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Interviews & Artikel

N.O.E.

Wer das Ox schon etwas länger liest, wird es bereits gemerkt haben: Deutschpunk ist nicht so ganz mein Ding. Klar, Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel, und die besagt bei mir, daß die Fake-Combo EISENPIMMEL musikalisch und textlich gar nicht so weit von der Realität entfernt ist: Deutschpunk wird von plumpem Suff, uncooler Uffta-Musik und Scheißhausparolen bestimmt. Doch um auf die Ausnahmen zurückzukommen: Die spielen zwar Punkrock mit deutschen Texten, aber damit sind die Gemeinsamkeiten auch schon aufgezählt. Gehen wir einen Schritt weiter. Mit der Wiedervereinigung brach über die FNL nicht nur der Konsumwahn herein, sondern auch Deutschpunk westdeutscher Prägung. In Kombination mit dem oft rudimentären Punkverständnis - bitte entschuldigt diese Formulierung - in dem von meiner Großmutter bis heute "Zone" genannten Gebiet, ergab sich so für diverse abgetakelte, gar nicht mehr so punkige Labels und Mailorder die Chance, den Punkramsch, den im Westen keiner mehr haben wollte, im Osten loszuschlagen. Mittlerweile, das gestehe ich zu, hat sich die Situation im Osten freilich erheblich gebessert: es gibt einige gute Fanzines und diverse coole Bands, aber an der Label- und Mailorderfront sieht´s immer noch ziemlich düster aus. Über all das und noch viel mehr unterhielt ich mich N.O.E. Die kommen aus Delitzsch und haben mit "Deutsche Fratze" letztes Jahr ein ziemlich cooles Album aufgenommen.

So, die Vorstellung bitte:

Ötsch: Hi, hier ist der Ötsch, und ich spiele die Gitarre und singe auch.

Kord: Ich bin Kord und spiele Schlagzeug.

Zonk: Und ich bin Zonk, spiele Bass und habe den schlimmsten sächsischen Dialekt von uns vieren. Außerdem ist da noch Boss, der ist unser Keyboarder.

Ich war tatsächlich schon am Überlegen, ob ihr wohl so heftig sächseln würdet, daß ich Probleme hätte, euch zu verstehen.

Ötsch: Naja, ich strenge mich immer an, möglichst hochdeutsch zu reden. Aber trotzdem merken die meisten, daß wir aus Sachsen kommen.

Zonk: Eigentlich ist sächsisch ziemlich leicht zu verstehen, weil es langsam ist. Aber es klingt halt ziemlich albern. Reite da aber bitte nicht drauf rum, das ist uns nämlich echt peinlich. Leider können wir das aber nicht wegerziehen. Seit dem Intro von der letzten WIZO-Platte weiß aber zumindest jeder, daß die Schwaben dialektmäßig die gleiche Arschkarte gezogen haben wie wir.

Mal ehrlich: Habt ihr wegen eures Sächselns tatsächlich Komplexe gehabt, im Westen zu spielen?

Ötsch: Nicht wirklich. Wir sind in der glücklichen Lage, nicht so doll zu sächseln wie andere.

Zonk: Zwischen Leipzig und Dresden ist es wirklich schlimm, da haben sogar wir Probleme, die Leute zu verstehen. Und was sollen da erst Nicht-Sachsen sagen? Aber so richtig angemacht worden à la "Ihr blöden Sachsen, verzieht euch in die Zone", sind wir noch nie. Wir wissen einfach, daß unser Dialekt Scheiße klingt, und das ist das Problem.

Hat das vielleicht was mit einem "Zoni-Komplex" zu tun?

Ötsch: Ich weiß nicht. Aber klar, wenn man versucht, etwa zu unterdrücken, will man natürlich etwas verbergen.

Zonk: Uns geht es bei der ganzen Sache eher darum, nicht ständig als Ost-Band, die zufällig Punk spielt, dazustehen. Sondern wir wollen eine Punkband sein, die zufällig aus dem Osten kommt.

Ötsch: Vermeiden kann man diese Einordnung allerdings nicht. Jedes Fanzine schreibt gleich was von "Punkband aus dem Osten", und sogar unser Label preist uns mit dem Zap-Zitat "Punk ist ein Meister aus dem Osten" an. Damit müssen wir uns wohl abfinden, ob uns das paßt oder nicht. Mir wäre es allerdings lieber, wenn die Leute stattdessen auf unserem Keyboard rumreiten würden.

Zonk: Grundsätzlich würde ich auch sagen, daß im Westen Vorurteile gegenüber Ostbands vorhanden sind.

Nämlich?

