Interviews & Artikel : PEACOCKS :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

PEACOCKS

Swiss idendity!

Einer besonderen Vorstellung bedürfen die Mannen des Schweizer Rock'n'Roll-Trios THE PEACOCKS nicht mehr. Ihr eingängiger und punklastiger Sound, mitreißende Live-Shows und vor allem das charakteristische, einem Schweizer Uhrwerk nahe kommenden Klicken des Stand-up-Basses, haben der Band seit ihrer Gründung im Jahre 1990 zu einem festen Platz innerhalb der europäischen Szene verholfen. Tauchte auf ihren ersten Veröffentlichungen noch der eine oder andere Offbeat in ihren Sound auf, so haben sie ihren Sound mit der Zeit bewusst auf das Wesentliche "reduziert" und sich somit quasi ihr eigenes Genre erschaffen. Willkommen im wild rockenden Mikrokosmos eleganter kleiner Punk-Hymnen, basierend auf Gitarre/Gesang (Hasu), Stand-up-Bass (Simon) und Schlagzeug (Jörg), die bei allem vorhandenen Schmutz, immer wieder gekonnt den Bogen schlagen zum zuckersüßen Popsong. Genau in eben genannter Besetzung haben die Jungs auch das 2004 von Mass Giorgini produzierte Album: "It's Time For ..." eingespielt und weltweit via Asian Man Records (USA), Household Name Records (Europa), TV Freak Records (Japan) beziehungsweise Crazy Love Records (Vinylversion) veröffentlicht, welches als bisherige Quintessenz ihres Schaffen angesehen werden muss. Darüber hinaus haben die drei fleißig Konzertbühnen, unter anderem auf Touren in Kanada und Japan in Grund und Boden gerockt und ein paar Raritäten in Form des 2005 veröffentlichten "Dem-o-lition"-Albums (Hairball 8 Records) dem Tageslicht zugänglich gemacht. Um den Jungs nun anlässlich des via People Like You erschienen neuen Albums mal etwas auf den Zahn zu fühlen, habe ich via Datenautobahn ein paar Fragen in die Alpenrepublik geschickt.


Ihr habt gerade ein neues Album namens "Touch And Go" raus. Wo seht ihr Unterschiede zu euren vorangegangenen Veröffentlichungen?


Wir haben versucht, das Ganze ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten, auch was den Klang betrifft, sprich: verschiedene Gitarrensounds, Songs mit mehr Overdubs und andere mit fast gar nichts. Zweitens haben wir alles live im Studio eingespielt. Und wir waren in zwei verschiedenen Studios in verschiedenen Zeiträumen, allein schon deswegen gibt es da klangliche Unterschiede bei den einzelnen Songs. Ist auch ein bisschen ein Experiment, weil die Scheibe eventuell nicht ganz so "homogen" wirkt, fast schon wie eine Compilation, aber wir finden es geil so. Und weniger langweilig, auch wenn nicht alles genau gleich klingt. Generell kann man sagen, dass die Scheibe mehr Rockabilly- beziehungsweise Psycho-Anklänge hat. Große Erwartungen haben wir eigentlich nie, aber wir erhoffen uns natürlich, dass die Leute die Platte mögen und kaufen und die Songs natürlich dann auch live hören wollen.


Ihr seid ja mittlerweile schon ein paar Jahre unterwegs auf den Bühnen dieser Welt. Wie seid ihr zum jetzigen Zeitpunkt mit eurer "Karriere" zufrieden? Wo seht ihr diesbezüglich "ups and downs"? Welche spürbaren Veränderungen lassen sich zu euren Anfangstagen als Band festhalten und wie haben diese auch auf euren Sound und eurer Auftreten Auswirkung?

Nun ja, unser erstes Konzert fand im Herbst 1990 statt, und nachdem wir die ersten sieben Jahre eigentlich nicht viel gemacht haben und auch nicht groß auf Tour waren, ging es dann so ab 1998 eigentlich stets nach oben. Einige Durststrecken waren wohl auch dabei, vor allem auch, als wir neue Drummer suchen mussten, und ich meine, wir haben uns auch zweimal fast aufgelöst, aber dann halt einfach Pausen eingelegt, um mal den Kopf wieder klar zu kriegen. Grundsätzlich denke ich, dass unsere "Karriere" fast schon unglaublich ist, zumindest hätte keiner von uns je gedacht, so weit zu kommen. Und das fast ohne Unterstützung von Medien, Plattenfirmen, eben ohne groß die Promo-Maschinerie einzuschalten. Dass wir heutzutage ganz anders auftreten als noch in den ersten Karrierejahren versteht sich allein deshalb schon von selbst, weil die PEACOCKS unsere erste Band waren und wir damals ohne jede Erfahrung begonnen haben. Ich hatte am Anfang nicht mal einen eigenen Amp, sondern habe immer nur die Verstärker der anderen Bands genutzt. So gesehen war unser Sound auch viel weniger definiert, da war einiges möglich. Wir haben auch viel ausprobiert und musikalische Einflüsse zugelassen, die aus heutiger Sicht fast schon peinlich sind, auch mal einen Rap-Part in einem Song gehabt und so Zeugs. Oh weh! Da sind wir heute schon wesentlich fokussierter und machen das, was wir am besten können und unserer Meinung nach zu uns passt.


Wie sieht es denn im Moment so aus mit der Szenelandschaft bei euch?

