Interviews & Artikel : SOCIAL UNREST :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

SOCIAL UNREST

Nach dem Erfolg von SOCIAL UNRESTs "Rat In A Maze"-EP 1982, verließ Sänger Creetin K-os die Band, um andere Formen der Musik zu entdecken und sich selbst zu finden. Die ersten beiden SOCIAL UNREST-Releases, inzwischen wegweisende Platten des 80s-US-Hardcore, sind geprägt von Creetins prägnantem Gesang und den Songs über Verzweiflung, Entfremdung und Krieg. Und nun sind SOCIAL UNREST zurück, zwar mit neuer Besetzung, aber wieder mit Creetin als Frontmann. Das interviewte führte Jason Honea, Creetins Nachfolger als S.U.-Sänger.

Du bist viel herumgekommen, seit du SOCIAL UNREST 1983 verlassen hast. Was hast du seitdem musikalisch getrieben?

Als ich bei SOCIAL UNREST ausstieg, war ich an einem Punkt angelangt, an dem ich herausfinden wollte, was das Leben sonst noch zu bieten hat. Die Punk-Szene begann uninteressant zu werden, ich fühlte mich eingeengt. Ich hatte genug davon, dass Leute mir sagten, wie Punkrock aussehen und sich anhören sollte. Es schien so, als ob Leute ihre Möglichkeiten nicht nutzten, bloß weil es uncool sein könnte. Der Grund, warum Punk existierte, war für mich, dass die Leute es satt hatten, dass ihnen gesagt wurde, wie sie aussehen, spielen und sich zu verhalten hätten, und deshalb ihr eigenes Ding aufzogen. Als ich die Band verließ, lebte ich im Haus meiner alten Band HAVEABLAST. Dort traf ich mich mit vielen verschiedenen Musikern, mit denen ich etwas vollkommen anderes als Punk spielte. Wir hatten tonnenweise Equipment, unter anderem viele Synthesizer in unserem Studio und nahmen Tag und Nacht auf. Wir hatten uns keine Grenzen gesetzt, wir spielten einfach, worauf wir gerade Lust hatten. Rock, Speed Metal, Techno, Space Punk ... Dadurch, dass ständig neue Leute ins Band-Haus kamen, spielte ich auch in vielen kleinen Bands, die hier aber nicht weiter erwähnenswert sind. Dann spielte ich noch zusammen mit meiner Schwester in einer Top-40-Coverband, mit der ich viel herumkam, auch wenn wir meist nur in Militärbasen spielten. Währenddessen zog ich nach Hawaii und gründete mit einem Kumpel THE THIRD PARTY, eine Synthie-Band - DEPECHE MODE meets DEAD KENNEDYS. Danach arbeitete ich viel und spielte hauptsächlich für mich selbst Gitarre und für eine Hand voll Konzerte bei MELANIE X und mit SKINNY WHITE. Und irgendwann vor einigen Monsaten rief mich dann Dave an und sagte, wir müssten mit SOCIAL UNREST bei der Ruthie's Reunion Show mitmachen - Ruthie's Inn, die legendäre Punk-Bar in der East Bay. Das hat gut geklappt und hier sind wir und spielen wieder Shows.


Ist Musik für dich der beste Weg, dich auszudrücken?

Musik ist sicherlich einer der besten Wege dafür. Aber das gilt für jeden kreativen Schaffensprozess, durch den ich mich ausdrücke. Flyer, Albumcover, T-Shirts und überhaupt Kleidung herzustellen, gibt mir eine gewisse Art der Befriedigung. Die meisten meiner "Punkrock"-Klamotten habe ich damals selbst hergestellt, weil ich mir die 30 bis 50 Dollar teuren Importe aus England nicht leisten konnte. Ein paar Spraydosen, Klebeband, und was ich sonst noch im Haus finden konnte, mussten da ausreichen.


Was wolltest du erreichen, als du bei SOCIAL UNREST eingestiegen bist?

Da muss ich etwas weiter ausholen ... Als ich in meiner ersten Band spielte, HAVEABLAST, war ich 12 oder 13 Jahre alt. Wir probten über drei Jahre ungefähr drei- bis viermal die Woche, hatten aber in dieser Zeit nur einen einzigen Auftritt. Die anderen Bandmitglieder waren schon alle Mitte 20, sagten mir immer wieder, wie schlecht ich spielen würde, und träumten von einem total illusorischen Millionendeal. Also stieg ich aus und wurde von einem Kumpel in die Punkrock-Szene eingeführt. Dass ich bei SOCIAL UNREST eingestiegen bin, war eher Zufall. Ich kannte nur ein paar der Jungs aus der Schule und ich kann mich erinnern, wie ich ihnen sagte, dass sie schnellere und kürzere Songs spielen sollten. Etwas später lief mir ihr Sänger über den Weg und erzählte, dass er aussteigen wollte und wir beschlossen eine Band zu gründen. Zwei Tage später hatte ich es mir jedoch anders überlegt und rief bei SOCIAL UNREST an, um ihnen zu sagen, dass ihr Sänger ausgestiegen ist und ich den Job wollte. Das Einzige, was ich erreichen wollte, war Spaß zu haben und meinen alten Bandmates zu zeigen, dass man nicht der beste Gitarrist der Welt sein muss, um live zu spielen und respektiert zu werden. Die Welt zu verändern kam erst später, hahaha.