Zonk: Na, daß Ostbands eher stumpf und musikalisch recht einfach sind. Darauf werden die meist reduziert.

Ötsch: Man muß aber auch einfach sehen, daß man die guten Ostbands an einer Hand abzählen kann: FLUCHTWEG, DRITTE WAHL und noch ein paar unbekanntere wie etwa NO EXIT. Dem stehen Band wie STROHSÄCKE gegenüber.

Zonk: Oder SCHLEIMKEIM. Die verkaufen sich dreimal so gut wie ´ne spielerisch anspruchsvollere Band. Und das wirkt sich natürlich auf den Ruf von Ost-Punkbands aus.

Dazu paßt natürlich, daß die fünf neuen Bundesländer mittlerweile Hauptabsatzgebiet von so ätzenden Mailordern wie A.M. Music sind. Die pumpen den Dreck, den im Westen keiner haben will, in den Osten.

Zonk: Das ist aber bei allem so, nicht nur im Punk. Der Westen hat den Osten doch komplett überrollt.

Kord: Den A.M. Music-Katalog hat nach der Wende wirklich jeder im Osten gehabt. Die schicken dir den auch jetzt nach fünf Jahren noch zu, selbst wenn du nichts bestellst.

Kommen wir nochmal auf das Klischee von Ost-Punk zurück: Ist es denn tatsächlich so übel, oder handelt es sich um ein dummes Klischee?

Ötsch: Ich würde sagen, das ist einfach eine Geschmackssache: SCHLEIMKEIM hätten nicht 10.000 Platten verkauft, wenn das niemand hören wollte.

Zonk: Und tatsächlich wurde davon der größte Teil im Westen verkauft. Wir wissen das, weil wir wie die auf Nasty Vinyl sind. Das Ding ist, daß die Szene im Osten nicht so entwickelt ist wie im Westen. Fanzines kennen dort die wenigsten Leute. Wenn wir spielen, haben wir immer einen Stand mit T-Shirts, CDs und auch Fanzines. Und die zwei Hefte, die wir pro Konzert im Osten verkaufen, gehen auch nur an Leute, die selber ein Heft machen. Das führt dazu, daß bei uns fast nur die bekannten Bands angesagt sind, da die unbekannten keine Chance haben, an die Leute ranzukommen.

Von Amöbenklang mal abgesehen gibt es auch keine Labels im Osten.

Ötsch: Naja, so ein paar kleine schon noch, etwa Halb 7 Records oder Tollschock. Aber Amöbenklang aus Rostock ist tatsächlich das größte Ostlabel.

Zonk: Man muß aber auch sehen, daß die Szene im Osten kaum Zeit hatte, sich zu entwickeln. Und für sechs Jahre ist schon ziemlich viel passiert. Wir hatten ja auch den Vorteil, nicht bei Null anfangen zu müssen, denn die West-Labels hatten das Potential, auch den Osten noch abzudecken. Weshalb ein Label im Osten aufmachen, wenn die aus dem Westen sowieso mehr Erfahrung hatten? Für uns ging 1989 die Punkentwicklung da los, wo der Westen schon war.

Ötsch: Bei uns war es so, daß Nasty Vinyl das erste Label war, das uns einen Plattenvertrag anbot, und da haben wir zugegriffen. Wir hätten auch das Angebot von einem Ostlabel angenommen, wenn die früher gekommen wären. Abgesehen davon sind wir mit Nasty Vinyl sehr zufrieden.

Wie alt seid ihr, und seid wann seid ihr Punks?

Zonk: Ich bezeichne mich weder als Punk oder Hardcore, aber schwirre natürlich in dieser Szene rum. Ich bin jetzt 19, und mit 15, 16 fing ich an, mich für Punk zu interessieren. Vor der Wende war bei uns punkmäßig also noch gar nichts, schon rein altersmäßig.

Kord: Zonk und ich kennen uns seit der ersten Klasse und hingen ständig zusammen rum. Irgendwann kamen wir dann auf die Idee, selber Musik zu machen, und so ging das los.

Ötsch: Bei mir war das ein bißchen anders. Ich war eher gruftig drauf, so mit toupierten Haaren, und stand auf Bands wie CURE. Das war noch zu Ostzeiten und eigentlich ziemlich cool. Ich bin 23, und so hatte ich auch ein paar Jahre mehr Zeit als die anderen. Gruftie war ich ein Jahr, und dann lernte ich Zonk kennen und wir fingen an, zusammen rumzuklimpern.

Zonk: Boss ist 20, aber der hat mit der Punkszene eigentlich nichts zu tun. Der ist in unserer Band und da kommt er natürlich nicht drumrum, beinahe jedes Wochenende in einem Punkclub abzuhängen. Wir kannten den von früher her, und irgendwie ergab sich dann die Sache mit dem Keyboard.

