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Interviews & Artikel

OTHER

Deutschlands Gruselpunks auf US-Horror-Tour

Keiner hat wirklich damit gerechnet, dass wir es wirklich schaffen, in den USA zu touren. Amerikaner versprechen ja bekanntlich viel und halten die Hälfte. Doch es sollte anders kommen. Nach tatkräftiger Unterstützung von den REZUREX aus Los Angeles und unserer deutschen Tourmanagerin Dolores (D-Tour Booking), hatten THE OTHER wirklich im Dezember Flüge gebucht und einen Acht-Date-Trip durch drei Staaten in 14 Tagen geplant.

Der Trip beginnt: Migore Drake war ziemlich nervös am Morgen des 9. Januar 2007, denn der neue Bassist von THE OTHER durfte nach einem einzige Warm-up-Gig in Deutschland sofort mit seinen neuen Weggefährten über den Atlantik fliegen. Um sieben Uhr morgens ging es zum Flughafen Düsseldorf, wo man von den Freundinnen Abschied nahm und dem Personal versicherte, keine Bomben im Gepäck zu haben. Apropos Gepäck: Gitarren und Schlagzeugteile durften wir auf Grund fehlender und teurer Work-Visa nicht mitbringen, das Merchandise wurde in den USA gedruckt oder vorher verschickt. Im Flugzeug auf dem Weg zum Zwischenstopp Atlanta fiel natürlich prompt unser Video-Screen aus, war wir zum Anlass nahmen, uns das teure Bier im Flieger als Entschuldigung für die technische Panne umsonst geben zu lassen. Dementsprechend fröhlich kam die komplette Horror-Truppe in Atlanta an, wo die vier Bandmitglieder und Roadie Markus klar stellten, natürlich nur am Strand liegen zu wollen und keine sexuell abartigen Praktiken mit amerikanischen Staatsbürgerinnen zu planen. Im Atlanta wartete bereits Schwester Usher, die dort seit Jahren lebt, um uns die acht Stunden Wartezeit bis zum Weiterflug mit einer Sightseeing-Tour in Downtown angenehmer zu machen. Weiter ging es nach L.A., wo bereits Stephen Grey (FRANKENSTEIN, 45 GRAVE, CHRISTIAN DEATH), REZUREX-Roadie Ben und unsere Bandmama Dolores warteten. Und ab ging es mit der deutschen Reisegruppe nach Hollywood in Daniel de Leons (REZUREX, THE DEEP EYNDE) Ein-Zimmer-Appartement, wo schon ein paar kalte Corona-Fläschchen warteten.

11. Januar, der Tag des ersten Gigs war gekommen. Vor uns lag eine fünfstündige Fahrt durch die Wüste nach Las Vegas. Klar, dass wir Zwischenstopps einlegten, unter anderem in einem Vans-Outlet mitten in der Wüste, danach - wie es sich für eine Horrorpunk-Band gehört - in der Geisterstadt Calico, wo wir wie richtige Touristen durch die Minen schlurften und uns die überragende Cowboy-Show ansahen. Angekommen in Las Vegas sollten wir schnell merken, was es heißt, in den USA zu touren. Der Bunkhouse Saloon war genau das, was der Name sagte: Eine Country-Bar, die 24 Stunden geöffnet hatte. Auf die Ansage "Hey, we're the band" kam die Antwort "The Promoter is not here today, but there's the stage". Die wiederum befand sich in einer Ecke unter einem ausgestopften Hirschkopf und eingerahmt von Fotos aller Country-Größen. Wir hätten direkt "Rawhide" anstimmen sollen, so fühlten wir uns. Schnell ging es zu einem Meet & Greet im "Cash 4 Chaos"-Plattenladen, wo wir uns mit zahlreichen CDs und Horror-Shirts und -Figuren eindeckten. Ein paar Autogramme schrieben wir auch. Für die Besitzer und einen weiblichen Fan, der gekommen war. Wir waren wirkliche Stars in Las Vegas!

