Interviews & Artikel : HOLLY GOLIGHTLY :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

HOLLY GOLIGHTLY

Chanteuse royal

Draußen tobt die Diskussion um die Radioquote, allenthalben wird schrecklichste Scheiße gedudelt und schlimme Platten finden reichlich Absatz. Und was macht die Geschmackspolizei? Ist nie da, wenn man sie braucht. Schlimm, ganz schlimm. Da möchte man nicht mehr vor die Tür gehen, keine TV- und Radiogeräte mehr zum Empfang bereit halten, die Tür verbarrikadieren, den Kopfhörer aufsetzen und mit einem Glas Rotwein in der Hand der bösen Welt entfliehen. Auf dem Plattenspieler: Holly Golightly. Egal welche Platte. Vorzugsweise die neue, „Slowly But Surely“. Da hat sich die Dame, die einst mit THEE HEADCOATEES das weibliche Pendant zu Billy Childish THE HEADCOATS anführte, mal wieder selbst übertroffen. Gefühl ohne Pathos, Emo ohne Holzperlen, Chanson ohne Franzosen, Garage ohne Gerumpel, gut ohne Einschränkung. Kapieren oder dumm sterben. Klar, dass ich nach Köln fahre, wenn die Dame aus London mit Labelboss Ian von Damaged Goods den Flieger nimmt, um mit der Presse zu sprechen. Und sie ist eine Nette. Lest selbst.

Holly, du warst zuvor erst einmal in Köln, wenn ich mich recht erinnere.


„Ja, vor vielen Jahren, Mitte der Neunziger, mit den HEADCOATS und den HEADCOATEES. Ich glaube, ich sollte endlich auch mal in Deutschland auf Tour gehen.”

In der Tat: So viele Platten, aber keine Tour.

„Ich weiß, aber bislang hat mich einfach niemand gefragt! Ich meine, ich habe auf jeden Fall Lust darauf, aber will nichts mit dem Stress zu tun haben, eine Tour zu organisieren. Wenn man mir sagt, wo ich spielen soll, und ich nichts anderes tun muss, als rechtzeitig irgendwo aufzutauchen, bin ich dabei.”

In den USA und England bist du immerhin recht häufig live zu sehen.

„Ja, aber ich weiß auch nicht, warum das so ist.”

Sprechen wir über deine Musik: Dein Hintergrund ist ja an sich Punk, andererseits kann man deine Platten auch ohne Risiko seiner Mutter vorspielen.

„Exakt, und das ist auch gut so. Mir geht es nicht darum, Leute zu verschrecken, sondern sie zusammen zu bringen. Punk hat ja nicht unbedingt was mit lauter, harter Musik zu tun, es ist auch eine Idee. Und so gibt es eben viele Leute, die erkennen, dass ich den gleichen Background habe wie sie, auch wenn ich andere Kleidung trage und meine Musik nicht so hart ist.”

Wie hat sich deine Musik vom Girl-Garage-Punk der HEADCOATEES zu deinem heutigen Stil entwickelt?

„Ich weiß es nicht, und ich hatte auch keine Kontrolle darüber. Bei den HEADCOATEES machten wir einfach nur das, worauf wir Lust hatten, spielten vor allem Covers, und irgendwie stellte ich fest, dass ich vor allem MIGHTY CAESARS-Songs mochte. Also coverten wir, coverte ich die, und auch alte Sixties-Songs. Und wenn man sich unter dem Gesichtspunkt die HEADCOATEES-Platten anhört, kann man feststellen, dass meine Lieder von damals sich nicht wirklich anders anhören als das, was ich heute mache. Aber der große Unterschied ist natürlich, dass damals mehrer Leute zusammen was machten und sich einbrachten, während ich heute alleine 100% nur mache, was ich will. Ich muss mit niemandem verhandeln, mit niemand streiten, und deshalb habe ich auch keine feste Band, deshalb hat die ganze Sache auch keinen Bandnamen. Ich habe einen festen Stamm von Leuten, die mit mir spielen, je nachdem, wer gerade Zeit hat.”

Warum ist das so? Weil es für dich bequemer ist, oder weil du so dominant bist?

