Interviews & Artikel : TARA McPHERSON :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

TARA McPHERSON

Artists in punk & pop culture

Tara, wie würdest du deine Kunst und deinen Stil selbst beschreiben?

Ich würde den Stil als eine Kombination aus verschiedenen Einflüssen beschreiben. Es fängt mit der Renaissance und dem Manierismus an und reicht bis zu japanischer Kunst und Animation. Es ist für mich immer sehr schwer, es selbst zu umschreiben, aber ich denke, mein Stil passt gut in den Pop-Surrealismus. Ich mag es, die idealisierte, visuelle Ästhetik mit einer dunklen Note zu verbinden.

Hast du denn Vorbilder oder bestimmte Einflüsse?

Einige meiner Favoriten sind Bronzino, Botticelli, Van der Wyden, Terade, Schiele, Amano, Kent Williams, Glenn Barr, James Jean oder auch Junko Mizuno, aber das würde es nur limitieren. Ich habe nämlich drei riesige Bücherregale voll von wunderbaren Kunstbüchern. Ich bin ein Bücher-Junkie!

Gibt es für dich eine besondere Tages- oder Jahreszeit, bei der du am besten arbeiten kannst? Es gibt ja zum Beispiel Menschen, die nachts am kreativsten sind.

Am besten ist es für mich immer, wenn ich früh aufstehen und am späten Vormittag im Studio sein kann, aber in letzter Zeit bin ich immer so eine Nachteule. Aber ich versuche schon, so gegen Mittag im Studio zu sein und erst wieder so um ein Uhr Nachts zu gehen. Es scheint wohl so, dass ich im Winter mehr Arbeit schaffe. Im Sommer ist es immer so heiß und schön draußen, dass es für mich immer schwierig ist, drinnen zu bleiben, um zu arbeiten. Aber generell gesagt, kann ich am besten arbeiten, wenn ich nicht abgelenkt werde. Darum habe ich auch keinen Fernseher im Studio - das Internet ist schon Ablenkung genug!

Wie fängst du an, wenn du einen neuen Job von einem Kunden bekommst? Bleibt dir da immer viel künstlerische Freiheit?

Du wirst dich wundern, aber ich habe sehr viel mehr künstlerische Freiheiten, als ich zu Anfang dachte. Wenn Firmen Künstler engagieren, damit sie ihnen ein Image entwerfen, müssen sie meist nach deren Ideen und Vorstellungen arbeiten. Ich bekomme selten gesagt, was ich zeichnen oder malen soll, und ich finde, meine besten Ergebnisse erziele ich immer, wenn ich meine Grenzen ausreize.

Hattest du jemals einen Blockade während deiner Arbeit, dass du nicht wusstest, wie du anfangen solltest, keine Ideen hattest?

Ja das passiert natürlich jedem einmal. Am besten ist dann bei mir, wenn ich die Ideen erst mal aufschreibe und eine Art Brainstorming bezüglich Wortassoziationen mache. Ich schreibe also alles auf, was mir in den Sinn kommt, lese es im Anschluss noch mal und schreibe dann weitere Gedanken auf, die zu den ersten Ideen besser passen. Ab da habe ich dann wirklich genügend Worte, Ideen und Sätze aufgeschrieben, meist mehrere Seiten. Ich geh dann noch mal alles durch und forme mir die wichtigsten Eindrücke und Ideen, so dass ich mit dem groben Vorzeichnen beginnen kann, wobei ich dann oft schnell merke, in welche Richtung es gehen soll.

Du lebst in New York City. Hilft dir die Stadt kreativ zu sein? Wie spiegelt sich NYC in deiner Kunst wider?

New York City ist eine großartige Stadt für mich, sowohl die Inspiration betreffend als auch kulturell gesehen. Ich bin in Los Angeles aufgewachsen und von daher bin ich es gewohnt, in größeren Städten zu leben, aber NYC ist für mich der totale Gegensatz zu L.A. L.A. ist sehr groß, aber auch sehr ausgedehnt. Man ist ohne Auto quasi aufgeschmissen. Außerdem existiert in der Stadt eine regelrechte Aufgliederung. Ich habe in NYC das Gefühl, dass die Stadt von den Bürgern verlangt, interaktiv zu werden und gerade das finde ich so faszinierend. Niemand fährt Auto, und wenn du die U-Bahn nimmst, kommst du automatisch mit Leuten ins Gespräch und man berührt sich zwangsläufig an den Armen. Es ist viel intimer. Und jeder geht hier entlang, ob es nun ein Donald Trump oder ein typischer Idiot ist. Du triffst jeden mal auf der Straße. Das ist wirklich großartig! Und außerdem ist die Kunstszene hier auch ganz groß: die besten Galerien und Künstler aus Amerika sind hier vertreten, ebenso einige der schönsten Museen.

Was spiegelt sich denn generell in deiner Kunst wider?

Ich lege gern den Fokus auf menschliche Beziehungen und einfache Interaktionen, und eben das finde ich zuhauf in NYC. Die verrücktesten Dinge passieren direkt vor deiner Nase, wenn du zum Beispiel einfach auf einer Parkbank sitzt oder die Straße entlang läufst.

Wie kommt es, dass man meist Menschen in deinen Arbeiten findet?

Ich denke, ich habe einfach einen Drang danach und einen guten Bezug dazu, so etwas zu zeichnen. Ich liebe die bildliche Kunst. Jedes Mal, wenn ich etwas gezeichnet habe, was keine Person beinhaltet, bleibt bei mir ein komisches Gefühl zurück.

