Interviews & Artikel : SCRAPY :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

SCRAPY

Guten Freunden kackt man nicht ins Bad

Seit knapp sechs Jahren verfolge ich die bayerischen Street-Ska-Combo SCRAPY. Sei es die erste Single „Utterly Wiped Out“ oder ihr aktuelles Album „Unsteady Times“, die Band hat sich in vielfacher Weise entwickelt. Angefangen bei ihrer Musik, die Punk, Ska und Soul verbindet, bis hin zu einem mittlerweile weit über die Landesgrenzen reichenden, steigenden Bekanntheitsgrad. Kurz vor der anstehenden Tour verabredete ich mich mit Gitarrist und Songwriter Kaiser, um über Vergangenes und unmittelbar Bevorstehendes zu plauschen.

Schon mal daran gedacht, eure Songs an RANCID zu verkaufen?


„Ich weiß, auf was du anspielst. RANCID sind sehr von THE CLASH beeinflusst, und wir übernehmen zum Teil das Songwriting sowie den Spirit von THE CLASH, ohne zu klauen oder zu kopieren.“

Die Besetzung besteht doch aus dem klassischen Line-Up einer Rockband, ergänzt durch Bläsersatz plus Gastmusiker, oder nicht?

„Gut erkannt! Der Kern ist die ‚Rockband‘. Wir haben keinen festen Bläsersatz mehr. Heute arbeiten wir aus zeitlichen Gründen mit sieben Bläsern, wenngleich auf einem Konzert nur zwei auf der Bühne stehen. Wir sind keine Band, die aus 15 Leuten besteht. Es verhält sich mehr wie bei einer Fußballmannschaft mit Stamm- und Ersatzspielern.“

Wie kam es zur anstehenden Tour mit DEROZER und GRINDOLLS?

„Die Tour wurde komplett von Mike von Mad Butcher gebucht, da es sich vorwiegend um Bands seines Labels handelt. Die Punk‘n‘Roller GRINDOLLS waren uns bisher kein Begrif, DEROZER hingegen kennen wir schon einige Jahre. In Italien feiern die große Erfolge, angeblich sogar mit Chart-Platzierungen. Ein abwechslungsreiches Paket. Wir spielen sowieso lieber mit Punkbands. Ich werde irre, wenn ich an einem Abend drei Skabands höre, und ich glaube so manchem Zuhörer ergeht es ähnlich.“

Aber eigentlich bucht seit kurzem Moskito Promotion eure Shows, oder?

Wir wechselten zu Moskito Promotion, mit der Option, dass wir uns selbst um Gigs kümmern können. Bisher läuft das ganz gut. Wir hätten nichts dagegen, wenn daraus mehr werden würde.“

Ein kurzes Statement zu euren Auslandsaufenthalten?

„Club 007 in Prag in der Tschechischen Republik: Super enthusiastische Leute. Club Red Hole in Budapest, Ungarn: 400 Leute, die auf uns warteten und unsere Lieder mitsangen. Unglaublich! Das süchtigste Publikum in Sachen Ska gibt‘s in der Schweiz. Unabhängig von SCRAPY, wer Offbeat spielt, wird abgefeiert. Die Clubs arbeiten sehr professionell, fettes Catering und Publikumszahlen von 700-800 Leuten sind an der Tagesordnung. Während an einem Mittwochabend in Berlin 30 Leute eine Ska-Show besuchen, ist in der Schweiz der Club voll. Österreich war bisher auch ein gutes Pflaster für uns, und da wir an der Grenze wohnen, ist das sowieso nur ein Katzensprung. Ich bin gespannt auf die Wiener Arena. In Italien spielten wir in einem besetzten Haus in Turin, welches später von Nazis gestürmt wurde. Draußen war was im Gange und plötzlich waren die 200 Leute aus dem Club mit Baseballschlägern bepackt vorm Club und wir standen alleine auf der Bühne. Die Bullen kamen und verbarrikadierten den Laden. In Slowenien werden wir auf dieser Tour das erste Mal sein und im Dezember ist auch ein Besuch in Frankreich geplant!“

Und wie ist das mit der Differenzierung Preußen - Ostdeutschland?

„Haha! Preußen ist eigentlich mittlerweile unsere Heimat geworden, da wir dort mitunter am häufigsten unterwegs sind. Cool ist vor allem der Ruhrpott, Oberhausen, Druckluft und nicht zu vergessen Göttingen – Preußen ist gut! Und was Ostdeutschland betrifft, habe ich so meine Bedenken bezüglich der Beliebtheit von SCRAPY. Ich würde gerne mal wieder da spielen, aber insgesamt ist das alles doch mit gemischten Gefühlen verbunden. Wir sind nun mal keine Oi!-Band.“

Zurück zu eurer aktuellen Platte „Unsteady Times“. Mich interessiert die Zusammenarbeit mit Dr. Ring-Ding und sein Einfluss im Studio.