„Es hat sich so ergeben: Die Leute, mit denen ich spiele, sind alle noch in anderen Bands und entsprechend beschäftigt, so dass ich nie weiß, wer gerade für mich Zeit hat. Mit manchen spiele ich seit zehn Jahren, mit anderen erst seit einem Jahr. Wenn man mich nach einem Konzert fragt, sage ich meistens sofort zu, wenn ich Zeit habe, und fange dann an herumzutelefonieren und zu fragen, wer frei ist an diesem Termin und Lust hat. Es hat also letztlich vor allem was mit meiner Bequemlichkeit zu tun, und so sind wir mal zu viert, mal zu fünft und manchmal stehe ich auch alleine mit einem Schlagzeuger auf der Bühne. Dabei spiele ich immer die gleichen Songs, nur klingen die eben jeden Abend anders, je nach Band und Instrumentierung. So bleibt es auch für mich interessant, denn jedes Konzert ist anders, man weiß nie, was einen erwartet. So wird mir auch kein Song je langweilig. Eine normale Band würde mich viel zu sehr einschränken, und außerdem bin ich auch kein besonders diplomatischer Mensch, ich hätte keine Lust, ständig für andere mitdenken zu müssen.”

Ian von Damaged Goods Records, wo viele deiner Platten erschienen sind, erzählte mir von deinem größten Laster ...

„Haha, die ‚Eastenders‘, oder? Ja, diese TV-Serie verpasse ich nie! Und ich schäme mich auch nicht dafür, denn ich weiß, dass Ian sie schrecklich findet. Die Serie läuft vier Tage die Woche je eine halbe Stunde, plus eine Doppelfolge am Sonntag, leider nicht öfter. Es ist mein persönliches Ritual, und in dieser halben Stunde lasse ich mich auch von nichts und niemandem stören.”

Das ist wie bei mir mit „Lindenstraße“.

„Siehst du? Dann weißt du ja, wovon ich spreche. Und warum sollte man damit aufhören? Auch wenn eine Folge schlecht ist, schalte ich doch bei der nächsten wieder ein. Abgesehen davon ist das auch fast das Einzige, was ich mir anschaue, außer den Nachrichten.”

Auch kein Musik-TV?

„Nein, Musik im Fernsehen mag ich nicht.”

Hast du selbst ein Video?

„Von den HEADCOATEES gab es mal was, und wir sind jetzt dabei, ein Video zur neuen Platte zu machen. Wenn, dann tauchte ich bislang eher mal in den Videos anderer Bands auf.”

Lass uns über diese Londoner Garagenszene rund um dich, Billy Childish und Liam Watson und sein Toe Rag-Studio sprechen. Was hat bzw. hatte es damit auf sich? Gibt es diese Szene oder ist das eher die Sicht der Außenstehenden?

„In der Tat, von außen sieht das wohl aus wie eine elitäre kleine Szene, und in gewisser Weise war es das früher auch mal, aber heute kann man das nicht mehr behaupten. Wir waren einfach nur eine Gruppe von Freunden, jeder machte etwas, und so entstand dieser Eindruck. Wenn du den Ausdruck ‚Scene‘ benutzt, dann weiß ich allerdings nicht, wovon du sprichst, und sollte so was existieren, bin ich kein Teil davon. Aber klar, vor 15 Jahren sah das anders, wobei ich aber damals viel zu sehr involviert war als dass ich hätte erkennen können, dass man das, was wir da machen, als ‚Szene‘ wahrnimmt. Rückblickend kann ich feststellen, dass wir alle sehr engagiert und begeistert waren, etwas eigenes geschaffen haben und sich manches davon bis heute bewahrt hat. Liam etwa war und ist besessen von der analogen Aufnahmetechnik, und so hat er sich über all die Jahre sein Studio mit all der alten Technik aufgebaut. Damals wiederum waren die einzigen Leute, die auf so altem Equipment aufnehmen wollten, waren Fans von Billy Childish. Und sowieso sind weder Billy, noch Liam, noch ich Leute, die die Öffentlichkeit suchen, also alles andere als ‚Scenesters‘.”

Also nicht die Art von Leuten, über die der NME gerne schreibt.

„Nein, die schreiben lieber über Leute, die halb so alt sind wie wir und auf der anderen Seite der Welt leben. Wir führen ein eher ruhiges Leben, und wenn ein anderer Eindruck entstanden ist, hat das auch was damit zu tun, dass wir eben schon so lange dabei sind und entsprechend viele Platten von uns erschienen sind.”

Stört es da nicht die heile Welt, wenn nach dem Wirbel um die WHITE STRIPES plötzlich viel mehr Leute etwas vom Toe Rag-Studio mitbekommen?

„Also auf jeden Fall hat es Liam und seinem Studio geholfen, wobei er schon sehr wählerisch ist, mit wem er arbeitet. Er hat eben sehr genaue Vorstellungen von seiner Arbeit. Und das meiste, was Billy und Liam in letzter Zeit an Presse bekommen haben, kam von Blättern, die keine Ahnung hatten, was die beiden eigentlich machen, und die sich eigentlich auch nicht dafür interessieren, sondern die nur den Eindruck erwecken wollten, sie hätten ein hippes Thema aufgegriffen. Vielleicht haben Billy und ich dadurch ein paar mehr Platten verkauft, aber so genau kann das keiner sagen. Geholfen hat es nur Toe Rag, das ist jetzt wirklich viel bekannter.”

