Interviews & Artikel : CHAOSTAGE - DER FILM :: ox-fanzine.de

Das aktuelle Ox

Unsere Aboprämie

Wer das Ox bis zum 31.12.2018 neu abonniert, erhält auf Wunsch das Buch „Wie aus mir kein Tänzer wurde“ (Ventil Verlag) von Ox-Autor Kent Nielsen als Prämie. (Solange Vorrat reicht) (Bitte im Feld "Nachricht" angeben + Namen des Prämienempfängers)

 

Abo gegen Tasche!

Wer das Ox neu abonniert, wer ein Abo verschenkt oder als Ox-Abonnent einen neuen Abonnenten wirbt, der bekommt von uns die Ox-Tasche (fair gehandelte Bio-Qualität) geschenkt!

 

California über alles

"California über alles - Dead Kennedys Wie alles begann" ist das erste umfassende Buch über die DEAD KENNEDYS. Es konzentriert sich auf die Gründungs­phase der Band in der Szene von San Francisco bis zum Erscheinen des ersten Albums "Fresh Fruit For Rotting Vegetables". Autor Alex Ogg sprach dafür mit vielen Zeitzeugen.

 

Kochen ohne Knochen

Das Ox-Kochbuch 5 & Kochen Ohne Knochen #23

Kochen ohne Knochen - Das Ox-Kochbuch 5: Über 200 rein pflanzliche Rezepte für Beginner und Könner, für Veganer, Vegetarier und Allesesser, von simpel bis anspruchsvoll. Von Punks, nicht nur für Punks.
Dazu jede Menge Merchandise rund ums Kochbuch: Küchenmesser, Profimesser, Hand- und Geschirrtuch, Küchenschürze, Stofftasche, Sparschäler, Frühstücksbrettchen, Pfannenwender, Buttons, ...

Kochen ohne Knochen #23: Die neue Ausgabe des veganen Magazins ist jetzt im Handel und bei uns erhältlich.

 

Interviews & Artikel

CHAOSTAGE - DER FILM

KALKULIERTES CHAOS

"Als Chaostage werden bestimmte Treffen von Punks in verschiedenen Städten bezeichnet, an denen zum Teil auch Autonome und andere linke bzw. linksradikale Gruppen sowie Hooligans, Skinheads, jugendliche Migranten und allgemein interessierte Jugendliche und Erwachsene teilgenommen haben. Die ersten Chaostage fanden 1983 in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover statt, die sich ursprünglich gegen eine geplante Punker-Datei der Polizei richteten. Bei den seitdem mehr oder weniger regelmäßig stattfinden Chaostagen kam es dabei - besonders bei den Chaostagen 1995 - immer wieder zu heftigen Ausschreitungen und Straßenschlachten mit der Polizei." So die Definition von Wikipedia. Und in Kürze wird da auch noch stehen: "Ein Film von Tarek Helayel, basierend auf dem Buch von Moses Arndt". Und deshalb befragte ich den Herrn Filmemacher zu seinem Vorhaben.

Tarek, stell dich doch bitte mal vor.


Mein Name ist Tarek Mohammed Mahmud Kalim Helayel. Ich zähle 25 zarte Lenze und bin der Regisseur des in Kürze auf Deutschland zurollenden Blockbusters "Chaostage". Außerdem betreibe ich in Saarbrücken ein exklusives Piercingstudio namens AK47, und habe die "Sabotakt Boxparty", den einzig wahren Fight Club erfunden. Mein Motto: Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlichkeit!


Die Story in ein paar wenigen Sätzen, bitte.

"Chaostage" ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von ZAP-Chef Moses Arndt. Wir drehen einen Episodenfilm. Verschiedene, scheinbar unzusammenhängende Einzelgeschichten verketten sich im Laufe der Story zu einem Ganzen und führen am Ende zur Katastrophe, zu den Chaostagen eben. Es geht nicht speziell um die Chaostage von Hannover, sondern um etwas, wie es jederzeit und allerorts wieder geschehen könnte. Deutschland - an einem ganz normalen Wochenende im Sommer ...


Wie kommt man auf die Idee, so einen Film zu drehen?

Also mich wundert es eher, dass vorher noch niemand auf die Idee gekommen ist, so einen Film zu drehen. Zum einen ist "Chaostage" ein geflügeltes Wort, das hat längst die "Szene" oder eben diese kleine Nischenwelt voller Minizirkel verlassen. Chaostage bei Ikea, Chaostage beim Sommerschlussverkauf, Chaostage bei "Deutschland sucht den Superstar". Wir sind junge Teufelsbraten mit mächtig Dynamit im Rektum, und wollen endlich mal wieder eine Bombe platzen lassen. Eine Szene, die von bierseligen Rentnern und minderjährigen Phlegmatikern dominiert wird, ist doch einfach nur stinklangweilig. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.


Wie und wo hast du das Handwerk gelernt, wer außer dir wird noch für die wohl doch nicht ganz vermeidbare Mindestprofessionalität sorgen?