Wieder am Club warteten bereits unsere guten Freunde von BLITZKID und es gab ein großes Hallo. Danach ging es zu einer Bekannten zum Schminken und danach wieder zurück zum Club und auf die Bühne. 15 Zuschauer, zwei betrunkene Cowboys und ein Trucker an der Bar machten die erste Show zu einem perfekten Warm-up für den Rest der Tour. Geschlafen wurde bei Bandroadie Zack und seiner Mutter, wo man sich wiederum den Fußboden teilte und möglichst nicht in der Nähe von BLITZKID-Gitarrist T.B. schlief, der lauter sägte als eine Motorsäge. Zudem war das Haus von Katzen bevölkert, so dass alle am nächsten Tag mit Haaren im Mund aufwachten.

Frühstück, Sightseeing auf dem Las Vegas Strip und danach ein kurzer Abstecher ins Casino New York, New York. Weiter ging's in unserem Van nach Corona ins bestimmt 15 Grad wärmere Kalifornien. Der Show-Abend wurde uns bereits als Highlight angekündigt, und so kam es auch. Eine All-Ages-Show mit über 300 Kids, ein toller Laden mit großer Bühne und Backstage, endlich frei Essen und Bier, Riesenstimmung und vielen Freunden. So trafen wir auf THE DAMNED-Basser Stu, auf J-Sin Trioxin von MISTER MONSTER, auf viele MySpace-Freunde, unseren Kumpel Schröder aus Vancouver, auf Pamela, unsere Bookerin aus Prag, und endlich auf den Rest von REZUREX, mit denen wir ja bereits in Deutschland tourten. Wie immer waren die Jungs - und teilweise die anderen Bands wie STELLAR CORPSES - Stunden zu spät. Das scheint bei Amerikanern so üblich zu sein. Unser Gig war dennoch ein voller Erfolg, mit Circle Pit und Fans, die unsere Songs auf der Bühne mit ins Mikro grölten. Bei BLITZKID war die Stimmung etwas behäbiger, bei REZUREX - den Local Heroes - steppte der Bär.

Am nächsten Tag merkten wir dann, warum Amerikaner grundsätzlich zu spät sind. Jedes Ziel in der Stadt ist ca. "10 Minuten entfernt", auch wenn man in der Realität eine Stunde braucht. Jedenfalls waren wir fast verhungert, als wir endlich das Restaurant "in der Nähe" erreichten. "Something is always", unser perfekt übersetztes "Irgendwas ist immer", wurde zum Tour-Motto, denn irgendwas war wirklich immer!

Abends ging es dann zum Key Club auf dem Sunset Strip, wo das "Living Dead Fest" mit THE OTHER, BLITZKID, REZUREX, MORE THAN NEVER, ORDER OF THE FLY (später nur noch "Order of Fries" genannt) und STELLAR CORPSES stattfinden sollte. Wie in den USA üblich, gab es keinen Soundcheck, und arrogantes Personal, dafür Essen, Trinken, einen großen Backstageraum und wieder Besuch von Freunden, unter anderem Slim Jim Phantom von den STRAY CATS, Johnny Coffin, THE DEEP EYNDE, Calavera, Fetisch-Model Emily Marilyn und vielen weiteren. Auch unser Fan "Black Rose" war da und lieh Sarge seine Schecter-Gitarre für den Rest der Tour. Spätestens als THE OTHER spielten, war der Laden mit gut 500 Fiends erfreulicherweise rappelvoll und wir wurden fein abgefeiert. Zwar nicht mit dem jugendlichen Enthusiasmus wie in Corona, aber immerhin mit etwas Pogo, viel Applaus, fantastischen Merch-Sales und zig Autogrammen und Fotos. Sogar der Veranstalter attestierte uns seine Begeisterung, so etwas hätte er bei unbekannten Bands noch nie erlebt. All das trotz unfähigen Mixern. Festzuhalten bleibt noch: Nirgendwo waren die Konzertzuschauer so gestylet wie in Hollywood. Jeder war an diesem Abend Rockstar.

