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Interviews & Artikel

MOGWAI

Rock Action Heroes

Die aus Glasgow stammenden MOGWAI sind nicht nur eine vorzügliche Band, deren Musik sich konsequent einer schnellen Genre-Einordnung widersetzt (Wie wäre es mit Ambient-Noisecore?), sondern auch Betreiber von Rock Action Records, wo etwa die letzten beiden Alben der Japaner ENVY erschienen sind. Ich versuchte, Frontmann Stuart Braithwaite vor dem Konzert in Essen ein paar Statements zu entlocken, doch der erwies sich als einsilbiger, aber durchaus witziger Zeitgenosse. Vom beinahe unverständlichen Dialekt mal ganz zu schweigen ...

Stuart, was bewog euch, mit Rock Action ein eigenes Label ins Leben zu rufen?


Wir gründeten das Label vor zehn Jahren, um unsere eigenen Platten zu veröffentlichten, und damals waren wir damit nicht die einzige Band in Glasgow. Nach ein paar Jahren ergab es sich dann, dass wir andere Bands, deren Musik uns gefiel, einfach fragten, ob wir nicht eine Platte von ihnen veröffentlichen können, und so wurde dann ein kleines, mittlerweile etabliertes Independent-Label daraus. Ich finde es wichtig, neue Leute so neue, interessante Musik hören zu lassen.

Denkst du Rock Action ist eines jener Labels, deren Releases gekauft werden, weil sie dort erschienen sind, und nicht, weil die Leute die Band bereits kennen?

Ja, ich denke in einem gewissen Ausmaß ist das der Fall. Alle unsere Veröffentlichungen verkaufen sich ganz okay, also gehe ich davona aus, dass die Leute uns da schon vertrauen. Ich denke, die MOGWAI-Fans sind sicher nicht von allen Bands auf dem Label begeistert, und andersherum gibt es sicher Leute, die sich für das Label begeistern, aber nicht gerade MOGWAI-Fans sind. ENVY im speziellen Fall halte ich einfach für eine großartige Band und freue mich, ihre Platten veröffentlichen zu können.

Die MOGWAI-Fans vertrauen dir also so sehr, dass sie deiner Begeisterung für ENVY folgen?

Also, wir versuchen jetzt nicht wirklich die Releases in unserer Position als Band zu pushen. Unser Support geht soweit, dass wir schon mal die eine oder andere unserer Bands mit auf Tour nehmen, aber das ist es auch schon. Das Verhältnis ist eher so, dass MOGWAI es uns ermöglicht, das Label zu betreiben, aber es ist nicht ein Anhängsel der Band.

Wer erledigt denn da die Arbeit, wer sucht die Bands aus?

Also die Bandauswahl erledigen wir gemeinsam, da hat jeder ein Mitspracherecht. Die Alltagsarbeit erledigt Craig, unser Labelmanager. Der sitzt im Büro zu Hause in Schottland, da wir ja ständig auf Tour sind.

Wie werdet ihr auf neue Bands aufmerksam?

Das ist ganz verschieden: Mal hört man was im Radio, mal ist es ein Konzert, oder auch auf persönliche Empfehlung.

Als ENVY von euch gesignt wurden, überraschte das ja einige alte Fans, denn sie sind eine Band, die eher aus der D.I.Y.-Hardcore-Szene kommt.

Ja, wir hatten da zu Anfang durchaus unsere Schwierigkeiten. Wir waren uns dieses Hintergrunds nicht so richtig bewusst, und manche Leute waren da wohl aus diesem Grund nicht so sonderlich hilfsbereit. Uns gefiel einfach die Musik, wir wollten, dass möglichst viele Leute eine Chance bekommen ENVY zu hören. Ich habe sie erst kürzlich wieder in Japan auf einem Festival live gesehen, und sie waren einfach erstaunlich.

Was nun MOGWAI anbelangt, gibt es da einen konkreten Punk- oder Hardcore-Einfluss?