„Boscho, Woiff und ich sind von den verschiedensten Stilen beeinflusst, und so entstehen die unterschiedlichsten Songs, die wir dann gemeinsam arrangieren. Richie alias Dr. Ring-Ding sorgte für den Feinschliff der Produktion mit Hauptaugenmerk auf die Bläsersektion, und er ist Toms Vocal-Coach. Richie ist ein phantastischer Musiker, er weiß, was zu machen ist, damit es authentisch klingt, und zudem ist er ein netter Kerl. Die feinen Ideen und die Umsetzung dessen, wie wir Harp, Guiro, Klavier, Posaunensolo oder Chorus mit einbringen, daran war er maßgeblich mit beteiligt.“

Richie hat bereits beim Debüt „You Better Wake Up“ Hand angelegt. Das zweite Album „Saturday Night“ ist selbst produziert. War das eigene Resultat nicht zufrieden stellend?

„Nein, das ist nicht der Grund. Wir fanden es beim ersten Album super, dass uns Richie unterstützt hat. Wir waren damals einfach noch nicht so weit, um diverse Produktionsressourcen auszufüllen. Mit ‚Saturday Night‘ waren wir rundum sehr zufrieden, nur wollten wir mit unserem neuen Material noch einen Schritt weiter nach vorne gehen, und jetzt haben wir uns sicherer gefühlt, mit einem Produzenten wie Dr. Ring-Ding an der Seite zusammen zu arbeiten. Wir waren von unserem Songmaterial überzeugt und brauchten letztlich noch jemanden im Studio, der uns mit seinen Erfahrungen und seinem Know-how den übrigen Kick verschaffte.“

Wurde „Saturday Night“, wie mal geplant, in anderen Ländern veröffentlicht? Was ist aus den Tourplänen geworden?

„In Frankreich erschien die Platte auf Noco. Ska In The World Records in Japan haben jetzt sowohl ‚Saturday Night‘ als auch ‚Unsteady Times‘ veröffentlicht. Kanada war im Gespräch, aber es gab da persönliche Differenzen zwischen Mike und den verhandelnden Labels, so dass weder aus der Veröffentlichung noch aus der Tour was wurde.“

In wieweit kann euch Mad ‚Mike‘ Butcher noch fördern?

„Die Verkäufe des Albums sind gut, was das auch immer heißen mag, denn genaue Zahlen kennen wir nicht. Mike ist mit seinem Label ganz gut mit dabei, und insgesamt sind wir mit der Arbeit von Mad Butcher und Plastic Bomb zufrieden. Aber eines ist auch klar: Wir sind nicht miteinander verheiratet, sprich, wenn ein interessantes Angebot kommen würde, wäre das zu prüfen. Und selbst wenn, wohin sollten wir uns orientieren?“

Textlich nehmt ihr auf jeder eurer Platten Stellung zu diversen politischen Entwicklungen.

„Diverse Szenemusik soll nicht mehr politisch sein, was ich für bedenklich halte, da ich mich doch in einer Subkultur bewege, weil ich nicht Mainstream sein will! Erinnern wir uns an Bands wie SLIME, wo der Text im Vordergrund stand und die Musik umrahmte. Stichwort Covergestaltung: Etiketten wie Cable Street Beat besitzen eine klare Aussage. Ich bemerke auch Tendenzen, dass Vergleiche wie Stalin und Hitler gleichzustellen, salonfähig werden. Sie hatten nichts miteinander zu tun. Das Fahnenwehen in Deutschland nach einem Fußballspiel schlägt einfach zu schnell wieder in diesen sich steigernden Chauvinismus um. Die Welt ist nun mal nicht schwarz-weiß. Beim Nahost-Konflikt kann man sich weder auf die Seite der Palästinenser noch der Israelis schlagen, und der Vergleich, die Juden würden jetzt so handeln wie wir Deutschen im Dritten Reich, ist totaler Schwachsinn. Deshalb auch der Song ‚Shot Down‘. Warum bin ich Punk, mache ich Punkrock, wenn ich unpolitisch sein will?“

Ein passendes Schlusswort. Danke für das Interview.

Simon Brunner

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #57 (November 2004/Januar/Februar 2005)

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