Am 14. Januar führte uns unser Trip ganz in den Süden, nach San Diego. Wieder einmal hatten wir vorher mit amerikanischer Unpünktlichkeit zu kämpfen, allerdings hatte man so Zeit für einen Trip zum größten Halloween-Store in der L.A. Area, mit seinen Tausenden von Masken, Outfits und Figuren. Ach, hätten wir doch vorher im Lotto gewonnen. In Orange Country trafen wir dann auf Troy (REZUREX, NEKROMANTIX), der uns trotz des Zeitdrucks erstmal seine Autosammlung in Garage und Garten zeigte (inklusive einem Sarg-Auto), bevor es wieder auf den Highway ging. Und es kam noch besser: Obwohl wir drei Stunden zu spät waren, war der Club noch nicht offen und kein Promoter zu sehen. Sogar die Angestellten warteten vor der Tür. Dazu lag das Brick by Brick weit außerhalb der Stadt, so dass an einem Sonntagabend eh mit leerer Halle zu rechnen war. Irgendwann ging aber alles seinen Gang und dank der Support-Band - LOS KRANEOS aus Mexiko - war der Abend sogar doch kein Fehlschlag, denn die 16-jährigen Psychobillies brachten alle ihre Freunde mit über die Grenze, die vorzüglich mitfeierten und teilweise pro Person über 60 Dollar an unserem Merch-Stand ließen. Insgesamt dürften knapp 100 Leute vor Ort gewesen sein. Während wir uns fertig machten, schlief Troy mit laufendem Fön in der Hand im winzigen Backstageraum, während Daniel versuchte seinen Iro zu richten und Jeff Roffredo (REZUREX, TIGER ARMY) mit Drummer Jacob einen Witz nach dem anderen riss. Die Show war ordentlich, das Publikum dankbar und wie immer durfte man Autogramme schreiben und für Fotos posieren. Wir waren schließlich die Exoten der Tour.

Der 16. Januar stand ganz im Zeichen der Autofahrt. Wieder ging es durch die Wüste, die mittlerweile keinem mehr wirklich Begeisterung entlocken konnte, in Richtung Phoenix. Das Jughead's lag mal wieder am Arsch der Welt und war zudem eine "21+"-Bar. Außerdem spielten die CRÜXSHADOWS in der Stadt, wo natürlich alle Goth-Kids hinpilgerten. Immerhin war der Club ein waschechter Punk-Laden mit exzellenter Jukebox. Leider allerdings ohne Backstage, ohne Bühnenbeleuchtung und ohne Schlafmöglichkeiten. Das erste Problem war schnell gelöst: THE OTHER spielten erstmals ohne Make-up. So brauchten wir statt anderthalb Stunden nur circa 10 Minuten, um uns fertig zu machen. Sehr angenehm, zur Abwechslung. Die Bühnenbeleuchtung wurde von der Support-Band THE LIMIT CLUB gestellt und ein Motel war wohl auch in der Nähe. Für uns ging es als dritte Band auf die Bühne und immerhin hatten sich etwa 20 Leute nebst Freunden von CALABRESE und ZOMBEAST eingefunden. Die Leute machten ganz ordentlich mit, wir hatten großen Spaß und es gab ein Bier nach dem anderen vom begeisterten Thekenpersonal. Auch BLITZKID rockten das Haus, ernteten aber von einem Typen, der an der Bar hockte, böse Kommentare, als sie die Amerikaflagge abrissen, die hinter der Bühne hing. In einem Punk-Club wohlgemerkt. Nach mehr Alkoholika und Merch-Verkäufen von weit über 200 Dollar, ging es dann mit BLITZKID und der zweiten Vorband BACK TO ZERO in besagtes Motel, was sich als echtes "Motel Hell" entpuppte. Blutbefleckte Matratzen, Gestank, offene Stromleitungen, Handabdrücke und Dreck auf den Wänden ... Das alles zum Superpreis von 50 Dollar pro Zimmer. Danke, Phoenix!