Lässt du dein Privatleben und deine persönlichen Erfahrungen in deine Kunst mit einfließen? Wie viel Tara steckt in deiner Kunst?

Nun, so einiges! Meine Kunst ist meine Katharsis, sie reinigt meine Seele. Sogar meine Beziehungserfahrungen helfen mir hin und wieder bei Ideen. Ja, meine Beziehungen sind wirklich eine unendliche Quelle an Inspiration für mich. Ich versuche jedoch, meine Arbeiten nicht zu sehr ins Melancholische abdriften zu lassen. Wie man bei meinen Zeichnungen auch sehen kann, haben die Charaktere immer eine gewisse Art von Zufriedenheit und Kraft in sich, egal in welcher Situation sie gerade stecken. Ich hoffe, dass das dann wiederum für den Betrachter inspirierend ist. Das herzlose Mädchen namens Orian ist definitiv eine Art Erweiterung von mir.

In deinen Arbeiten finde ich immer die typischen Pastellfarben und deinen Girlie-Stil, aber du kombinierst das mit Bands wie MASTODON, ISIS oder auch MELVINS, die alle einen recht harten Sound machen. Wie gelingt es dir, dass das so gut funktioniert, weil es ja eigentlich etwas Gegensätzliches ist?

Ich denke, es liegt an der Musik, die mich inspiriert und die ich auch mag. Und ich ändere auch nicht meine Farbpalette oder meinen Stil, nur weil es eine harte Band ist. Ich möchte für sie etwas mit meiner eigenen Handschrift kreieren. Sicher muss es vom Image her auch zu der Band passen, aber ich liebe es ja genauso, dunklere und erwachsenere Bilder zu machen, von daher klappt es wohl so gut.

Bevorzugst du beim Arbeiten bestimmte Musik? Was bringt dich in die richtige Stimmung für ein gewisses Bild?

Ich höre in meinem Studio eigentlich immer Musik, aber was ich so höre, hängt echt immer von meiner Stimmung ab und ob ich gerade etwas für eine Band mache. Wenn ich zum Beispiel Brainstorming für ein Bandposter mache, dann höre ich mir natürlich deren Musik an, um mich selbst in die richtige Stimmung und Richtung zu versetzen. Wenn ich zeichne, lege ich gern etwas Melodisches auf, wie zum Beispiel PINBACK oder auch THE DOVES, aber dann merke ich auch hin und wieder, dass ich langsamer male, wenn die Musik sehr langsam und ruhig ist. Dann lege ich etwas Metal auf: HIGH OF FIRE oder IRON MAIDEN. Ich höre ein breites Spektrum an Musik, also von LOVE über PENTAGRAM bis hin zu Dr. Dre und dergleichen. Ich bin wohl auch ein Musik-Junkie.

Welche Musik hörst du denn sonst so am liebsten?

Die beste Show in letzter Zeit war definitiv die von SLAYER und MASTODON. Ich habe SLAYER nicht mehr gesehen, seit ich 20 war und MASTODON hatte ich bisher noch nie gesehen. Sie rockten total und da ich auch deren Poster gemacht habe, durfte ich das Ganze von der Bühne aus beobachten. Sehr nett! In letzter Zeit habe ich sehr viel gehört, wie zum Beispiel SHELLAC, ISIS, RED SPAROWES, HIGH ON FIRE, JOY DIVISION, MASTODON, EARLY MAN, REFUSED, DEAD MEADOW, STARLITE DESPERATION, KINGS OF LEON, FRENCH KICKS, YEAH YEAH YEAH'S, ECHO AND THE BUNNYMEN, BRMC, CHEAP TRICK, GOBLIN COCK, PENTAGRAM, THE SWORD und viel andere.

Was können wir von deinem bald erscheinenden Buch "Lonely Hearts: The Art of Tara McPherson" erwarten?

Es zeigt eine gemischte Kollektion meiner bisherigen Arbeit. Es beinhaltet Zeichnungen, Malerei, Poster und andere coole Sachen. Ich hatte auch die Idee, über gewisse Bilder transparente Pergamentseiten zu legen, um dem Betrachter mehr Einblick in den Prozess meiner Arbeit zu gewähren und ihm einige meiner Gedanken zu vermitteln, die ich während des Arbeitens hatte.

Was für andere Projekte, Arbeiten, Ausstellungen oder Kooperationen sind in naher Zukunft geplant?

Im Oktober erscheint auf Vertigo DC Comics das Buch "The Fables: 1001 Nights of Snowfall", an dessen Story ich mitgearbeitet habe und welches mein erster gezeichneter Comic sein wird. Ich habe momentan einige Spielzeugfiguren in Arbeit, eine Koproduktion mit Kid Robot, sie sollen, wenn alles glatt läuft, im Laufe des nächsten Jahres rauskommen. Nächstes Jahr werde ich auch viel Zeit für "Donor" aufbringen, einen Grafik-Roman mit einhundert Seiten, der ebenfalls bei Vertigo DC erscheinen wird und von Stephen T. Seagle geschrieben wurde. Ich werde für Galerie-Shows malen, werde als Freelancer Illustrationen und Poster machen und noch mehr Spielzeugfiguren designen. Zu guter Letzt unterrichte ich noch einmal die Woche Studenten, die gerade im dritten Jahr sind, in Konzeptioneller Illustration an der Parsons-Universität in NYC. Ich denke, das wird mich alles schon ziemlich beschäftigen, denke ich.

Ross Feratu

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #68 (Oktober/November 2006)

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