Interviews & Artikel : ANTISEEN :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

ANTISEEN

ANTISEEN sind ohne Zweifel eine der grössten Bands aus den letzten 20 Jahren Underground-Musikgeschichte. Vor allem sollte man hierbei ihr 1996er Album "Here to ruin your groove" als eine der richtungsweisendsten Platten der 90er anführen. Eine Band, die immer wieder imitiert wurde, deren Klasse jedoch höchst selten oder sogar niemals erreicht wurde. Im vergangenen Jahr gab es Wiederveröffentlichungen ihrer beiden Klassiker "Eat more possum" und "Southern Hostility" die re-mastered auf einer CD bei Man´s Ruin Rec. erschienen sind. Die Veröffentlichung der "15 minutes of fame, 15 years of infamy" ist eine Zusammenstellung von Raritäten und B-Seiten und umfasst die ersten 15 Jahre ihrer Studioaktivitäten (Vertrieb durch Loudsprecher in Deutschland). Zudem gibt es noch zahlreiche Singlereleases auf diversen Labels weltweit. Interessant ist auch noch die Tatsache, dass Gitarrist Joe Young im Jahr 2000 eine andere Bühne betrat, nämlich die politische. Er trat die Kandidatur für einen Sitz im Repräsentantenhaus von South Carolina an, für die Libertäre Partei. Alles sonstige Wissenswerte über ANTISEEN findet ihr im unter: www.antiseen.com
Im Jahre 2001 sind die Jungs immer noch nicht müde und bringen in nächster Zeit wieder eine neue Platte raus. Erscheinen wird das Teil auf TKO Rec. und heissen wird es "The boys from brutalsville", in Deutschland wieder über Loudsprecher erhältlich. Ich bin mir sicher, dass dieses Album nur die Spitze des Eisberges bildet, da sich die Band ihrem 20´ten Geburtstag nähert und aufgrund dieses Ereignisses sicherlich noch diverse Events oder Veröffentlichungen anstehen. Das einzige was ich schon sicher weiss, ist dass eine überarbeitete Ausgabe des Buches "The 15 years, 3 chords and one hell of a bloody trail" auf Destructo Maximus von Baloney Shrapnel (´98) erscheinen wird. ANTISEEN ist nun einmal eine Band, die trotz ihres langjährigen Bestehens immer noch stetig neue Fans für sich gewinnen können, was einfach Bände spricht. Ich habe ihren Frontmann und Sänger Jeff Clayton kurz nach einer ihrer bombastischen Shows interviewen dürfen.

Wie seid ihr eigentlich mit TKO ins Gespräch gekommen?


Es sah so aus, dass Jami Wolf von Man´s Ruin mich mit Mark Rainey von TKO Rec. bekanntgemacht hat. Ich hatte ihm dann bloss mal gemailt um ihn zu fragen, ob er keine Lust hätte unser neues Studioalbum rauszubringen. Er schien von der Idee sofort recht begeistert zu sein, wir gaben ihm gleich einen Song für auf TKOs "Punch Drunk II" Compilation und jetzt sind schon ein Livealbum und eine West-Coast Tour in Planung. Soweit läuft mit diesen Jungs alles ganz gut.

Habt ihr schon mit den Arbeiten zu dem Album angefangen? Gibt es schon ein Releasedatum?

Wir sind im Januar im Studio und wollen die Platte im April oder Mai herausbringen. Die Deutschlandveröffentlichung wird von Loudsprecher übernommen.

Irgendwelche Special Guests auf der neuen Platte?

Bis jetzt noch nicht, aber das kann sich jede Stunde, die wir im Studio sind ändern.

ANTISEEN sind jetzt schon seit etwa 18 Jahren zusammen unterwegs und haben schon Tonnen von Releases rund um den Globus auf den verschiedensten Labels herausgebracht. Würdet ihr jemals den Entschluss fassen, bei einem Major zu signen, oder überhaupt einen exclusiven Vertrag mit nur einem Label unterschreiben?

