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Interviews & Artikel

MANGES

Italiener! Aaaah, Sonne im Herzen, Glut im Blut und Dolce Vita! - Italienische Ramones-Fans! Das garantiert leidenschaftliche Vergötterei und bedinglose, unreflektierte Nachmacherei. Und was kommt dabei heraus? Langweilige Ramones-Kopisten etwa?

Keineswegs, nichts anderes als durch und durch italienischer Pop-Punk vielmehr, den ich hiermit offiziell als eigenes Genre ausrufen will. Also, Sammler auf den Plan, denn davon gibt´s weiß Gott nicht wenig im Moment, die QUEERS/ SCREECHING WEASEL-Bombe scheint ja in den letzten Jahren voll in den Stiefel eingeschlagen zu sein. Man konnte sich ja kaum noch retten vor Italo-Ramonesern, die sich mit Eifer am Kopieren ihrer amerikanischen Vorbilder versuchen - mit allen Konsequenzen, die das auf das Resultat hat. Das sind vor allem ein geharnischter Akzent im Gesang, dass sich die Balken nur so biegen, und zum anderen eine ausgesprochen freundliche Attitude, die sich durch die gesamte Szene zu ziehen scheint. So erschien schon vor einigen Jahren mal ein Sampler mit etlichen Vertretern der italienischen Pop-Punk-Zunft, der den flauschigen Titel "Flower-Punk" trug und als Stil-Bezeichnung einführen wollte. Auch schon dabei waren damals die MANGES, die all die von mir aufgeführten Qualitäten in vorzüglicher Form besitzen, was ja nicht selbstverständlich ist. Denn wenn die MANGES auch ein leuchtendes Beispiel sind, so gibt es hinter den Alpen doch auch düstere Funzeln zur genüge, die in ihrem hilflosen Enthusiasmus zwar anfangs für einen Schmunzler gut sein mögen, auf Dauer aber doch nur für Verdruss sorgen.

Aufmerksam wurde ich auf die MANGES durch ihre 7" "Clean Cut Kids", die ich im Rahmen meiner zu-besprechende-Tonträger Zuteilung von Junker Joachim erhielt. Unter uns, das ist nicht gerade immer das Gelbe vom Ei, was da ab und zu so als Almosen für mich herausspringt. Diesmal lachte euren Freund aber doch einmal seltenes Glück an, und die MANGES-Single erfreute ihn sehr. Vor allem der Song "Dunkin´ Donna" entpuppte sich als Reißer mit allen erwähnten Qualitäten italienischen Bubblegum-Punks.

Über eine solche Blüte im europäischen Pop-Punk-Unkraut wollte, ja mußte ich einfach mehr erfahren, schließlich liegt Italien direkt hinter den Alpen, und die sind doch gar nicht so weit weg. Da könnten die ja auch eigentlich mal vorbeikommen und was von ihrer Freundlichkeit hierlassen. Dass die MANGES das bis jetzt noch nicht getan haben, verwundert um so mehr, wenn man weiß, dass sie Anfang diesen Jahres bereits zum zweiten Mal auf der britischen Insel unterwegs waren. Und nicht nur das, im August soll es sogar bis nach Amerika gehen!

Dies alles erfuhr ich von Andrea (so heißen in Italien auch Jungs), Sänger und Gitarrist der MANGES, dem ich ob meiner Neugier einfach einen Brief geschrieben habe. Freundlich, wie er ist, hat er ihn mir auch prompt beantwortet und beredt zu meinen mannigfaltigen Fragen Stellung genommen (vielleicht hat ihn aber auch die Aussicht auf die gigantische Publicity durch einen Bericht im gröööößten deutschen Fanzine - wie ich ihm das Ox in knalligsten Farben beschrieben habe - gelockt! haha).

Gefragt habe ich beispielsweise, "Wie alt seid ihr und wieso macht ihr Punkrock?", eine intelligente und subtile Frage, wie ich finde. 23-25 seien sie, schrieb darauf Andrea, bis auf einen, der sei schon älter nämlich 30. Ich meine, das muß man ja schließlich auch erst mal wissen, sowas ist ja auch wichtig! Die hätten ja jetzt auch superjung (10-13) oder meinetwegen auch steinalt (60-70) sein können - unwahrscheinlich zwar, aber immerhin theoretisch möglich. Dann hätten natürlich gleich wieder alle aufgemerkt und mir auf die Schultern geklopft, "Mensch wie haste das denn ´rausgekriegt, Alter! Einfach gefragt?! Echt ?!! Cool!! Du verstehst wirklich was von Journalismus!". So interessiert das natürlich jetzt keinen, weil das halt ein ziemlich unspektakuläres Alter ist. Aber ich finde, Fragen muß man erstmal!

