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Interviews & Artikel

DONOTS

Einige Leute werden die DONOTS sicherlich mit den gleichen freundlichen Worten beschreiben, die der gute George W. Bush während einer Pressekonferenz einem Mitarbeiter zuraunzte, als er einen unliebsamen Reporter der New York Times erblickte und annahm, dass die Mikrofone noch stumm geschaltet waren. Tja, waren sie aber nicht und für Georgie wurde es ziemlich peinlich. Die DONOTS hingegen werden aus der "Szene" eher misstrauisch betrachtet, weil sie einen Pakt mit dem Teufel, sprich den Major in Gestalt von Supersonic Records (u.a. GUANO APES, HIM), eingegangen sind. Viele haben dabei aus den Augen verloren, die meisten wissen es wohl gar nicht, dass die DONOTS vor dem "Big Deal" zwei CDs in Eigenregie veröffentlicht haben, also keine Retortenband sind. Aber gehört eine Band wie die DONOTS deshalb ins Ox? Keine Ahnung, ist mir auch egal. Ich mag sie halt, und daher folgt jetzt das Interview, welches ich mit Sänger Ingo im Dezember 2000 gemacht habe.

Ingo, was bedeutet Punkrock für dich?


Punkrock bedeutet für mich in erster Linie sein eigenes Ding durchzuziehen und das auch in Situationen, in denen so was nicht immer einfach ist. Ich versuche aber dabei niemals den Boden unter den Füssen zu verlieren und stets diskussionsfähig zu bleiben und andere Sichtweisen zu respektieren. Ich finde es superwichtig, die eigene Meinung zu äußern, selbst wenn alle Welt etwas anderes von dir verlangt. Es geht mir darum, sich Freiräume zu schaffen bzw. auch in verbindlichen Situationen die eigene Freiheit zu behalten. Musikalisch bedeutet das für mich, auch einem größeren Publikum alternative Ansätze zu liefern und einen Gegenpol zur nicht vorhandenen deutschen Musikkultur mit Pennern wie Zlatko und Jürgen zu bieten.

Sind die DONOTS noch Punk?

Da man den Begriff Punk nur für sich selbst definieren kann, denke ich, dass wir uns nach unserer Definition immer noch die oben angesprochenen Freiheiten bewahrt haben. Wir probieren nicht, uns allem kategorisch zu verwehren, sondern vielmehr aus jeder Angelegenheit das Beste rauszuziehen und uns unsere eigene Schnauze zu bewahren. Wir haben keine Lust, einem Punk-Ideal von jemand anderem zu entsprechen, weil das wohl eher limitiert als Freiräume schafft. Musikalisch gesehen würde ich uns sowieso viel eher als Rockband einstufen. Die Bezeichnung gefällt uns allen besser und trifft wohl viel eher den Kern.

Ist es Punkrock in der Bravo zu stehen? Bei der TERRORGRUPPE fanden das alle toll.

Ach, die Bravo ist doch superunterhaltsame Lektüre, hehe! Meine Lieblingsseite ist die mit dem "Kult der Woche". Ich fänd´s total super, wenn´s da auch mal einen G.G. ALLIN-Starschnitt gäbe! Naja, im Ernst, über den Schreibstil und die Art der Artikel muss man wohl kaum große Worte verlieren, da den Kids vorgekaut wird, was sie gutzufinden haben. Wir müssen uns irgendwie damit arrangieren, dass wir möglicherweise hier und da mal in solchen Blättern stattfinden, weil das eben auch zum Promo-Bereich unseres Labels gehört. Ich messe dem aber nicht so eine große Relevanz bei und amüsiere mich eher über die Artikel und freue mich jedes Mal, wenn ich so Bands wie die TERRORGRUPPE in der Bravo finde.

Könnt ihr verstehen, warum viele Leute ein generelles Problem mit Bands wie den DONOTS haben, die stark gepusht werden?

Natürlich können wir das verstehen, denn in vielen Fällen stecken hinter gehypeten Bands meistens nur irgendwelche gecasteten Penner, die für die schnelle Mark ins Rennen geschickt werden. Da werden die Songs dann einfach von irgendwelchen Hit-Machern geschrieben, der Band wird ein Image verpasst und fertig ist der Chartbreaker. Und sobald der Trend vorüber ist, ist es auch mit dieser Band vorbei. Aber nicht alle gepushten Bands sind solche Marketing-Produkte. Wir sind einfach nur in der glücklichen Lage, dass unser Label sich wirklich anstrengt, uns zu promoten und wir auch auf lange Sicht weitermachen und möglicherweise sogar davon leben können. Das Songwriting werden wir uns niemals aus den Händen reissen lassen und man wird uns auch niemals vorschreiben, was wir sagen dürfen und was nicht. Wir haben bis jetzt einfach eine riesige Portion Glück gehabt und werden solange weitermachen, wie wir Bock haben. Nicht für irgendwelche Marketing-Heinis, sondern für uns.

Wie seid ihr an den Deal mit Supersonic gekommen?