Bei ´nem Major zu unterschreiben liegt für uns in weiter Ferne. Ich denke sowieso nicht, dass ein Major Bock darauf hätte, was mit uns zu machen. Wir sind nicht "trendy" genug. Ferner will ich auch unseren Sound weder industrialisieren, verhiphoppen oder in irgendeine Trendsettermachinerie hineinrutschen lassen, noch will ich eine Tommy Hilfiger-Jacke tragen. Mit ´nem Label exclusiv was zu machen könnte ich mir evtl. noch vorstellen, aber unsere Fans kaufen immer noch 7"s, und ich mag es, diese in vielen verschiedenen Ländern rauszubringen. Aber so halbwegs sesshaft zu werden was das Label angeht, scheint mir eine gute Idee, wenn es sich irgendwie bezahlt macht.

Hat sich deine Einstellung zur Musikindustrie verändert, seit du "Kill the business" geschrieben hast?

Nicht wirklich, wenn ich mir die Musikbusiness-Typen so anschaue, ihnen zuschaue... Wir finden aber immer wieder Label, bei denen es kohlemäßig und unterstützungs- bzw. vertriebstechnisch funktioniert. Wenn du ein paar richtige Geschichten über diese Biz-Typen sehen willst, zieh dir mal so eine VH1 "Behind the music"-Episode rein. Da siehst du dann, wie diese Leute Bands ruinieren und tagtäglich damit weitermachen! Das geschieht dann dort, wo alle hinwollen, wo die Kohle lockt im Musikbusiness. Du bist kein Musiker mehr, du bist nur noch ein gebrochener Mensch. So steh ich all dem momentan gegenüber.

Was denkst du, was sich ändern wird, wenn Joe wirklich gewählt wird?

Ich glaube nicht, dass es die Bandgeschichte negativ beeinflussen wird. Jeder der Joe kennt, weiss dass er die Band irgendwie in seine Laufbahn mit einpassen wird, wie auch immer, hahaha...

Glaubt ihr, dass ihr je dazu eingeladen werdet, auf einer solchen Liberalen-Wahlpartys zu spielen?

Wir haben gerade auf einer gespielt, letzten Freitag in Raleigh, NC!

Wie war´s denn so? Welche Leute kamen denn so zu der Show und wie haben sie denn so reagiert?

Da waren etwa 200 Gäste und wir trafen die Gouverneurskandidatin, Barbera Howe und all die anderen Kandidaten und sowas. Man könnte sagen, dass wir nicht unbedingt jedermanns "Cup of Tea" waren, aber alle hatten irgendwie ihren Spass.

Abgesehen von dir und Joe hat Barry die längste Amtszeit als Gründungsmitglied auf dem Buckel. Was glaubst du trägt dazu bei, dass er immer noch mit dem gleichen Elan dabei ist?

Ich denke hauptsächlich, weil mit ihm generell sehr gut auszukommen ist und er im Moment gerade wieder mit sehr viel Liebe bei dem dabei ist, was wir so machen. Seine Rolle in der Band hat sich wirklich weit davon entfernt, nur der Drummer zu sein. Er schreibt auch Songs und hat die gesamte Studioarbeit unter seinen Fittichen. Joe war nie sehr geduldig und kann den Studiokram nicht ab und mich hat es auf Dauer auch zu sehr ausbrennen lassen. Ausserdem ist Barrys Gehör noch nicht so im Arsch wie Joes oder meins.

Wie seid ihr denn an euren neuen Basser, Doug Canipe rangekommen?

Doug spielt noch in seiner anderen Band CRONIC DISORDER, mit denen wir die letzten paar Jahre einige Shows zusammen gespielt haben. Sie spielen in letzter Zeit eher selten Gigs und somit hat er einen recht offenen Terminkalender und kann bei uns spielen. Zuerst baten wir ihn lediglich darum, bei einigen Liveshows auszuhelfen, als Joe Williams gerade dabei war, uns zu verlassen. Aber je länger wir zusammen spielten und gemeinsam probten, desto besser klappte es. Und da es für Doug zeitlich hinzuhauen schien, spielt er von nun an in beiden Bands. Er hat ausserdem unsere Website designet. Er passt wahnsinnig gut zu uns und manchmal vergessen wir fast schon, dass er erst seit einigen Monaten bei uns ist. Wir brauchten auch mal wieder frischen Wind und jemanden, der uns anpfeifft und auf das eine oder andere aufmerksam macht.

