Swiss Punk - Punk in Paradise

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Swiss Punk & Wave 1976-1980

Bob Fischer, Herausgeber des ersten Fanzines auf dem europäischen Festland, Minimal Rock, das Artikel auf Deutsch, Französisch und Englisch beinhaltete:

"Die fünf Jahre Buß- und Reuezeit endeten für mich im Spätherbst 1975 in einem kleinen Plattenladen an der Bleecker Street in New York, wo ich für eine Zwischenlandung drei Tage hatte warten müssen und ich mich vergebens nach kulturellem Kompost umgesehen und ?den Underground' höchstens in ein paar Buchhandlungen und Film-Coops gefunden hatte. Ich fragte den freundlichen Plattenhändler etwas verlegen, ob er nicht ?etwas Spezielles aus New York' habe, richtigen Rock'n'Roll, ?you know, something like THE VELVET UNDERGROUND ...' Ich hatte zu dieser Zeit bereits von Patti Smith und ihren Dichterlesungen gehört und eine French Connection hatte mir ein Bändlein mit ihrer Aufnahme von ?Piss factory' vorgespielt. Ja, das war es - trotz des komischen Pianos -, das ich haben wollte. Die Single (es gibt, glaube ich, nur 500 Stück von der Originalpressung auf Lenny Kays MER-Label) hatte er nicht mehr und die LP ?Horses' sollte erst in ein paar Wochen erscheinen, aber vielleicht interessierte mich da diese Single von einer jungen Gruppe, die ihm der Labelchef Terry Ork am gleichen Morgen gebracht hatte ... ?The name of the band is TELEVISION', und das könnte etwas für mich sein!"

Martin Byland, Gründer des Plattenlabels Off Course:

"1975 war ich fertig mit der Lehre. Da begann es mir zu stinken. Es bewegte sich einfach nichts vom Fleck. In dieser Zeit begann ich, andere Musik zu hören, Bowie war ein wichtiger Katalysator. Dieter Leuenberger, der Bruder des heutigen Bundesratsmitglieds der Sozis, Moritz Leuenberger, spielte mir zum ersten Mal die STOOGES vor. Live-Aufnahmen aus Boston, das ging aber ab wie die Sau, das war für mich wie die Neuerfindung des Rock'n'Roll. Leuenberger lebte in einer WG mit Maloo, der ?singenden Nase', der diese Band namens TROPPO hatte. Die waren vorher, before Punk. Very elegant. Mir gefiel auch die Ästhetik, der Look in der Schwulenszene: Leder, Lack und all die Accessoires. Auch ich begann, mich äußerlich zu verändern. Ich trug eine nach hinten geschmierte Nazifrisur und dazu eine Lederjacke oder einen grünen Gummimantel. Alle meinten, ich sei ein Nazi, dabei war ich ursprünglich durch die politische Schule der Trotzkisten gegangen und hatte mich dialektisch bilden lassen. Ich war ultralinks, very very, sah aber aus wie ultrarechts. Ich las Sartres ?Ekel' und begann, mich mit feministischen Themen auseinanderzusetzen. Dieses Doppelspiel fand ich fantastisch."

Sandro Sursock, Sänger der 1976 in Genf gegründeten Punkband THE SLAM, die sich kurz darauf THE BASTARDS nannten:

"Aus mir war ein Junkie geworden. Ich beschloss, in Bangkok bei meiner thailändischen Ehefrau Charuvan eine Entziehungskur anzufangen. Irgendetwas muss ich falsch gemacht haben, denn ich landete, mit Unmengen Schlafmitteln intus, im Krankenhaus. Drei Tage später brachte mir meine Frau Lesestoff mit, das Creem Magazine und Rock Scene. Ich verschlang Lester Bangs bitterbösen Kommentare. Fasziniert las ich von einer neu entstandenen Szene in New York, erfuhr von Richard Hell, THE RAMONES, Patti Smith, Wayne County und von den BACK STREET BOYS. Augenblicklich war ich wieder auf den Beinen. Ich wollte auf keinen Fall den Zug verpassen und verließ das Krankenhaus in Richtung Vancouver, wo Charuvan mir meine langen Haare abschnitt, nachdem sie den Film ?The Man Who Fell To Earth' mit David Bowie in der Hauptrolle gesehen hatte. In New York angekommen, ging sich sofort in Max's Kansas City, wo damals SUICIDE wüteten. Es war an der Grenze zum Unerträglichen, wie sie wie Zombies vor einem Publikum herumhampelten, das von Koks und von Smack wie gelähmt war."