Damit sind wir schon beim Thema: Euer herausstechendstes stilistisches Merkmal ist das herrlich klimprige Keyboard.

Ötsch: Zonk und ich haben von Anfang an mit ´nem Keyboard Musik gemacht. Ich habe irgendwann mal eins zu Weihnachten bekommen und fing dann an, mit Drumcomputer und so Geklimper rumzuspielen, und Zonk begleitete mich mit der Gitarre. Wir coverten damals CURE-Songs und so.

Kord: Später hatten wir ein Schlagzeug aufgetrieben und spielten schon Punkrock. Das Keyboard stand unbenutzt in der Ecke rum, und irgendwann suchten wir uns jemand, der das spielen konnte. Anfangs kam das nur bei ein paar Songs zum Einsatz, mittlerweile aber bei fast jedem.

Ötsch: Uns verbindet, daß wir spieltechnisch alle bei Null angefangen haben. Anfangs wußten wir nicht mal, wer welches Instrument spielen soll. Jetzt gibt es uns schon vier Jahre und wir hätten nie gedacht, daß das mal so weit kommt.

Zonk: Das merkst du schon am Namen. Wenn wir gewußt hätten, daß wir jemals einigermaßen bekannt werden, hätten wir uns nie so ´nen Namen mit einfach nur drei Buchstaben gegeben. Bei unserem ersten Auftritt mußte damals natürlich ein Name her, also nahmen wir irgendwas. Danach trauten wir uns nicht, den wieder zu ändern, um die Leute nicht zu verwirren. Naja, und irgendwann mußten wir uns dann tatsächlich mal was einfallen lassen für die drei Buchstaben, denn die Fanziner und auch zig andere Leute wollten wissen, was N.O.E. denn nun bedeutet.

Und wie kamt ihr dann auf den Blödsinn mit "Na, operativ entfernt?"

Ötsch: Ich war mit meiner Freundin im Urlaub und wir nützten die Zeit, indem wir uns zwanzig mögliche Bedeutungen einfielen ließen. Im Proberaum haben wir dann beraten und uns für "Na, operativ enfernt?" entschieden.

Zonk: Das schöne ist ja, daß der Bandname gleichzeitig der Antwortsatz ist, wenn jemand wissen will, was N.O.E. heißt. Du sagst "Na, operativ entfernt" und das wars. Und je nach Betonung gibt´s da die unterschiedlichsten Varianten.

Damit ist klargestellt, daß es sich nicht um eine Frage an denjenigen handelt, der den in einem Songtitel verewigten "Tumorbedingten Keuchhusten" hat.

Zonk: Nee, das war nur so, daß irgendwer mal ein Nasenspray anschleppte, wo in der Anleitung stand "Nicht anzuwenden bei tumorbedingtem Keuchhusten".

Wir waren vorhin bei euren Keyboards stehengeblieben. Keyboards werden von Punks ja immer mit Mißtrauen betrachtet, und wenn man von Ausnahmen wie RAZZIA absieht, gibt es auch nur extrem wenige Punkbands, die Keyboards einzusetzen wagen. Zu recht, denn Keyboards sind natürlich irgendwie gruftig und bombastrockig und damit äußerst unpunkig.

Ötsch: Bei unseren Konzerten, gerade am Anfang, gab und gibt es natürlich immer verdutzte Gesichter. Aber wir haben das durchgezogen, auch wenn immer wieder mal jemand sagt, das käme Scheiße. In der Regel finden die Leute das aber gut und ermutigen uns, so weiterzumachen.

Zonk: Nur weil wir ein Keyboard haben, weichen wir noch lange nicht von unserer Grundlinie ab, und die heißt Punk. Ich finde, das Keyboard kommt schön quirlig.

Was ist das für eine Ecke, wo ihr herkommt? Zu Delitzsch fällt wohl kaum jemand was ein.

Zonk: Delitzsch liegt zwischen Bitterfeld und Leipzig. Leipzig - Montagsdemo, Heldenstadt und so, Bitterfeld - Luftkurort.

Ötsch: Wir hatten eigentlich immer Glück: Wenn in Bitterfeld mal wieder irgendwas in die Luft geblasen wurde, ging der Wind meist in die andere Richtung und hat den Dreck Richtung Wittenberg getrieben. Ansonsten ist Delitzsch ´ne Kleinstadt mit 30.000 Einwohnern. Da werden Wissoll-Pralinen hergestellt, das ist die einzig bekannte Firma im Ort. Früher war das natürlich die "Delitzscher Pralinenfabrik".

