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Interviews & Artikel

BAMBIX

Older, not wiser

Eine meiner ewigen Sympathenbands sind die BAMBIX aus Holland, wobei die einzige personelle Konstante Sängerin/Gitarristin Willia „Wick Bambix“ van Houdt ist. Die letzte Platte ist eine halbe Ewigkeit her, aber ständiges Touren, vor allem auch im beinahe schon zur zweiten Heimat gewordenen Brasilien, lassen eben neben den Alltagsjobs wenig Zeit. Anlässlich des neuen Albums, das erstmals nicht auf Vitaminepillen, sondern auf GoKart erschienen ist, mailte ich Wick ein paar Fragen.

Ihr habt euch ja ganz schön lange Zeit gelassen mit dem neuen Album. Wie kam das?

„Ach, bei uns dauert alles immer lange. Deswegen sind wir auch immer zu spät bei Konzerten und immer zu spät Backstage, wo dann die Bierkästen leer sind. Wir hatten ein Demo aufgenommen, weil mehrere Labels interessiert waren, und dann haben wir alles neu aufgenommen, wobei wir auch noch viel Zeit gebraucht haben, den richtigen Sound zu bekommen, und eine bestimmte Aufnahmemethode gesucht haben, die dafür am besten wäre. Wir haben uns auch den Arsch abgeprobt, um die Band ‚tight as a bum-string‘ zu machen. Das hat aber mehr Zeit gebraucht, als uns lieb war, und dann gab‘s die schon gebuchten Konzerte und die Tour in England und den USA, und wir mussten das Studio immer wieder verlassen und später wieder weitermachen. Am Ende sind wir aber mehr als zufrieden mit dem Resultat, also hat es sich gelohnt.“

Wo siehst du die Unterschiede zur alten Platte?

„Die ‚Club Matuchek‘ klingt bestimmt besser, haut mehr in die Fresse, nicht nur weil Menno Bakker immer bessere Produktionen abliefert, sondern auch durch das überwältigende Mastering von Alan Douches von WestWestSide Studios in New Jersey. Er hat schon mit vielen Bands gearbeitet wie SICK OF IT ALL, THRICE und FLEETWOOD MAC. Er hat uns sogar mitten in der Nacht angerufen um uns zu sagen, wie gut unsere Aufnahmen sind. Die Texte sind über Leute, die ganz unten sind, und wie ihr Überlebenskampf abläuft. Die Songs auf dem Album wechseln immer noch zwischen poppigen und härterem Kram, da hat sich nichts geändert, aber die Platte ist insgesamt härter. Die Band klingt jetzt besser aufeinander abgestimmt. Und was die Songs betrifft, sie sind im typischen BAMBIX-Stil, eine Mischung von Melodie und Melancholie zu Geradeaus-Mitsing-Liedern.“

Wie ist die aktuelle Besetzung der Band?

„Peter ist jetzt seit sieben Jahren unser Schlagzeuger, er wird immer besser, hat mehr Muskeln bekommen und singt nun sogar Backing-Vocals. Patrick lief uns auf der Straße über den Weg, ein arbeitsloser deutscher Flüchtling mit italienischen Wurzeln. Er sah so verdammt gut aus, dass wir immer mit ihm zusammen sein wollten. Außerdem spielt er verdammt gut Bass, so dass wir ihn direkt zu uns holten. Natürlich wird er nicht von uns bezahlt, er soll froh sein, dass wir ihn davor gerettet haben, ein Junkie zu werden, so wie alle Deutschen in Holland. Und ich, Yngwie Malmsteen, schreibe die Songs und singe.“

Neues Label, neues Glück? Wieso GoKart statt Vitaminepillen?

„Vitaminepillen haben immer exzellente Arbeit geleistet, aber wir wollten, dass unsere Platten in ganz Europa und auch in Japan erhältlich sind. Wenn du keine Platten in Großbritannien, Spanien, Norwegen und Japan veröffentlichst, kannst du da auch nicht spielen. Dann kam GoKart. Sie sind unglaublich enthusiastisch wegen der neuen Platte, und wir brauchten nur zwei Tage, um zu überlegen, wie die Zusammenarbeit laufen sollte. GoKart haben hervorragende Promotion-Möglichkeiten, sie machen gute Arbeit für uns.“

Was ist mit bambix.de passiert?

„BAMBIX haben seit etwa einem Jahr eine neue Homepage, bambix.org. Ein neuer Webmaster, Jozzy, frisches Blut, eine neue Optik, und ebenso wie wir in Nijmegen ansässig, das macht die Kommunikation leichter. Die Seite an sich wird von einem Fan aus Brasilien gemacht, Mariana. Sie stellt jeden Tag ein neues BAMBIX-Foto online, dazu können dann die Leute ihren Kommentar abgeben, Keinen Ahnung, wo sie die ganzen Bilder hernimmt, aber es ist toll, und wir haben über 1.000 Zugriffe pro Tag.“

Wo ist der „Club Matuchek“, und wer ist da Mitglied?

„Club Matuchek liegt im Herzen jedes Unterklasse-Arschlochs. Für alle, die ganz unten sind, aber nicht aufgeben. Da geht man hin, wenn man alle Freunde bis auf den Alkohol und die Musik verloren hat. Der Ort, wo Leute hingehen, die noch einen Funken Hoffnung in sich tragen. Leute, die gegen den Strom schwimmen und noch nicht ihren Platz in dieser Welt gefunden haben, treffen sich dort, kommunizieren und machen sich gegenseitig Mut. Auf dem Cover sieht man, wie es dort aussieht, ziemlich düster und dunkel, aber da hängt diese leuchtende Kugel – die steht für die Stimmung der Leute. Mitglieder gibt‘s keine, aber jeder ist willkommen.“

Wie kam der Deal mit Daemon Records zustande? Machen die auch das neue Album in den USA?