Rudolph Dietrich, Gitarrist der Zürcher NASAL BOYS und Initiator des Clubs Hey:

"Mitte der 70er Jahre existierten in Zürich bereits erste Oasen, Biotope, in denen die Wüste jenseits der Standards zu leben begann. Das waren die Partys der durstigen Seelen in privaten oder halbprivaten Lokalitäten. Es trafen sich Nutten, Stricher, Musiker, Karriereunwillige, Sado/Masos, Schwuchteln, Künstler, Modemacher, Fotografen, Filmer, Pornoproduzenten, Models - das ganze Pack halt. Dass man sich auf einer ?road to nowhere' bewegte, störte nicht nur niemanden, sondern wurde als angenehmer und erfrischender Kontrapunkt zu den Überhöhungen der vorangegangenen Dekade empfunden. Eher als Einzelkämpfer agierend, hatte ich auch noch nicht wirklich realisiert, wie viele Gleichgesinnte es schon gab, obwohl bereits eine vernetzte, internationale Insider-Subkultur Platten, Filme und Kunst produzierte und sich austauschte. Irgendwann habe ich mir die Haare geschnitten, Hemd und Krawatte angezogen: Dieses zur Schau getragene neue Selbstbewusstsein einer Jugend jenseits der normierten 68er und Althippie-Generation reichte in den frühen Siebzigern schon aus, um bei den so Zurückgewiesenen Konsternierung und völlige Ratlosigkeit auszulösen. Handkehrum enervierte sich das gutbürgerliche Milieu am assoziierten schlechten Benimm und der öffentlich präsentierten Affinität für sexuelle Spielarten und anderen Respektlosigkeiten. Dieser dualen Ablehnung waren wir uns bewusst, und wir haben sie genossen!"

Iggie Le Combat, Herausgeberin des Zürcher Fanzines No Fun und Schlagzeugerin bei der gleichnamigen Band, die sich später in SOZZ umbenannten:

"Ende 1976 fuhr ich mit einer Freundin zum ersten Mal ohne Eltern in die Ferien, nach London. Wir gingen zufälligerweise ins Ship an der Wardour Street, und da gab es Leute mit Sicherheitsnadeln im Gesicht und grünen Haaren. Wir haben die gefragt, was das denn soll, und die sagten, sie würden in einer Band spielen und abends auftreten. Da sind wir dann hingegangen, ins legendäre Roxy und um uns war's geschehen. Nach zwei Wochen sahen wir auch so aus wie die. Zurück in Zürich trafen wir Steiger, Preissle und Terry. Die haben uns angeglotzt, als ob wir von einem anderen Planeten gekommen wären und gefragt: ?Was soll denn das?'. Ich sagte: ?Punk', und allen war sofort klar: Das machen wir jetzt!"


Dass gerade der Rocksong als Mittel zur Verbreitung dieses existenziellen Unwohlbefindens herhalten musste, ergibt sich aus der immensen Bedeutung, die der Popmusik als Freizeit- und Kommunikationsfaktor unter Jugendlichen zukommt, was in der Schweiz zu dieser Zeit überhaupt nicht verstanden wurde.


Lori Hersberger, Herausgeber des Basler Fanzines Fuck:


"Die erste Berührung kam über die Bilder, weil man mal etwas sah, mal etwas hörte, aber sehr wenig über die Medien rüberkam. Im Fernsehen jedoch lief damals eine deutsche Dokumentation, ?Punk in London'; ich habe sie mir nach vielen Jahren nochmals angeschaut und realisiert, wie sehr mich diese Sendung beeinflusst hat. Für mich kam Punk wie ein erster Frühling. Ich war ziemlich jung, im Teenageralter. Alles um mich herum hat mich ziemlich gelangweilt. Mein Umfeld nahm ich nicht als vital wahr, und dort dazuzugehören, schien mir nicht erstrebenswert - also ganz klassisch."