Ötsch: Und außerdem gibt es in Delitzsch einen geilen Club, "Westclub" heißt der, und da haben schon jede Menge Bands gespielt. Außerdem gibt´s noch ein Krankenhaus und das VPKA, das "Volkspolizeikreisamt".

Zonk: Nein, das gibt´s natürlich nicht mehr, das war nur aus einem Song von MÜLLSTATION zitiert. Außer dem Club gibt´s nur noch chinesische und griechische Restaurants, und natürlich haben wir auch eine kleine Punkszene.

Man hört aus dem Osten ständig, daß alles voller übler Naziglatzen ist. Wie sieht´s bei euch damit aus?

Zonk: Klar, solche Städte gibt es, aber auch solche, wo eine starke linke Szene existiert. In Delitzsch haben wir mit Nazis keine größeren Probleme. Und in Leipzig existiert natürlich eine starke, große linke Szene. Das ist übrigens so ´ne Sache, die an der Wiedervereinigung wirklich gut war: Die Besitzverhältnisse vieler Häuser sind noch nicht geklärt, und wenn jemand ein Haus besetzt oder besetzt hat, weiß niemand, wer die da wieder rausschmeißen darf.

Die Punk- und Hardcoreszene ist eine, die sich sehr internationalistisch gibt. Da ist es doch irgendwie ein Wiederspruch, wenn selbst wir ständig von Ost und West reden.

Zonk: Natürlich. Genauso, wie die Wessis über die Ossis schimpfen, lästern wir über die Wessis. Und da bist du natürlich plötzlich sowas wie ein Rassist im eigenen Land. Obwohl ich weiß, das es eigentlich scheißegal ist, ob eine Band oder ein Label aus dem Westen oder dem Osten kommt, so fragt doch immer wieder danach. Ich denke, man kann eben nicht einfach so tun, als ob Punk im Osten die gleiche Entwicklung durchgemacht wie im Westen. Und was im Osten früher unter Punk lief, kommt an die eigentliche Grundidee von Punk sicher näher ran.

Das mußt du jetzt aber erklären.

Zonk : Na, im Osten war Punk automatisch gefährlich. Da gab es garantiert keine staatlichen Einrichtungen oder Institutionen, etwa Jugendclubs, die sowas unterstützt hätten. Punk war absolut D.I.Y., man mußte sich seine Verstärker aus alten Radios zusammenlöten, und die billigste Schrottgitarre aus tschechischer Produktion kostete 2.500 Mark. Das konnte sich natürlich keiner leisten, also mußte ebenfalls aus irgendwelchem Schrott eine Gitarre zusammengebastelt werden. Die Grundidee, daß man als Punk völlig anti ist und nichts geschenkt bekommt, war bittere Realität. Ganz zu schweigen von den ABVs, den "Abschnittsbevollmächtigten", die jeden Punk in ihrem Bezirk auf dem Kieker hatten.

Ötsch: Bei mir war einer in der Klasse, der ein bißchen wild aussah und FEELING B und solche Bands hörte. Als es in dessen Nachbarschaft gebrannt hat, wurde der als erster aus dem Bett gezerrt und verhört. Als Punk warst du automatisch verdächtig. Und ich finde es schade, daß wir das nicht mehr miterlebt haben. Wir waren damals noch brave Jungpioniere.

Zonk: Dafür haben wir den Vorteil, die Wende miterlebt zu haben. Das war wirklich cool, denn plötzlich hattest du alle Freiheiten. Niemand wußte mehr, wie es weitergeht, keiner hatte einen Plan, die Zukunft war völlig offen. Jeder konnte machen, was er will, und das war ein Stück weit Anarchie. Jeder konnte sagen, was er wollte, und die Typen, die vorher was zu melden hatten, bekamen plötzlich aufs Maul. Aber kaum hatte man das Gefühl, daß die Welt plötzlich gerecht ist, kamen die an, die aus "Wir sind das Volk" den Slogan "Wir sind ein Volk" machten. Und da hatte sich die Sache innerhalb von einem halben Jahr erledigt.

Was macht ihr sonst so? Seid ihr alle arbeitslos, um ein weiteres Ost-Klischee einzubringen?

Zonk: Arbeitslos nicht, arbeitsscheu schon. Ich und Kord sind derzeit Zivis.

[b] Ötsch:
Und ich bin Baggerfahrer. Das ist zwar nicht mein Traumjob, aber finanziell ist die Sache völlig o.k. Und solange wir nicht von der Band leben können, muß ich das wohl weiterhin machen.

Joachim Hiller

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #23 (II 1996)

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