Was macht den Reiz aus, dort aufzunehmen?

„Haha, es war ganz einfach die Tatsache, dass ich nichts dafür bezahlen musste. Ich habe sehr lange für Liam die Buchhaltung gemacht, bekam dafür kein Geld, sondern durfte bei ihm aufnehmen. Das ist auch schon alles. Liam und ich sind eben alte Freunde, und wenn ich bei ihm aufnehme, müssen wir nichts diskutieren, er weiß einfach, was ich will. Sein Arbeitsansatz hat sich im Laufe der Jahre natürlich verändert, und meiner auch. Heute weiß ich viel genauer, was ich will, und wenn ich ins Studio gehe, bin viel selbstsicherer, aber das ist es auch schon. Aber natürlich streiten wir uns auch mal, das gehört dazu. Und nach all den Jahren wüsste ich auch ehrlich gesagt nicht, wo ich sonst aufnehmen sollte – wieso auch?”

Das neue Album trägt den Titel „Slowly But Surely“, und einen besseren hättest du nicht finden können, denke ich.

„Danke! Es gab noch eine andere Idee, aber die habe ich vergessen. ‚Slowly but surely‘ ist auch der Titel eines Songs auf der Platte, und der ist nicht mal von mir. Und ja, ich denke auch, dass der Titel sehr gut passt, denn außer ‚In your head‘ gibt es keinen wirklichen ‚Rocker‘ auf dem Album. ‚Slowly but surely‘ ging mir seit einem Jahr im Kopf herum, ich wollte das unbedingt covern. Das ist eine alte Soul-Nummer, von einem Typen, der sonst eigentlich nichts gemacht hat, das Original kennt kaum jemand.”

Das Album ist viel ruhiger als die davor, verträumter.

„Das ist eher Zufall als Absicht, denn ich hätte lieber ein paar Songs mit der Platte davor getauscht. Ich habe diesmal mit Leuten aufgenommen, mit denen ich sonst nicht viel mache, und so haben wir ausnahmsweise vor den Aufnahmen recht viel geprobt, was vielleicht etwas damit zu tun hat, wie die Platte klingt. Live klingen die Lieder auf jeden Fall anders. Aber ich kümmere mich sowieso nicht darum, was andere denken, denn nach all den Jahren weiß ich einfach, was ich will, was ich kann. Und ich finde, den letzten drei, vier Platten hört man das auch an.”

Du bist ja wohl auch niemand, der sich monatelang im Studio herumtreibt.

„Nein, und das hat was mit Toe Rag zu tun: Es ist kein besonders bequemes Studio, da gehst du rein, arbeitest acht Stunden und dann gehst du wieder. Ich könnte mir auch vorstellen, einmal im Monat für zwei Tage aufzunehmen, und wenn man das ein Jahr lang macht, hat man auch ein Album fertig. Jeder Monat ein Song, das wäre schön. Aber leider geht das dann doch nicht, und so konzentriert sich alles auf einen kurzen Zeitraum.”

Du hast eben das Cover „Slowly but surely“ genannt – besitzt du denn eine große Plattensammlung?

„Haha, ich hatte mal eine, aber den einen Teil habe ich verkauft, und der Rest ist in Flammen aufgegangen. Verkauft habe ich die Platten, als ich früher mal auf einem Boot gewohnt habe. Das musste dann dringend repariert werden, ich hatte kein Geld, und um nicht zu sinken, musste ich Platten abgeben. Ich hatte viele Northern Soul-Singles, denn ich war 1982 wohl der einzige Punk, der sich solche Platten kaufte – und viele bekam ich auch umsonst, denn ich kannte viele Soul-DJs. Und ich hatte natürlich auch viele Kassetten. Als ich dann später aus San Francisco, wo ich eine Weile gewohnt hatte, nach England zurück ging, ließ ich die Platten zum späteren Versand zurück, doch bevor sie abgeholt werden konnten, brach ein Feuer aus und sie wurden alle vernichtet. Von daher habe ich nicht mehr viele, und ich habe auch nicht mehr diesen Sammlertrieb, dass ich unbedingt diese oder jene Platte haben muss. Heute gehe ich nicht mehr zielgerichtet in Plattenläden, und Platten sind mir nur noch aus emotionalen Gründen wichtig, nicht weil sie vielleicht etwas wert ist. Man verbindet doch mit vielen Platten eine bestimmte Zeit in seinem Leben. Und diese Erinnerung existiert eben auch ohne die Platte, sobald man einen Song hört, ist sie ja wieder da. Mein Herz hängt, was physische Dinge anbelangt, also nicht mehr an Platten.”