Nun ja die Schweizer Musikszene, hm? Sicherlich nicht das Gelbe vom Ei, ist aber die letzten Jahre viel besser geworden und immer mehr Bands machen ihr Ding mit größerem Selbstvertrauen. Auch die Akzeptanz beim einheimischen Publikum wird immer größer. Wo früher vor allem ausländische Bands die Clubs füllten, darf heute auch mal Einheimisches "sold out" melden. Die meisten Bands versuchen allerdings immer noch, den Amis und Engländern nachzueifern, aber erreichen halt dann doch nicht deren Niveau. Und die großen Labels unterstützen dieses Treiben sogar noch und signen mit Vorliebe Kopien, obschon die erfolgreichsten Schweizer Bands immer solche waren, die etwas Eigenes und Neues kreierten, YOUNG GODS, CELTIC FROST oder YELLO zum Beispiel. Oder wir, haha! Im Untergrund halt. Akzeptiert sind wir längst und auch okay erfolgreich. Weil wir auch zu den wenigen Schweizer Acts gehören, die im Ausland touren.


Den einen Song macht die Musik, den anderen Song der jeweilige Text essentiell. Welchen Stellenwert haben in euren Songs die Texte im Verhältnis zur Musik? Gibt es da bei euch gewöhnlich zu erst die Musik oder baut ihr eure Songs um einen Text herum auf?

An erster Stelle steht immer die Musik, Texte kommen danach und sind weniger wichtig. Gehören aber dazu, ganz klar! Eben mal mehr, mal weniger wichtig. Ich will mich beim Songschreiben aber nicht unnötig unter Druck setzen, wahnsinnig tolle Sachen schreiben zu müssen. Auch gute Texte sind relativ und teilweise genau so sehr Geschmacksache wie die Musik.


Über eure Songs hinaus seid ihr vor allem für eure energiegeladenen Bühnenshows bekannt. Zudem hat man bei euch auch stets das Gefühl, dass ihr drei eine echte Einheit bildet, auch über die Musik hinaus. Welche Rolle kommt in diesem Fall dem "richtigen" Styling zu? Wie habt ihr euch diesbezüglich über die Jahre hinweg verändert und inwiefern bedingt die Musik auch ein entsprechendes Outfit?

Bühne ist Energie rauslassen, unbedingt! Im Rock'n'Roll sowieso. Da sitzt man tagsüber im Bus oder backstage und wir sind jetzt auch nicht diejenigen, die da groß Radau machen oder so, also wird auf der Bühne gerockt! Wir sind eine Band und eine Band sollte immer auch eine Einheit sein, dass macht vieles einfacher. Wir sind ja die meiste Zeit auch nur zu dritt unterwegs, also keine Manager, Mischer und Mercher, da ist es schön, wenn man gut miteinander klarkommt. Gemeinsame Interessen sind wichtig und schlagen sich eventuell ganz automatisch auch im Outfit nieder oder dergleichen. Styling ist bis zu einem gewissen Grad wichtig, aber übertreiben sollte man das nicht. Sonst sieht man schnell lächerlich aus, wirkt unecht oder gar wie gecastet.


Da wir gerade bei der "richtigen" Optik waren. Gerade in der heutigen Zeit ist es quasi selbstredend, dass man über die Musik hinaus, auch bei der Verpackung versucht, sich so gut wie möglich von der Konkurrenz abzuheben. Welchen Stellenwert messt ihr dem bei, wo versucht ihr eure Prioritäten zu setzen? Über welche Formate soll eure Musik verfügbar sein?

Nun ja, die Optik wird immer wichtiger, aber oft hab ich eher das Gefühl, dass innerhalb der einzelnen Genres alle versuchen, gleich auszusehen, viele klingen auch immer gleicher. So kommt es mir zumindest teilweise vor, total austauschbar. Da will ich eigentlich nicht mitspielen. Gut ausschauen, ja! Aber die eigene Identität geht ganz klar vor. Echtheit auch. Was Design angeht, da haben wir uns jahrelang nicht groß drum gekümmert, ich weiß aber eigentlich nicht weshalb. Zum Teil Faulheit, gemischt mit Desinteresse. Wird aber besser jetzt, versprochen. Fuck, wir hatten bis vor einem Jahr nicht mal eine Homepage. Unglaublich, das hat man heutzutage doch noch vor dem ersten Konzert. Und ja, die Schallplatte bleibt, ganz klar! Die CD wird ersetzt durch irgendwas ... Logisch, dass unsere Musik über alle Formate verbreitet werden sollte und vor allem jeder die Songs hören soll, der will.


Gibt es momentan Kooperationen mit befreundeten Bands und Künstlern? Gibt es manchmal auch Gedanken an einen Alleingang, ein eventuelles Soloprojekt, um mal aus gewohnten Bahnen auszubrechen?

Ja, wir werden sicherlich das eine oder andere Projekt starten und das womöglich schon bald. Ein PEACOCKS-Hörer setzt ja auch gewisse Erwartung in unsere Musik, was ich auch total verstehe, und deswegen hat vieles auch keinen Platz, was wir vielleicht gerne machen würden. Da hat es schon eher Sinn, mal unter anderem Namen etwas auszuprobieren. Also, es bleibt spannend.


Band, Alltag und das "normale Leben", ein altbekanntes Problem. Wie bekommt ihr das geregelt? Wie schafft ihr es immer wieder das Kribbeln zu spüren, das einn drängt, es noch einmal wissen zu wollen?

An erster Stelle steht definitiv die Liebe zur Musik. Wir gehen immer noch gerne in den Proberaum und schreiben neue Songs. Dazu kommt, dass wir bis dahin nie das Gefühl hatten, dass es mit uns abwärts geht, im Gegenteil. Ab und an machen wir kleinere Pausen, aber schon nach wenigen Wochen will man wieder auf Tour oder etwas aufnehmen oder so. Das "normale Leben" haben wir zum Glück nicht. In der Band sein, ist für uns normal und Arbeiten eher etwas Ungewohntes.

Lars Weigelt

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #74 (Oktober/November 2007)

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