Der nächste Tag wartete mit einer langen Fahrt in das Indianerreservat der Navajos auf. Dort stehen wohl viele Kids auf Horrorpunk, denn schon einige Bands des Genres fanden ihren Weg dorthin. Durch Wüste und Berge krochen wir die Highways entlang, immer im Gefolge von BLITZKID, die uns ein Walkie-Talkie geliehen hatten, so dass wir zwischen den Vans Dummheiten austauschen konnten. Allerdings staunten wir nicht schlecht, als wir, ganz "Kinder des Zorns"-mäßig, plötzlich einen Prediger aus unserem Funkgerät sprechen hörten und zwei Vans überholten, die mit Tafeln der Zehn Gebote und Bildern von abgetriebenen Föten behangen waren. An einem Meteoritenkrater vorbei näherten wir uns der Abfahrt zu einem winzigen Highway, der in das Reservat führte. Die Sonne ging langsam unter, die Handys hörten auf zu funktionieren, die Landschaft wurde karger und erste wilde Hunde liefen am Highway entlang. Die Horroratmosphäre wurde durch das Radioprogramm verstärkt: Der einzige Sender, der zu empfangen war, spielte nur Indianermusik, mit Trommeln und Gesängen.

Nach 80 Meilen durch die Einöde erreichten wir viel zu spät Chinle, um zu erfahren, dass der Direktor der örtlichen Highschool, in der der Gig eigentlich stattfinden sollte, das Konzert abgesagt hat. Der Oberindianer hatte wohl Angst vor den deutschen Grusel-Rockern. Stattdessen fand das Konzert im Chapter-House statt, also dem Haus des Stammesrats. Das Bild, das uns dort erwartete, war für europäische Augen wirklich ungewöhnlich. Ein Haus, mitten im Schnee, davor über hundert Punk-Kids, die alle indianischer Abstammung waren. Im Haus selbst war keine Bühne aufgebaut, stattdessen große Gemälde von Häuptlingen an jeder Wand. Gespielt wurde mit normalem Raumlicht, das bei unserem Gig aber plötzlich ausging. Wie auf Kommando stürzten sich die Kids aufeinander und pogten, was das Zeug hielt. Eine halbe Stunde später war der Spuk für THE OTHER wieder vorbei, weil die Zeit eingehalten werden musste. Punkt 22 Uhr musste der Laden komplett leer sein. Vorher jedoch spielten BLITZKID - und coverten netterweise unser "Hyde inside", was wir aus Zeitgründen nicht spielten konnten - und wir machten Fotos mit wirklich jedem der Anwesenden und schrieben uns die Finger wund. Beim Ausladen trabten dann noch zwei Wildpferde an uns vorbei durch das Dorf. Im Anschluss ging es bei gefühlten 15 Grad unter Null ins Best Western Motel, wo wir bis drei Uhr morgens mit den Veranstaltern tranken. Besser gesagt: Wir widmeten uns höflich unseren zwei bis drei Bier, während sich Anthony und Co. total abschossen. Alkohol ist im Indianerreservat nämlich illegal, und wenn es mal Bier gibt, dann wird so viel getrunken wie möglich. Natürlich musste auch die Tatsache gefeiert werden, dass THE OTHER die erste deutsche Band war, die je im Navajo-Reservat gespielt hat. Also hoch die Tassen und fleißig Fotos gemacht!