Wir haben Mitte 1998 unsere Platte "Tonight´s Karaoke-Contest Winners" selbst rausgebracht und nach der Veröffentlichung an viele Magazine, Fanzines und auch Labels geschickt. Die Leute von Supersonic mochten das Album und haben sich uns daraufhin ein paar Mal live angeschaut, zuletzt dann vor wirklich großem Publikum auf der Visions-Bühne des Bizarre-Festivals. Wir hatten einen guten Tag erwischt und das Konzert schien Supersonic gut zu gefallen. Im November 1998 haben sie uns dann schließlich gesignet.

Habt ihr einen Bandvertrag oder seid ihr durch Künstlerverträge zu Leibeigenen geworden?

Wir haben einen Bandübernahmevertrag, aber in der Praxis tut sich da heutzutage zwischen diesem und einem Künstler-Exklusiv-Vertrag nicht mehr allzu viel. Sobald du einen Vertrag mit einem Label eingehst, muss das Label jene Sachen, die du gerne machen möchtest, auch absegnen, weshalb die Art des Vertrages eigentlich keinen großen Unterschied mehr macht. Das gilt übrigens sowohl für den Indie- als auch den Majorbereich. Mit der Unterzeichnung eines Vertrages begibt man sich in eine Art "Arbeitsverhältnis" und da muss vor allem erstmal auch die persönliche, menschliche Komponente zwischen Band und Label stimmen. Wenn da eine gute, persönliche Basis geschaffen ist, bist du meiner Meinung nach kein "Leibeigener", denn es wird ja nicht nur GEGEN dich gearbeitet, sondern in erster Linie FÜR dich.

Bekommt ihr jetzt häufiger Beischlafangebote?

Ich hatte gehofft, du würdest uns vielleicht endlich ein eindeutiges Angebot machen! Hmm, aber mal ehrlich: Das hält sich alles glücklicherweise in überschaubaren Grenzen. Abgesehen von ein paar vereinzelten amüsanten Mails oder Briefen ist eigentlich immer noch alles beim alten geblieben. Ich meine, wer will schon Freunde wie uns? Kein Talent = Keine Freunde. Eine einfache Rechnung in Ibbenbüren...

Warum legt ihr eure alten Scheiben nicht wieder neu auf?

Das ist ein abgeschlossenes Kapitel. Wir schauen lieber nach vorne und befassen uns mit unserem neuen Album "Pocketrock" bzw. noch neueren Songs. Die "Tonight´s Karaoke-Contest Winners" gefällt mir immer noch, aber wir werden sie nicht mehr neu auflegen. Wir haben übrigens einige uralte Songs auf unsere Homepage zum Downloaden gepackt, damit sich die Leute nicht gegenseitig bei eBay und Co. in die Höhe bieten. Ob du´s glaubst oder nicht, unsere erste, absolut grauenhafte Scheibe "Pedigree Punk" wird dort von irgend jemandem für 100 DM angeboten und für die zweite legen Leute dort Beträge bis 75 DM hin. Das ist absolut krank! Vielleicht sollten wir doch ein paar Exemplare nachpressen und damit bei eBay den großen Reibach machen, hehe...

Ihr spielt ja ab und zu noch kleine Gigs abseits der großen Touren. Wie oft macht ihr das?

Mir ist es ziemlich wichtig neben den großen Shows und Festivals auch mal ein paar kleine Gigs zu spielen, denn das ist immer ein riesengroßer Spaß mit ganz anderen Atmosphäre. Wenn es sich zeitlich und entfernungstechnisch einrichten lässt, spielen wir hin und wieder solche Gigs.

Und habt ihr jetzt nicht auch plötzlich viele "alte Freunde" hinzubekommen?

Du meinst Leute, die jetzt auf den Zug aufspringen wollen, um auch ein Stück vom Kuchen abzubekommen? Sicher. Aber die wahren Freunde haben sich über die Jahre gehalten und sind uns die wirklich Wichtigen. Die anderen entlarven sich sehr schnell durch absolute Dummheit und Anbiederung. Darauf haben wir keinen Bock. Wir haben keine Lust auf irgendwelche Opportunisten, die uns jetzt wie ihre besten Freunde behandeln, nur um kurzfristig daraus einen Vorteil zu ziehen. Die DONOTS könnten morgen schon Geschichte sein und spätestens dann wird sich zeigen, wer ein echter Freund ist.

Was viele nicht wissen ist, dass du lange für die Scheune in Ibbenbüren Konzerte gemacht hast. Bleibt dir dafür noch Zeit?

Leider nicht. Ich habe aber einen wirklich großartigen Nachfolger namens Matze, der sich voll in die Konzertgeschichte reinhängt und ein paar richtig gute Shows veranstaltet. Hin und wieder helfe ich noch aus, berate ein wenig und vermittele ein paar Supportbands. Die Scheune ist ein wirklich toller Laden und Konzert-Interessenten sollten da ruhig mal ihren Kram hinschicken: JZ Scheune, z.H. Matze Brügge, Am Sportzentrum 27-30, 49479 Ibbenbüren.

Guntram Pintgen

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #42 (März/April/Mai 2001)

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