo". Wie man der Klage entnehmen kann, wird Morris und Co. vorgeworfen, im FLAG-Kontext das BLACK FLAG-Logo bzw. eine Abwandlung des selbigen verwendet zu haben – angeblich verkauften sie bei FLAG-Shows auch BLACK FLAG-T-Shirts. Zudem wird ihnen vorgehalten, die Öffentlichkeit zu täuschen, indem sie als "unechte" BLACK FLAG auftreten – ein Vorwurf, der freilich schwer aufrechtzuerhalten sein dürfte, denn es dürfte wohl keinen einzigen FLAG-Konzertbesucher geben, der nicht wusste, was und wer ihn erwartet. Weitere Auftritte sollen Morris und Co. untersagt werden.

Pikant wird die Sache allerdings an dem Punkt, an dem es um das Markenrecht geht - und hier kommt Kollege Rollins ins Spiel. Am 12. September 2012 nämlich ließen Garfield/Rollins und Morris sowohl die Bildmarke (also die vier Balken) wie auch die Wortmarke BLACK FLAG ins US-Markenregister eintragen. Ein starkes Stück und eine klare Provokation gegenüber Greg Ginn und SST, der doch seit dem Ende der Band 1986 unumstritten das Erbe von BLACK FLAG verwaltete. Dass sich einer seiner Ex-Bandkollegen in all den Jahren bis zur Reunion bzw. FLAG-Gründung beklagt hätte, unfair behandelt worden zu sein, wäre mir neu. Rollins und Morris haben bei der Markenmeldung angegeben, sie hätten die Marke seit 1978 kontinuierlich in Benutzung gehabt – ein wichtiger Aspekt, um die Rechtmäßigkeit der Eintragung nachzuweisen. Dies bestreitet der Kläger (Ginn).

Stellt sich die Frage, warum Ginn die Marke BLACK FLAG nicht selbst längst eingetragen hatte. Fakt: viele Bands/Firmen versäumen das, unter rechtlich unklaren Umständen kann man damit zudem "schlafende Hunde" wecken. Ginn, so heißt es, hat die Markenregistrierung seinerseits erst im Juni 2013 beantragt. In der Klage geht es nun um Schadensersatzforderungen an Rollins und FLAG, um das Untersagen weiterer Auftritte, und man kann davon ausgehen, dass sich im folgenden Prozess nach den DEAD KENNEDYS eine weitere Bandlegende völlig zerlegen wird, ganz egal, wie man das Handeln der einzelnen Akteure nun im Detail werten mag. Unschuldig und schuldlos ist sicher keine der beiden Parteien.

Einer der den Kläger vertretenden Abwälte ist übrigens Evan S. Cohen, der im Hauptberuf Manifesto Records betreibt – jenes Label, auf dem die DEAD KENNEDYS-Platten nach dem Prozess der Ex-Mitglieder gegen Jello Biafra und Alternative Tentacles veröffentlicht wurden.

Die Klageschrift kann im übrigen hier als PDF heruntergeladen werden:
www.hollywoodreporter.com//sites/default/files/custom/Documents/ESQ/SSTRecordsvRollins.pdf

Joachim Hiller

Verwandte Links

Interviews

 

Reviews

Suche

Ox präsentiert

LOS FASTIDIOS

Enrico und seine Squadra wissen einfach wie’s geht, und das schon seit 1991! Immer noch brennt die Flamme. Für die gute Sache, für die Einigkeit der Szene, für Fußball ohne Dumpfbacken, gegen braune Einfältigkeit und Engstirnigkeiten sämtlicher ... mehr