Am 19. Januar ging es für REZUREX, die wieder dazu stießen, und THE OTHER nach Santa Cruz. Wieder einmal waren die REZUREX zwei Stunden zu spät, weil jedes Bandmitglied einzeln mit einem 15-Personen-Van eingesammelt werden musste. Auch die typische amerikanische Leichtfertigkeit ("Schlagzeug nehmen wir nicht mit, wird schon eins da sein") nahm uns oft ziemlich mit. Aber immerhin durften wir das erste Mal mit REZUREX im Original-Line-up spielen, denn sowohl Jeff war wieder dabei als auch Drummer James Menza, der mittlerweile genau wie Jeff bei TIGER ARMY trommelt. Gerade die beiden entpuppten sich als echte Komiker und so war die Fahrt immerhin ein ziemlicher Spaß. Nach einem Zwischenstop im Hotel, wo wir uns schminkten, ging es für THE OTHER sofort, ohne Soundecheck, auf die Bühne. Eine stattliche Fan-Schar von bestimmt 250 Fiends hatte sich bereits angesammelt und freute sich auf die "German Punks". Wieder wurde viel mitgesungen, besonders "Beware of ghouls" und "In the dead of night" und es gab viel Lob im Anschluss. Sogar ein paar Deutsche waren gekommen. REZUREX mischten das Publikum danach richtig auf und es gab viel Bewegung und auch eine kleine Keilerei.

Der letzte Tour-Tag begann mit feinem Sightseeing. Die STELLAR CORPSES wollten uns ihre Heimatstadt Santa Cruz zeigen, wo einer der ältesten Vergnügungsparks der USA noch immer steht. Horror-Fans kennen den Park sicher aus "Lost Boys" und natürlich mussten wir das obligatorische Foto auf der Eisenbahnbrücke machen, an der die Jungs um Kiefer Sutherland im Film kopfüber baumelten. Außerdem ließen wir es uns nicht nehmen, eine Runde mit der Achterbahn zu drehen, die hierzulande längst vom TÜV geschlossen worden wäre. Schließlich wollte die ganze Truppe noch auf die Oldschool-Geisterbahn, die wirklich ein paar Erschrecker und einige Lacher zu bieten hatte.

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es über San Francisco - mit Fotopausen an der Golden Gate Bridge - in die Staatshauptstadt Sacramento. Der Club, Willemina's Bar, lag im alten Teil der Stadt und war richtig geil. Keine Bühne, aber sonst alles klasse. Großer Backstagebereich, super Essen, etwas Trinken und schließlich ziemlich volles Haus. Größtenteils Psychobilly-Publikum war aufgeschlagen und teilweise mit fetten Hotrods vorgefahren, aber auch THE OTHER konnten die Leute überzeugen und der Gig hat richtig gerockt. Die Pausen zwischen den Bands wurden allerdings von einer etwas molligen und ziemlich betrunkenen Burlesque-Tänzerin überbrückt, die zwar nett, aber doch ziemlich unansehnlich war. Wieder waren allerdings Freunde vor Ort, unter anderem unser Kumpel Jonny Cancer, der extra aus Texas eingeflogen war. Nach dem Gig ging die Party im Hotel bis sechs Uhr morgens und speziell Jeff, James und meine Wenigkeit frönten ausgiebig dem Alkohol und den Zigaretten.

Das Ende der Tour war da. Erneut fuhren wir 12 Stunden durch die Wüste nach Hollywood und konnten unseren letzten Tag kaum genießen. Eigentlich waren wir als Darsteller im neuen Video von THE 69 EYES eingeladen, aber auch das schafften wir zeitlich nicht mehr. Nach dem Kofferpacken ging es dennoch auf einen letzten Trip ins Tiny's auf ein Treffen und mehrere Biere mit Steve und Bart von FRANKENSTEIN. Da das Taxi zum Flughafen um halb drei vorfahren sollte, war an Schlaf eh nicht zu denken ...

So endete ein echtes Abenteuer, das trotz aller Unkenrufe im Vorfeld nur positive Erinnerungen hinterlassen hat. Das Feedback auf THE OTHER in den USA war großartig und durch Merch-Verkäufe und Gagen haben sich alle Kosten vor Ort und ein Teil der Flugtickets refinanziert, und das bei acht Shows. Wir haben viele Freunde getroffen, viel gesehen, viel erlebt und noch mehr gelacht. Schon jetzt ist der nächste Trip geplant, diesmal an die US-Ostküste.



Rod Usher

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #72 (Juni/Juli 2007)

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