Auch nicht besonders spektakulär ist erwartungsgemäß die Beantwortung des zweiten Teils meiner Frage. Da läuft natürlich alles auf die Geschichte von ein paar Jugendlichen in Italien hinaus, die alle - ÜBERASCHUNG! - RAMONES-Fans waren und dann halt irgendwann mal eine Band gegründet haben. Wirklich interessant, um nicht zu sagen kurios, werden dann aber die Antworten, als ich beim RAMONES-Thema mal etwas weiter nachfühle. Nicht so sehr die Tatsache überrascht mich hier, dass man Dee Dee als Lieblingsramone angibt - an dem haben ja ein Haufen Leute einen Narren gefressen - aber - alle Mann festhalten! - "Pleasant Dreams"(!) als Lieblingsalbum anzugeben, ist doch wohl wirklich vollkommen verrückt. Naja, es sind eben Italiener, und vielleicht kann unsereiner die nun mal nicht immer verstehen. So ging es mir auch mit einem Titel von einer anderen ihrer Singles, "Ruin Myself With Road To Ruin". HÄH? Ich meine, was soll das denn bedeuten?! Ich hätte deswegen nun wirklich keinen weiteren Gedanken verschwendet, schließlich sind Punkrock-Lyrics oft besser je weniger Sinn sie machen, aber als Andrea sich in seinem Schreiben an mich dann mit einem aufmunternden "Ruin yourself with Road To Ruin!" verabschiedet, habe ich mich doch gefragt, was der Unsinn nun eigentlich bedeuten soll und ihn darauf noch mal per e-mail angesprochen.

Er antwortete: "´Ruin myself with Road to Ruin´ ist eine Art Witz bezüglich des RAMONES-Albums. Es ist nur eine lustige Art zu beschreiben, wie Musik dein Leben verändern kann und dich Dinge anders wahrnehmen läßt. Wir ziehen auch den schwarzen Humor in den Texten der RAMONES den reinen "Fun, Fun"-Texten vor. Du weißt schon, Dee Dee´s 80er Jahre-Sachen. Das ist die Art, wie eine Platte dich ruinieren kann."

Habe ich, ehrlich gesagt, immer noch nicht ganz geschnallt, was der damit meint, aber ich verkneife mir trotzdem jetzt mal jeden blöden Kommentar dazu. Auf alle Fälle merkt man aber, dass die MANGES Leute sind, die sich Gedanken machen und ihre Sache ernst nehmen. Das zeigt sich auch, als ich nach dem normalen Ablauf ihrer Konzerte frage. Andrea: "Ach, wir gehen einfach auf die Bühne, spielen unsere Songs und versuchen so wenig Pausen wie möglich zwischen den Stücken zu machen. Wir versuchen schon lustig zu sein, aber auf eine ernsthafte Art. Ich meine, ich hasse Bands, die sich wie Komiker auf der Bühne aufführen, wir sind ja schließlich keine verdammten Clowns!! Manchmal sind wir auch betrunken, aber das ist eigentlich nicht unsere Attitüde. Deshalb wirst du auch nie sehen, dass wir uns auf der Bühne wie betrunkene Teenager benehmen, das sieht einfach zu dämlich aus!"

Eine gesunde Einstellung, mit der sich die MANGES auch ein beachtliches Publikum erspielt haben, berichtet mir Andrea doch weiter, dass sich bei ihren Auftritten regelmäßig 200-500 (!) Leute einfinden. Whopee! Da meint der, sie wären nicht berühmt! Und das auch noch, obwohl sie bis jetzt zwar schon einige Singles aber noch kein komplettes Album veröffentlicht haben. Bis jetzt! (bzw. vor kurzem) Mittlerweile gibt´s nämlich eine CD mit just den erwähnten Singles darauf kompiliert (darunter auch das grandiose "Dunkin´ Donna"), die den MANGES nun noch mehr Ruhm und Bekanntheit verschaffen soll. Bekanntheit, die der Band dann auch hierzulande die Clubs füllen soll, wenn sie im Herbst dann endlich auch mal in Deutschland auftreten werden. Daran wird noch gebastelt, und (nicht nur) für interessierte Konzertveranstalter schreib ich mal die Adressen unter diesen Artikel. Dett fänd´ ick nämlich echt knorke, wenn sich da wat erjeben würde!

Stefan Moutty

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #39 (Juni/Juli/August 2000)

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SKASSAPUNKA aus Mailand spielen 1a-Ska-(Street)Punk, mit politischen Texten gegen Faschismus, Staat und Kapital, in der Tradition von TALCO, LOS FASTIDIOS, NH3 und RED SKA. SKASSAPUNKA brauchen sich nicht hinter den genannten Bands verstecken. Ihre ... mehr