Ich habe weder eine Kunsthochschule besucht, noch mir bei Amazon ein schlaues Buch über Regie bestellt. Alles, was ich kann, ist autodidaktisch erlernt, und ich bin überzeugt, den richtigen Weg gewählt zu haben. Natürlich ist so ein Film ein gigantischer Arbeitsaufwand und es muss schon eine mächtige Maschinerie in Gang gesetzt werden - aber mit dem nötigen Eifer und Begeisterungsfähigkeit klappt das schon. Natürlich habe ich jede Menge professionelle Hilfe. Kameraleute, Tontechniker, Maske, Licht - da braucht es Profis, das ist nicht von der Hand zu weisen. Welch ein Glück für uns, dass so viele Punks sich in ihrem späteren Leben in kreative Berufe verabschiedet haben und uns jetzt für kleines Geld und mit der richtigen Attitüde zur Seite stehen. Die Besetzung kann sich auch sehen lassen: Martin Semmelrogge, Claude Oliver Rudolph und Jana Pallaske sind nur ein paar ausgesuchte Namen unserer Superstars.


Was bedeuten dir die "Chaostage?

Die Chaostage sind ein ganz besonderes Ereignis. Und da geht's nicht mal unbedingt um die Randale. Die Unberechenbarkeit der Masse, ihre Dynamik und die immer wieder erstaunliche Erkenntnis, dass Punks einfach keine homogene Masse sind, ist einfach fabelhaft. Die richtigen Zutaten wie Sommer, Musik, Suff, ein Schweizer Taschenmesser und eine Brise Wahnwitz sind tausendmal geiler als jedes noch so große Festival in der Ostzone.


Wie ist dein Verhältnis zu Moses? Hast du ihn erst über das Buch kennen gelernt oder seid ihr alte Kumpels?

Ich kenne Moses ungefähr seit ich 14 bin. Jahrelang war er für mich Mentor und hat mich für alle möglichen Dinge eingespannt. Inzwischen sehe ich seine Person etwas differenzierter. Natürlich ist er ein genialer Typ und kann unheimlich wirken durch seine prophetische Art. Allerdings ist er auch ein geldgeiler Irrer, der jeglichen Bezug zur Realität verloren hat. Ich denke, auf die Dauer kann man in seiner Gegenwart nur in Schwierigkeiten geraten, und es ist alles in allem klüger, sich von seinen oft auch nicht ungefährlichen Umtrieben fernzuhalten.


Wie wird die ganze Sache denn finanziert? Ihr werdet ja sogar durch die Filmförderung des Saarlands gefördert ...

Man nehme: Eine Idee, einen PC, einen Löffel Übermut, einen Tag Zeit und eine Bankverbindung - Ruckzuck ist die Rakete startbereit.


Welche Bands und "Prominente" werden sich beteiligen? Und wie viele Statisten sind im Einsatz?

An Bands und Punk-Persönlichkeiten konnten wir wirklich das gesamte schlechte Gewissen versammeln. Dirk von SLIME, TOXOPLASMA, Erich Zander, Karl Nagel, Mikro von ABTSÜRZENDE BRIEFTAUBEN, Wolfgang Wendland, um nur einige zu nennen, haben uns bereits Rede und Antwort gestanden. Denn die Episoden im Film werde immer von Interviews eben dieser Punk-Geburtshelfer unterbrochen. Teils mit selbst erlebten Storys, teils mit Bezug auf die Geschehnisse im Film. Reale Personen belegen also fiktive Ereignisse und machen die Legende perfekt. Mit den Statisten halten wir es wie die Bibel. 12.000 mal 12.000 wollen wir sein!


Wie sieht der Zeitplan aus?

Am 01.06. fällt die erste Klappe für den Kerndreh. Gedreht wird im Raum Saarbrücken. Es gibt noch reichlich Möglichkeiten als Statist mitzuwirken. Hier ein paar Daten:

09.06. TOXOPLASMA im AJZ Homburg/Saar. Die Band spielt sich selbst und ihr könnt als Statisten dabei sein.

16.06. Raum Saabrücken Skinhead-Konzert. Ihr wollt ein Nazi-Statist sein: Meldet euch auf unserer Homepage an oder schreibt eine E-Mail.

15.07. Saarbrücken "Chaostage"-Abschlussdreh. Jeder kann kommen und einen Sonntag lang Autos zerstören, Flaschen werfen und Bier trinken - alles ganz legal. Die genauen Treffpunkte gibt es auf unserer Website.


Kommt der Film ins Kino oder wird der gleich auf DVD veröffentlicht?

Wir rechnen fest damit das Teil ins Kino zu bringen. Jede drittklassige Punkband macht ja jetzt ihre DVD, aber Kino hat ein ganz anderes Niveau. Wir sind am Ball, und werden in diesem Jahr die Chaostage nicht nur zurück auf die Straße bringen, sondern auch endlich auf die großen Leinwände.

Joachim Hiller

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #72 (Juni/Juli 2007)

Suche

Ox präsentiert

TURBOSTAAT

20 Jahre TURBOSTAAT. Unvorstellbar! „Rückblickend ist es leider nicht mehr zu beantworten, ob überhaupt jemand von uns zur ersten Probe erschienen wäre, wenn wir damals gewusst hätten, dass das automatisch bedeutet, für die nächsten zwei ... mehr