„Es war einer der schönsten Tage dieses Jahr, als ich eine E-Mail erhielt, zigfach weitergeleitet, geschrieben von Amy Ray, die mit uns Kontakt aufnehmen wollte. Da sie schon seit Jahren eine meiner Lieblingssängerinnen ist, hielt ich das erst für einen schlechten Scherz. Aber sie war‘s wirklich. Sie wollte ‚What‘s In A Name‘ in den USA und Kanada auf ihrem Label rausbringen. Es erscheint am 15. Oktober. Keine Ahnung, wie sie an unsere CD gekommen ist. Sie spielt bei den INDIGO GIRLS, die sind in den Staaten riesengroß, und sie hat uns eingeladen, mit ihnen da drüben zu touren, also in richtig großen Hallen. Da spielen sonst nur Sting und Phil Collins. Also wird das wohl eine ziemliche Überraschung, wenn wir da mal spielen. Wir wissen noch nicht, wer ‚Club Matuchek‘ in den USA und Kanada heraus bringen wird, mal sehen, was so alles passiert.“

Brasilien ist ja eure zweite Heimat. Wann wart ihr das letzte Mal auf Tour, wann kommt die nächste? Was ist das Besondere an den Shows und den Fans in Brasilien?

„Zweite Heimat für uns ist – na klar – Deutschland! Für uns das schönste Land der Welt! Weil wir auch unbemerkt durch die Stadt gehen können, ohne dass die Leute uns die Unterhose vom Arsch reißen. Brasilien ist aber auch richtig toll. Da geht‘s hemmungslos ran, und da hatten wir auch Bodyguards, weil die Leute dich, wirklich wahr, weinend und schreiend angreifen wollen, und niemals wieder loslassen. Es gibt BAMBIX-Coverbands, Leute mit BAMBIX-Tattoos und viele 13-jährige Mädchen, die mir sexuelle Angebote machen. Deswegen kommt die nächste Tour schnell!“

Ihr habt auch ein Live-Album da raus, wie ich gelesen habe.

„Die Idee dazu entstand, als wir in Brasilien waren, also musste sie auch schnell umgesetzt werden. Aber das ist der Spirit dieser Nacht, das Publikum, der Schweiß, die fünfzig Grad, der ausverkaufte Club, und das Gefühl, beinahe auf der Bühne zu sterben. Direkt nach dem letzten Song hört man sogar noch, wie der Krankenwagen vorfährt ...“

Wie lange ist man ein „girl“ und wann ist man/frau „woman“?

„Das hängt wohl von deiner Stimmung und deinem Willen ab. Vergleiche es mit einem Fußballspiel: Ein ‚Girl‘ stürmt nach vorne, schießt die Tore, und eine Frau ist der Ausputzer. Kein Scheiß. Im Leben ist man manchmal jung und innovativ, manchmal alt und intellektuell, manchmal Makaay, manchmal Briegel – ohne Bart. Am wichtigsten ist es aber, zu gewinnen, und deshalb sollte man auch Niederländer sein.“

Was sind deine derzeit liebsten Girl-Punk-Bands?


„Ich mag DOVER, FABULOUS DISASTER, DONNAS, ROTTEN APPLES, gerade habe ich die Live-CD der LUNACHICKS bekommen, SAHARA HOTNIGHTS, INDIGO GIRLS und natürlich MASTODON, oder sind das keine Mädchen?“

Wie siehst du die Entwicklung der BAMBIX von einer Girl-Band zu einer nur „girl fronted“-Band“?

„Das macht für mich keinen Unterschied, außer dass im Tourbus mehr gefurzt und nonstop über Sex geredet wird. Und manchmal kommen Jungs am Morgen nach einem Konzert in einer Corvette zurück. Ich glaube, Jungs meckern nicht so viel, und Mädchen sehen besser aus und fühlen sie sich weicher an, wenn du sie küsst. Sie riechen auch besser, deshalb habe ich die Regel aufgestellt, dass niemand ohne Deodorant in den Tourbus kommt.“

Singst du heute anders als früher?

„Nach vier Jahre Cola-Light und Tee trinken und nicht rauchen, keine Spliffs, immer früh ins Bett gehen, sagen alle, dass die Stimme dunkler wird. Uschi, du solltest das doch wissen!“

Wann bekommt ihr endlich einen Endorsement-Deal mit Jägermeister?

„Ich hoffe nie. Sonst werde ich noch häufiger mit einem aufgemalten Schnauzbart in meinem Gesicht wach.“

Und was macht ihr derzeit so, wenn ihr nicht in Brasilien oder sonst wo auf Tour seid?


„Peter ist Sozialarbeiter, er kümmert sich um Junkies und Alkis. Er ist ein Experte, ausgezeichnet für seinen Job. Patrick gibt Kindern Musikuntericht, genau wie bei den BAMBIX. Und ich bin Englisch-Lehrerin für sehr schwierige Kinder. Und die sagen dann: ‚Frau Wick, erzählen Sie uns noch was von den Konzerten letztes Wochenende.‘ Und dann verkaufe ich noch ein paar T-Shirts und CDs, und dann gehe ich weiter zur nächsten Klasse. Sie zeigen, dass sie mich mögen, indem sie Scheiße in meine Schultasche packen.“

Joachim Hiller

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #57 (November 2004/Januar/Februar 2005)

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