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Interviews & Artikel

BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE

Ein etwas anderer Theaterbesuch

Immer wieder stolperte ich über diesen Namen: BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE. Richtig gewillt, mich mit der Band zu beschäftigen, war ich jedoch nie, da deren Musikrichtung je nach Magazin mal als Psychobilly, mal als Horrorpunk, mal als Punkabilly, mal als Rock’n’Roll, mal als Gothabilly bezeichnet wurde. Doch wie so oft, bin ich im Nachhinein froh, per Zufall doch mit der Truppe konfrontiert worden zu sein. Speziell ihr neues Werk „A Night At Grand Guignol“ ist ein herausragendes Album, welches zwar mit den oben genannten Stilmitteln spielt, aber daraus eine völlig eigenständige Mixtur kreiert. Wir schnappten uns also Sänger und Stand-up Drummer Dead Gein zum Horror-Talk …

Ihr seid schon nach kürzester Zeit wieder da und habt noch dazu 19 Songs auf CD gepresst. Seid ihr Workaholics?
Na ja, Workaholics würde ich nicht unbedingt sagen ... Einige der Songs sind schon kurz nach der Veröffentlichung unserer ersten Scheibe als Ideen in unseren Köpfen herumgespukt. Als es dann ums Songschreiben für ein neues Album ging, sprudelten die Riffs nur so, und beinahe auf jeder Probe kam einer von uns mit neuen Ideen an. Wir haben diesmal auch im Vorfeld schon aussortieren können und weniger gute Songs wieder fallen gelassen, bevor wir ins Studio gingen.

Inwiefern sind die BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE oder eure Auftritte denn mit dem legendären „Grand-Guignol“-Horrortheater in Paris vergleichbar?
Eher weniger, ich habe mich zwar längere Zeit mit den alten Screenplays des Theaters befasst, aber nichts wirklich Inspirierendes gefunden. Der Ruf und die Auswirkungen des Pariser Theaters auf die Filmwelt z. B. Hershell G. Lewis waren der faszinierendere Aspekt dabei.

Erstmals habt ihr ein paar Songs thematisch verknüpft und die Geschichte eines Serienmörders kreiert ... Wer ist Billy The Butcher denn überhaupt?
Billy ist unsere Eigenkreation. Ein bisschen Haarmann, ein wenig Ed Gein und Jack The Ripper, in einer Figur zusammengepackt sozusagen. Die Geschichte von „Sweeny Todd - The Demon Barber Of Fleet Street“ war auch nicht ganz unschuldig an der Idee zu Billy The Butcher.

Was ist denn so faszinierend an Serienmördern?
Das kann ich dir leider auch nicht genau beantworten. Ich finde, dass die bösen aber immer faszinierender sind als die guten Charaktere. Die „True Crime“- und Serienmörder-Thematik ist für mich halt erschreckend und faszinierend zugleich, da plötzlich der Horror in die reale Welt einbricht; dass es Menschen gibt, die solch unvorstellbare Verbrechen verüben, ohne uns wirklich einen Beweggrund dafür zu liefern. Gerade Psychopathen wie Charles Manson, Ed Gein oder Henry Lee Lukas haben eine nachhaltige Wirkung auch auf die Popkultur, wie ich finde. Was aber nicht bedeuten soll, dass man ihre Taten gutheißen darf!

Musikalisch erkennt man euren Stil sofort wieder, auch wenn ich der Meinung bin, dass ihr im Gegensatz zum Debüt eine homogenere Mischung kreiert habt. Die Stücke passen besser zusammen, es fehlen Komplettausbrüche wie der Gothic-Song beim letzten Album ...
Ich glaube, wir sind als Band einfach noch mehr zusammengewachsen, auch was das Songwriting anbelangt. Alle Stücke wurden wirklich gemeinsam arrangiert und jeder konnte sich einbringen. Wir haben aber tatsächlich wieder einen Gothic-lastigen Song geschrieben, der aber bei der Vorauslese durchgefallen ist. Ich glaube, unterbewusst haben wir wirklich darauf geachtet, dass es homogener wird als unser Debüt.

Wo seht ihr eure Position in der Horrorpunk-Szene einerseits und in der Psychobilly-Szene anderseits? Richtig hineinpassen, tut ihr in keine der beiden ...
Es stimmt schon, so wirklich gehören wir in keine Szene, aber unsere oberste Prämisse ist und bleibt: Wir machen das, was uns Spaß macht. Basta. Wir hüten uns auch davor, unsere Musik als irgendeine bestimmte „Szenemusikrichtung“ zu titulieren.

Fühlst du dich eigentlich manchmal limitiert bei dem Zwang, immer über Horrorthemen zu singen?
Nein, eigentlich nicht. Das Horrorgenre bietet so viele interessante Facetten, dass es eigentlich immer genug Stoff für Songs liefert. Ich finde, dass sich zum Beispiel auch persönliche Themen prima in Horror-Lyrics verflechten lassen.

Man hat den Eindruck, dass du ein wandelndes Horrorlexikon bist und jeden Film besitzt. Was sind die Schätze deiner Sammlung, was fehlt dir, und wen würdest du aus dem Genre gerne kennen lernen?
Danke für die Blumen. Na ja, jeden Film besitze ich natürlich leider nicht, aber meine Sammlung wächst und wächst. Schätze sind sie irgendwie alle. Aber die eine oder andere Rarität, zum Beispiel die Titel der Beschlagnahmungsliste §182 oder von Regisseuren handsignierte Tapes, die ich mittlerweile mein Eigen nennen darf, sind halt besondere Lieblinge von mir. Der Sammlerwert eines Films bezieht sich ja oft nicht unbedingt auf die Qualität des Streifens, sondern eher darauf, wie selten das Tape oder die DVD ist. Es gibt da schon so einige Schmankerl, hinter denen ich herjage, aber durch DVDs und Onlineshops ist es ja um einiges leichter geworden. Im Moment suche ich gerade die „Coffin Joe“-Filme. Kennen lernen würde ich gerne Dario Argento oder Clive Barker.

Joachim Brysch

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #63 (Dezember 2005/Januar 2006)

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