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Interviews & Artikel

BAMBIX

Viva la Jägermeister

Holländische Bands haben es wirklich nicht immer leicht: Da muss man fernab der Heimat in Brasilien Bodyguards und Personenschutz organisieren, weil man sich wegen all der verrückten Fans nicht mehr auf die Straße trauen kann. Aber zu Hause in den Niederlanden hat man immer noch den Status "Geheimtip", was melodischen Punkrock angeht, und das, obwohl mittlerweile schon das fünfte Studioalbum veröffentlicht wurde: Die Rede hier ist von BAMBIX, der Punk-Institution um Sängerin Wick Bambix, Drummer Peter Dragt und Bassist Patrick Turner.

Statt mit den MISFITS auf Deutschlandtour zu gehen, wollen die drei Holländer ab April oben ohne in Rio am Strand liegen und nebenbei ihr neues Album "Bleeding In A Box" an Frau und Mann bringen. Ob das Gras woanders wirklich grüner ist als in der Heimat und was Wick Bambix sonst noch so durch den Kopf geht, beantwortete sie mir per E-Mail.


Wick, euer aktuelles Album "Bleeding In A Box" habt ihr in den Hype Studios in Belgien aufgenommen, das erste gänzlich mit Solarenergie betriebene Tonstudio dort. Wieso habt ihr euch für dieses Studio entschieden?

Wir hatten nach einem anderen Sound und einer anderen Art zu Arbeiten gesucht. Im Internet fand ich die Hype Studios, die auf ihrer Top 3 der Bands, mit denen sie am liebsten arbeiten würden, BAMBIX genannt haben. Also habe ich sie kontaktiert und dabei kam heraus, dass DJ Moens der Produzent ist. Er ist der Gitarrist von LA MUERTE, einer Band, die ich früher schon sehr gerne mochte. Ich hab hier ein Foto an der Wand hängen von ihm und mir, als ich etwa 16 Jahre alt war. Das alles hat mir ein sehr gutes Gefühl gegeben. Und Jan, der Boss des Studios, ist ein Mann, der nicht nur nach der Kohle schaut, sondern auch nach einer umweltfreundlichen Art zu Arbeiten. Wir hatten im Vorfeld noch darüber gelacht, weil Solarenergie in Belgien ... na ja, da gibt's doch niemals Sonne, haha. Wir malten uns aus, wie das wohl werden würde, wenn wir gerade so richtig gut spielen und der Strom ausfällt und wir alles noch mal von vorne spielen müssen. Ich finde es generell aber gut, wenn man weiter denkt und sich über wichtige Sachen Gedanken macht, deswegen finde ich, dass Jan einen sehr guten Job macht.

Wie muss man sich die Recording-Sessions in solch einem Studio vorstellen? Arbeitet man dort anders als in konventionellen Tonstudios?

Was den Strom angeht, gibt es in den Hyde Studios keine Unterschiede zu anderen Studios. In den Studios, in denen wir vorher gearbeitet hatten, saß man immer im Regieraum und es gab keinen Platz zum Übernachten oder zum Ausspannen. In den Hyde Studios gab es sehr viel Platz und man konnte sich ausruhen oder einfach vor sich hin spielen. Der Produzent DJ ist ein Hammerkerl, wir haben bei jedem Song einen anderen Sound gewählt, und viel an der Produktion mitgearbeitet. Es klingt jetzt auch viel direkter, weniger Effekte, so ist der Sound viel mehr in-your-face. Manche Leute finden das schade, aber wir finden es besser. BAMBIX ist nun mal nicht METALLICA.

Wie sehr richtet ihr eure Entscheidungen im Alltag an Dingen aus wie Umweltverträglichkeit, Nutzung alternativer Energien oder Nachhaltigkeit?

Na ja, man gibt sich Mühe, soweit es geht. Mit Pferd und Wagen nach Frankfurt fahren geht ja nicht. Und mit dem Kanu nach Rio de Janeiro auch nicht. Aber deswegen nehmen wir immer sehr viele Leute im Bus mit. Vor allem, wenn sie blond und hübsch sind. Damit die nicht alle ihr eigenes Auto nutzen.

Was denkst du, woran liegt es, dass ihr in Brasilien und Deutschland enorm bekannt seid, in eurer Heimat Holland dagegen weniger?

Wir spielen im Moment auch in Holland, aber das ist ein anderes Publikum, die wollen nur, was neu und trendy ist. Unsere Release-Party in Nijmegen war aber komplett voll und die Leute haben viel Sauerkrautsurfen gemacht. Aber wir waren immer auf einem deutschen Label, also war die Promotion auch immer vor allem auf Deutschland, Schweiz und Österreich ausgerichtet. Wir spielen auch oft in Osteuropa, haben letztens in Großbritannien getourt und in Frankreich. Aber weil wir in Deutschland immer so eine viel Spaß haben, sind wir sehr gerne hier. Für uns ist Deutschland ein bisschen so was wie unsere zweite Heimat geworden.

Erkläre mir doch bitte deine Verbindung zu Tyra Banks. Du hast auf "Bleeding In A Box" ein Stück nach ihr benannt.

Ich hatte ein Hündchen, das Tyra Banks hieß, weil sie ihr ähnelte - dieselben Haare und eine lustige Nase. Ich schaue ja immer "America's Next Top Model". Es war ein Kompliment für Tyra, dass ich solch ein liebes Hündchen nach ihr benannt habe. Leider gibt es mein Hündchen Tyra nicht mehr, sie hatte Streit mit einem Auto und das Auto hat gewonnen. Sie wird sehr vermisst.

Auf "Leave Luke be" schreist du "I'm so sick of it all". Was kotzt dich im Moment am meisten an?

Menschen, die behaupten, dass Homosexualität das Schlimmste sei, das es gibt. Dass Frauen, die Frauen lieben, oder Männer, die Männer lieben, schlimmer seien als Mörder oder Vergewaltiger. Leute wie die von der Westboro Baptist Church sagen, dass Gott das im 17. Lukas-Evangelium gesagt habe. Und dass deswegen die Welt verdammt sei. Oder wie neulich so ein ultraorthodoxer Priester behauptet hat, dass es ein Erdbeben mit tausenden Toten nur gab, weil die Welt homosexuelle Eheschließungen akzeptiert hat. So ein Scheiß kotzt mich voll an.

Ian Buruma, ein niederländischer Professor für Menschenrechte, sagte vor kurzem, dass viele Niederländer Toleranz mittlerweile als Verrat empfänden und es für sie schon ein Schimpfwort geworden sei. Wie tolerant empfindest du Holland im Moment, auch in Bezug auf die Diskussion um Geert Wilders und seinen korankritischen Film?

Es würde mich nicht wundern, wenn Wilders bald tot auf der Straße läge. In Holland wird es heutzutage mit der Meinungsfreiheit sehr übertrieben und man darf echt alles sagen, auch wenn man große Teile der Gesellschaft dadurch abstempelt. Es ist eine neue Art von Diskriminierung, die nun die Religion trifft. Wilders sagt Sachen, wofür sich früher alle Holländer geschämt hätten. Jetzt wird alles akzeptiert. Und niemand sagt oder macht etwas dagegen. Holland ist eigentlich ein sehr tolerantes Land, in dem sehr viele verschiedene Leute aus verschiedenen Kulturen ihre Heimat gefunden haben. Aber zur Zeit wird überall Hass verbreitet, und nicht nur durch rechtsextreme Menschen. Das ist sehr schlimm.

Katrin Schneider

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #77 (April/Mai 2008)

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