Sondern?

„An Schuhen, Kleidern, Mützen, Tieren. Aber versteh mich nicht falsch, ich bin sehr an neuer Musik interessiert, und freue mich immer, wenn mir jemand eine CD brennt. Aber ich habe eben keine Lust mehr auf die Mühe, die es braucht, gute Musik zu finden. Und wenn ich in einen Plattenladen gehe, dann kaufe ich Sachen, die ich bereits kenne. Da ich weder TV noch Radio konsumiere, bekomme ich sowieso sehr wenig von aktueller Musik mit. Und so kann ich auch sagen, dass ich musikalisch durch nichts beeinflusst wurde, was in den letzten 25 Jahren produziert wurde. Ich liebe Musik, aber ich muss eben nicht Unmengen von Platten um mich herum haben. Wobei ich schon sagen muss, dass mich das mit dem Feuer schon sehr getroffen hat, ich hätte die Scheiben viel lieber um mich.”

Was für Bands, was für Musiker, haben dich beeinflusst?

„Also auf jeden Fall Wreckless Eric. Und natürlich ältere Sachen, wie die KINKS, die SEEDS, die TROGGS, ganz offensichtliches eben. Ich tue mich da etwas schwer, denn so viel verschiedene Musik hat mich irgendwie inspiriert. Und viel weiße Musik ist da nicht dabei, stelle ich fest. Ein paar Punkbands sind dabei, etwa THE DAMNED, aber viel beschränkt sich auf ein Zeitfenster von fünf Jahren, danach passierte nichts interessantes mehr – in der weißen Musik. Ich mag auf jeden Fall die Idee, dass Musiker nicht wirklich von irgendwas und irgendwem beeinflusst sind, weißt du, so in der Art, dass die Leute auf der einen Seite des Berges nicht wissen, was die auf der anderen Seite machen. Ich höre deshalb viel Folk, speziell aus den USA und aus der Zeit, als das Radio boomte, vielen nur lokal bekannten Musikern Sendeplatz bot und sie live im Studio spielen ließ. Da waren dann oft Sachen darunter, die so anders waren, dass die kaum was mit dem zu tun hatten, was direkt danach kam. Leute, die nicht mal wussten, dass man auf einer Gitarre sechs Saiten braucht, die hatten nur eine. Was nun direkte Einflüsse anbelangt, so würde ich Mavis Staples von den STAPLES SINGERS nennen. Das kann ein Außenstehender kaum nachvollziehen, das hat was mit ihrer Art, die Wörter zu betonen, zu tun, und mit ihrer Körpersprache beim Singen. Eine sehr beeindruckende Frau. Ein weiterer wichtiger Einfluss ist das Tanzen, denn ich tanze selbst sehr gerne.”

Deshalb auch das Coverfoto des neuen Albums?

„In gewisser Weise ja. Es ist ein Foto von einem Tanz-Marathon, diese Idee gefiel mir. Ich mag Musik von richtigen Menschen, und gute Songs sind zeitlos, die sind immer relevant, die drehen sich um simple Dinge, die jeder kennt. Sängerinnen, auf die das zutrifft, sind Patsy Cline und Bonnie Raitt – bevor ihre Stimme so klang, als ob sie zu viel geraucht hat. Oft ist es aber auch nur ein Song, der mich irgendwie berührt und damit beeinflusst.”

Holly, du bist bzw. warst eine der wenigen Frauen in dieser Garage-Szene. Hat das irgendeine Rolle gespielt?

„Nie! Ich habe nie einen Gedanken daran verschwendet, ob ich mehr oder weniger kann als ein Mann. Sicher, ich habe immer schon Dinge getan, die sonst nur von Männern gemacht werden, aber mir kam nie der Gedanke, dass das mir als Frau nicht möglich sein könnte. Wobei ich schon nachvollziehen kann, warum Frauen da manchmal Probleme haben. Mädchen bekommen eben nicht das gleiche Spielzeug wie Jungs, damit hat das auf jeden Fall etwas zu tun. Und ich habe mir auch selbst das Gitarrespielen beigebracht. Aber noch mal: Musikmachen hat für mich noch nie etwas mit dem Geschlecht zu tun gehabt. Es gibt nichts Langweiligeres als eine schlechte Garage-Band, egal ob das jetzt Jungs oder Mädels sind. Dann den Gedanken zu haben, das könne man selbst ja wohl besser, hat nichts mit dem Geschlecht zu tun.”

Holly, ich danke dir für das Interview.

Joachim Hiller

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #57 (November 2004/Januar/Februar 2005)

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