Lurker, Sänger von NITRO und Herausgeber des St. Galler Fanzines Rofä:

"Ich wuchs in der Gegend von St. Gallen zwischen Kuhfladen und Apfelbäumen auf. Als Fünfzehnjähriger besuchte ich ein katholisches Gymnasium in der Region und war dort auch untergebracht. Das Verhältnis zu meinen Eltern und Geschwistern war zu dieser Zeit schon länger sehr schwierig und ich legte mich ebenso konsequent mit den Lehrern wie mit den älteren Mitschülern an. Ich konnte mich irgendwie für nichts begeistern. Die Enge und all das Traditionelle, die schweizerischen Bräuche und Gepflogenheiten taten noch das Ihrige dazu. Zu dieser Zeit las ich in der deutschen Jugendzeitung Bravo einen mehrseitigen Artikel über Punkrock und die SEX PISTOLS. Als ich kurz darauf die Musik zum ersten Mal hörte, war dies für mich das Transportmittel für eine Botschaft, die dich wie ein Faustschlag direkt ins Gesicht treffen sollte. Es wurde ein schleichendes Unbehagen artikuliert: nicht so sehr durch klare Überlegungen, vielmehr durch gebrochene Gefühle. Diese Protestsongs waren laut, energiegeladen, originell, direkt und aggressiv. Dies lies mich nicht mehr in Ruhe, und im Sommer des drauffolgenden Jahres verließ ich das Gymnasium für immer."

Alain Poubelle, Sänger der Genfer Band YODLER KILLER und Herausgeber verschiedenster Fanzines:

"Im Sommer 1977 war ich 15 Jahre alt und fuhr mit meiner Mutter nach Mont-de-Marson in den Südwesten Frankreichs. Allerdings war ich weder an Lavendel- noch Pinienduft interessiert, sondern am dortigen Punkfestival, auf dessen Speisekarte Delikatessen wie THE CLASH, THE DAMNED, EDDIE AND THE HOT RODS, LITTLE BOB STORY, TYLA GANG, THE LOU'S, GENERATION X und Henri Flesh standen. Kurz: alles, was in der damaligen Szene Rang und Namen hatte. Ich drang bis hinter die Kulissen vor und traf Dave Vanian von THE DAMNED, Joe Strummer von THE CLASH und viele andere, mit denen ich meine buchstäbliche Leidenschaft in gebrochenem Englisch teilte."

Paul Ott, Herausgeber des Berner Fanzines Punk rules und fünfter Mann von den GLUEAMS:

"Es war für mich ein lauter Befreiungsschlag gegen alles, was vorher als Musikpresse galt. In den wenigen vorhandenen Zeitschriften dachte man für uns. Wir aber wollten selber denken. Man stellte die Hitparadenstars vor. Wir aber wollten die Kids aus unserem Viertel. Man feierte die symphonischen Stars und die virtuellen Instrumentalisten. Wir aber wollten schnell gespielte, geniale Songs. Die Musikindustrie verkaufte uns Schallplatten. Wir unterstützten unsere Bands. Die Stars füllten Fußballstadien. Wir übten in feuchten Kellerlöchern. Musik war eine Industrie. Wir waren die Welt von unten. Der Staat machte Ernst. Wir wollten Spaß."

Alec von Tavel, Bassist der Zürcher DOGBODYS, DJ und Initiator des Klubs Entertainer:

"Rückblickend sind für mein späteres ?Punkwerden' drei Bands und deren LPs besonders prägend: THE STOOGES, die NEW YORK DOLLS und die weitgehend unbekannten SILVERHEAD mit Nigel Harrison am Bass, der erst einige Jahre später als Bassist von BLONDIE zu Ruhm gelangte. Mein Geschmack in Sachen Musik war ab Mitte der 70er Jahre zunehmend auf die harte Schiene fokussiert: KISS, AC/DC und ähnliche Bands waren meine Götter. Gleichzeitig entdeckte ich aber auch die englischen Pubrocker, deren Scheiben sich regelmäßig auf meinem Plattenteller drehten. Von da war es dann nur noch ein kleiner Schritt zum Punkrock, der irgendwie eine Multiplikation von Pubrock und hartem US-Underground war, zumindest musikalisch."