Wie wichtig sind dir deine Texte? Depressionen und Selbstmord scheinen immer wiederkehrende Themen zu sein ...

Depressionen kennt wahrscheinlich jeder, wer nicht, sollte weniger Prozac nehmen! Ich glaube, wer behauptet, in seinem Leben gebe es keine Depressionen, ist ein Lügner. Selbstmord ist nur ein Ende für Feiglinge. Es ist eine faule Ausrede. Life is pain.


Wie fühlst du dich nach einem Auftritt?

Aufgedreht und befriedigt. Es ist ein tolles Gefühl, zu wissen, dass du jemanden bewegt hast, oder noch besser, das ganze Publikum.


Wie würdest du eine Punkband beschreiben?

Schwer zu sagen, gerade in der heutigen Zeit, wo alles miteinander vermischt wird. Ist eine Band Punk, weil sie schlecht ist und auf billigem Equipment spielt, dafür aber Seele und Energie hat? Oder ist eine Band aus verwöhnten Kids "Punk", deren Eltern ihnen teure Instrumente kaufen un die schnell und tight spielen, aber keine Probleme haben? Ich würde sagen, es sind 29% Naivität, 20% Image, 40% Können, 11% Lautstärke und 110% Attitüde.


Wie sollen sich eure Zuschauer während eurer Show fühlen?

Inspiriert, etwas zu bewegen. Und nicht rumsitzend, trinkend und darauf hoffend, flach gelegt zu werden. Es ist ein tolles Gefühl, wenn jemand nach der Show zu uns kommt und sagt, dass er sich mit unseren Texten identifizieren kann. Das ist besser als "Good set, dude", obwohl man so was natürlich auch gern hört.


Wie unterscheidet sich der Sound von SOCIAL UNREST von anderen Punkbands?

Anfangs hörten wir uns an wie eine Mischung aus SEX PISTOLS und RAMONES. Ich gebe zu, Mister Rotten hatte einen großen Einfluss auf meine Art zu singen. Ich liebte diesen '77-UK-Sound. Seltsamerweise änderte sich das aber, nachdem ich mit U.K. DECAY in England tourte. Ich glaube, ich hatte meinen eigenen Stil gefunden. Als ich zurückkam, hatte der Rest der Band einige unfertige Songs. Ich hatte viele neue Erfahrungen gemacht und wollte diese textlich verarbeiten. Ich denke, zu dieser Zeit entwickelten wir mit SOCIAL UNREST unseren eigenen Stil und Sound. Wenn du die "Making Room For Youth"-LP mit der "Rat In A Maze"-EP vergleichst, ist der Unterschied riesig. Ich glaube, jede Band, die lange genug zusammen bleibt und ihre Einflüsse respektiert, wird ihren eigenen Sound entwickeln.


Was waren deine Einflüsse außerhalb der Musik?

Darüber hab ich noch nie wirklich nachgedacht, aber ich würde sagen, Filme. Ich bin fasziniert von bestimmten Szenen, Kostümen und Dialogen. Ich kann mir Filme wieder und wieder anschauen und dann benutze ich Sprüche daraus auch im Alltag, was aber meistens dazu führt, dass die Leute mich für verrückt halten, ich mich erklären muss und die Pointe versaut ist. Ich hatte aber auch schon immer ein großes Interesse an Kunst. Egal welcher Stil oder welches Medium. Von klassischen Gemälden über Architektur bis zur Pop Art. Es fasziniert mich zu sehen, was Menschen mit einer Idee, zwei Händen und etwas Werkzeug schaffen können.


War Punk nicht immer eher uninteressiert an Kunst?

Diese Behauptung habe ich noch nie verstanden. Kunst war einer der Gründe, noch vor der Musik, weshalb ich mich dieser Bewegung angeschlossen habe. Die Cover der Alben waren viel beeindruckender und interessanter, als die der Rockbands mit ihren Hochglanzfotos von zotteligen Typen.


Jason Honea

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #73 (August/September 2007)

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