Wir haben eine ganze Menge von Einflüssen, und als wir damals anfingen, waren THE GOD MACHINE, JOY DIVISION und MY BLOODY VALENTINE auf jeden Fall wichtig für uns. Ansonsten decken unsere Einflüsse einen denkbar weiten musikalischen Bereich ab - von Reggae mal abgesehen ... Reggae konnte ich noch nie leiden.

Was eure Musik so außergewöhnlich macht, ist für mich die Kombination von großer Intensität und Lautstärke mit einem außergewöhnlichen atmosphärischen Sound. Was ist euer Geheimnis?

Da steckt kein Geheimrezept, so klingt es eben, wenn wir Musik machen, und wir denken da auch nicht groß darüber nach. Wir spielen zusammen, arrangieren die Songs, und das ist es auch schon.

Also sind es mal wieder die Journalisten, die da mehr drüber nachdenken als die Band selbst.

Hahaha, ja.

Dann sprechen wir besser wieder über euer Label. Auf was achtest du bei der Auswahl einer Band?

Also es ist mir wichtig, dass eine Band live wirklich gut ist und außerdem bereit, viel zu touren. Unser Label hat nicht viel Geld, also ist die Band darauf angewiesen, viel zu spielen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Und wie geht ihr mit den Herausforderungen durch sinkende Verkaufszahlen um, bedingt durch Downloads und CD-Kopien?

Also, das einzige, was du dagegen ernsthaft tun kannst, ist deine Platten nur noch auf Vinyl zu veröffentlichen, aber das wäre auch etwas selbstmörderisch. Von daher ist die Situation zwar nicht toll, aber wirklich was dagegen tun, kann man auch nicht. Ich denke, in Zukunft werden Bands vor allem darauf angewiesen sein, viel live zu spielen, sie können sich nicht mehr auf Einnahmen aus CD-Verkäufen verlassen. Ich sehe diese Entwicklung aber nicht unbedingt als negativ an, denn heute können die Leute viel einfacher neue Bands kennen lernen, als noch vor ein paar Jahren.

Du bist dreißig, wie war dein Zugang zu Musik?

Noch der ganz klassische, also die Vinylsingle, Konzerte und John Peels Radiosendung.

Ist MOGWAI eigentlich eine Band, die weltweit funktioniert?

Ja, zum Glück. Es ist also nicht so, dass wir an einem Abend eine riesige Halle füllen und am nächsten in einem halbleeren Pub spielen müssen. Das ist bei anderen Bands echt ein Problem, die werden in England hoch gehandelt und woanders kennt sie keiner.

Ist es euch wichtig, in unabhängigen Strukturen zu arbeiten?

Für uns funktioniert das gut, aber ich glaube nicht an das absolute Statement, dass alle Indies gut sind und alle Majors böse. Wichtig ist es, einen guten Draht zu den Leuten zu haben, die für dich arbeiten.

Eure Alben sind immer wieder überraschend anders. Wovon hängt es ab, wie ein MOGWAI-Album klingt?

Wir haben eigentlich nie einen konkreten Plan, wenn wir ein neues Album einspielen. Unser einziges Ziel ist es, spannende Musik zu machen, die uns gefällt - so einfach ist das.

Und wie definierst du spannende Musik?

Hahaha, Musik, wie wir sie machen.

Okay, du hast mich überzeugt. Was gefällt dir überhaupt nicht an anderen Bands?

Wenn sie sich in einem stilistischen Bereich versuchen, in dem sie nicht wirklich gut sind. So was sollte man bleiben lassen.

Was sind eure nächsten Pläne? Ein neues Album?

Wir waren viel auf Tour, da kommt man nicht wirklich dazu, neue Lieder zu schreiben. Nach der Tour werden wir uns dann wohl allmählich an die Arbeit machen.

Letzte Frage: Wie lange, denkst du, wirst du das noch machen mit dieser Band?

Keine Ahnung - auf jeden Fall so lange, wie uns jemand hören will. Mit dem Alter hat das nichts zu tun für mich, ich habe mich nie wirklich jung gefühlt, hahaha.

Stuart, besten Dank.

Joachim Hiller

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #69 (Dezember 2006/Januar 2007)

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