Jetzt war es nur noch eine Frage der Zeit bis sich auch in den beiden urbanen Zentren der Schweiz, Zürich und Genf was bewegen sollte. Und Zeit brauchten wir ja wirklich nicht, die Mehrzahl war schon über zwanzig Jahre alt, viele hatten schon davor Erfahrung in irgendwelchen Rock'n'Roll- oder Bluesrock-Bandgeschichten. Gut ausgebildet, selbstbewusst und mehrsprachig aufgewachsen, da und dort auch noch eine locker fließende Geldquelle, vorhandene Beziehungen zur Musik- und Klubszene, Galerien, Produzenten und so weiter halfen dabei, rasch eine eigenständige und kreative Szene zu bilden.


Peter Fischli, war für die Ästhetik der beiden Zürcher Gruppen KLEENEX und HERTZ zuständig:


"Eben fertig mit der Kunstschule in Bologna kam ich zurück nach Zürich in eine persönliche Zwischenphase - und in die frühe Punkszene um den Club Hey in Zürich. Du denkst ja immer, nach Abschluss der Schule bist du dann Künstler, und das müsstest du dann einlösen. Aber die Kunstwelt in den 70er Jahren war wahnsinnig unattraktiv und verschlossen. Mich interessierte das Umfeld der Künstler mit wenigen Ausnahmen überhaupt nicht, das war total unsexy, ganz im Gegensatz zur Punkszene. Sogar die Normalos trugen lange Haare. Man wehrte sich ja nicht bloß gegen die alt gewordenen 68er. Ihre Weltbilder waren erstarrt und der Mainstream der Musik war Schlaffrock. Auch gegen diese Generation wollte man sich abgrenzen."

Peter Wittwer, zweites Gründungmitglied des Plattenlabels Off Course:

"Alles hatte sich bis zum Gehtnichtmehr wiederholt, und dann dies: Endlich passierte mal etwas anderes, etwas, das nicht langweilig war. Nach der 20. PINK FLOYD und der 25. SANTANA schlief man fast ein. Eine Variante wäre gewesen, sich vollzukiffen und sich von einem Gitarrensolo in den Schlaf wiegen zu lassen. Doch das war nicht das, was wir suchten: Wir wollten, dass endlich einmal etwas passiert. Langsam war fertig lustig, langsam galt: Leckt mich am Arsch! Es ist einfach passiert. Und wir waren giggerig. Wir wussten noch gar nicht, was Punk war. Wir wollten einfach etwas Rohes."

Marlene Marder, Gitarristin der Zürcher Band KLEENEX:

"Ich war ja bereits ein wenig älter als die meisten, als es losging. Ich hatte mich schon in der Schule als Außenseiterin gefühlt. Diese Mädchen mit ihren BAY CITY ROLLERS und den Faltenröcken! Später nervten mich vor allem die Typen. Also schloss ich mich Anfang der 70er Jahre der FBB, der Frauenbefreiungsbewegung, an, es gab damals in der Enge ein Frauenzentrum. Aber bald fühlte ich mich da auch nicht mehr wohl. Es gab diesen Druck, wie man als Frau zu sein hatte. Also habe ich eine Lesbengruppe mitgegründet, da ging dann schon die Diskussion los, ob es gut sei, wenn Lesben im Frauenzentrum sind. Wir haben dann durchgesetzt, dass wir einen eigenen Raum bekommen. Es gab oft Disco. Aretha Franklin und Janis Joplin waren der Hit, aber ich legte lieber Patti Smith auf. Das war für viele ein Schocker. Es gab im FBB-Umfeld auch Bands, und ich hab da auch mal mitgespielt, aber das ging so im Stil ?Wir sind Frauen, gemeinsam sind wir stark' - hat aber gar nicht danach geklungen. Als dann auch noch dieser Latzhosenzwang kam, dachte ich: Hey, vergiss es! Ich will, wie ich will. Ich bin eine Frau, ja. Aber ich muss mir von niemandem sagen lassen, wie ich aussehe, mit wem ich ins Bett gehe und ob ich Schlagzeug spiele oder was auch immer. Ich lernte dann Klaudia Schiff und Lislot Ha kennen, die mich fragten, ob ich bei KLEENEX mitspielen möchte. Gleichzeitig hatte ich ein Angebot von einer Frauenband, die sich FRAUENNERV nannte. Ratet, wo ich eingestiegen bin."

Sylvia Muetter, Sängerin bei den Lachener (SZ) MOTHER'S RUIN:

"Ich wollte immer schon Musik machen. Mäge und Reto, die eben MOTHER'S RUIN gegründet hatten, sprachen mich an. Sie suchten eine Sängerin, wahrscheinlich weil sie dachten, sie hätten dann mehr Erfolg. Ich fragte: ?Was spielt ihr so?' Sie sagten: ?Punk.' Ich meinte: ?Okay, dann machen wir Punk.' Ich wusste gar nicht, was das ist. Die ersten Punks, die ich gesehen habe, waren die an unserem Debütkonzert. Sie lachten dauernd und ich wusste nicht, ob die uns jetzt gut finden oder ob die uns auslachen. Wir waren die Vorband von KLEENEX. Die sagten: ?Geil. Kommt nach Zürich.' Und da ging ich dann zum ersten Mal ins Hey.

Sara Schär, Gitarristin von ZÜRI ESES und danach Sängerin von TNT:

"Ich war am Knabenschießen auf dem Rummel, da quatschte mich einer an: ?Willst du singen?' Ich: ?Klar!' Er: ?Dann komm, wir üben.' Der rechnete gar nicht damit, dass ich mitgehe, der wollte mich bloß anmachen, weil ich ihm gefiel. Ich war sehr hübsch. Er fragte weiter: ?Wie alt bist du?' Ich: ?Dreizehn.' Er dachte wohl: ?Finger weg', aber ich ging in diesen Übungsraum und brüllte mir die Seele aus dem Leib. Das fanden die total cool. Der Rest ist Geschichte. Das war so geil, einfach loslegen."

Zum Buch "Hot Love - Swiss Punk & Wave 1976-1980":

Die eigentliche Motivation für dieses Buch war die faszinierende Geschichte der ersten fünf Pionierjahre des Schweizer Punks anhand der tatsächlichen Gegebenheiten aufzuzeigen. Denn die intensivste aller Swisspunk-Perioden verfolgte damals eine noch völlig lokale und eigenständige Entwicklung, obschon diese zeitlich parallel zur Entwicklung von Punk in den USA und UK ablief. Das Buchkonzept selbst ist in dieser Form vermutlich einmalig, da es von Anfang an vorsah, die ehemaligen Akteure direkt an der Entstehung teilhaben zu lassen, und schlussendlich dazu führte, dass mehr als 300 Personen in irgendeiner Form aktiv zum Gelingen beigetragen haben. Somit wurden Tausende von Artefakten aus der Zeit von 1976 bis 1980 zusammengetragen, und auf 324 Seiten findet man eine höchst eindrückliche und repräsentative Auswahl von Fotos, Plakaten und Flyers, Comics und Zeichnungen, Slogans, Songtexten, sowie Interviews und Fanzine-Berichten. In direktem Bezug zu der enormen Bilderfülle stehen zudem viele thematisch gewählte und speziell für dieses Buch einfühlsame, im Sinne einer "Oral History" geschriebene Texte. Letztlich sind auch noch zwei separate großformatige Plakate beigelegt, die einen detaillierten Stammbaum aller Swiss Punk- und Wave-Bands von 1976 bis 1980, sowie die komplette Diskografie für die diversen Tonträger aus dieser Zeit beinhalten. Bereits im Buch direkt integriert ist die vollständige Beschreibung aller damals erschienenen Fanzines. Gedacht als gesamtschweizerisches Projekt war es wichtig, dass die Punks aus der Romandie ihre Geschichte erzählten. Der Buchumschlag besitzt deshalb keine Rückseite, sondern besteht aus zwei Vorderseiten (Deutsch/Französisch), diese Zweisprachigkeit wurde für das gesamte Buch angewendet. "Hot Love - Swiss Punk & Wave 1976-1980" soll jedoch nicht die Schweizer Punk-Anthologie, sondern nur eine Sicht der Dinge sein: mitunter meine, deine, unsere, aber vermutlich nie die von jedem und allen gleichzeitig ... Alle Zitate stammen aus dem erwähnten Buch.