Letztens fragte mich jemand, wie euer Label die Auswahl für die "15 minutes of fame..." CD getroffen hat, bei eurem riesigen Repertoire. Ich wusste darauf auch keine Antwort und da du ja das Mastermind bei diesem Projekt warst, könntest du da etwas Licht ins Dunkel bringen? Wie kamt ihr überhaupt auf diese Idee mit der CD? War´s hauptsächlich wegen euerem Jubiläum?

Ich denke, der Anlass war tatsächlich in der Hauptsache das Jubiläum. Ich hab einfach ein paar Singles und Live-Kram, der sehr limitiert war, genommen, also Sachen, die nur auf Vinyl erhältlich waren. Nix davon gab es bis jetzt in irgendeiner Form auf CD. Auf unserer aktuellen Platte "Songs" sind ein paar davon drauf, aber alle in anderen Versionen. Ich habe mir vorgenommen in naher Zukunft zwei weitere, ähnliche CDs herauszubringen.

Wann hast du dir denn zum letzten Mal die Haare schneiden lassen?

Na ja, ich hab etwa vor sechs Monaten zum letzten mal was daran, sagen wir mal: gemacht. Sie waren so verknotet und verdreht, dass ich mir damals während einiger Shows ein paar Hände voll ausgerissen habe. Wenn ich vom Haareschneiden im herkömmlichen Sinne reden soll: Da ist seit ich mir den Schädel 1983 rasiert hatte nicht mehr viel passiert.

Vor gar nicht allzu langer Zeit hat Jeff Dahl seine sagenhaften Locken abschneiden lassen. Ich denke er hatte es einfach satt, immer dadurch identifiziert zu werden. Ich habe selber lange Haare, o.k., nicht so lange und ungepflegt wie deine, aber ich verstehe was in ihm vorging. Hattest du nie den Gedanken, sie einfach mal wieder radikal abzumachen?

Nein! Ich will sie sehr gerne noch sehr sehr lange tragen. Es ist so schön natürlich. Ich bin dazu geboren so auszusehen, wie die Leute mich sehen wollen. Wie ein Kind nämlich, dass damit sein Statement manifestieren will. Hahaha... Als Kind hätte ich allerdings nie geglaubt, dass ich die Haare irgendwann mal so lange tragen würde wie Ted Nugent oder Scott Gorham von THIN LIZZY.

Deine Frau Dana ist ja auch eine Klasse Musikerin, wenn auch in einer anderen Sparte. Habt ihr zwei jemals was musikalisches zusammen gemacht?

Bis jetzt noch nicht. Das kann aber irgendwann noch kommen. Bisher hat sie lediglich mal für ein Cover von uns posiert, für die "Mean woman blues"-7".

Willst du die diesjährige Supershow kommentieren? Aus meiner Sicht lief es Oberklasse - aus der Fanperspektive, aber ich weiss wohl, dass es für den Darbietenden immer etwas stressiger ist.

Na gut, ich will nicht sagen, dass es lockerer lief als es in Wirklichkeit war. Aber es war die lockerste Supershow, manche sagen wohl auch die beste. Abgesehen davon, dass ich meinen Shit verloren habe und mit dem Monitor-Typen aneinander geraten bin, war es eigentlich echt locker. Es war grossartig COCKNOOSE mal wieder zu sehen!

Ich war ausserdem sehr überrascht darüber, was für ein grosser Zappa-Fan du bist! Was gibt´s denn so in deiner Plattenkiste, womit du den durchschnittlichen Leser so schockieren könntest?

Oh Scheisse... sicherlich. Lass mich mal sehen. Das Meiste davon würde sogar den hartgesottendsten Fan schockieren! Vor allem stehen in meiner Plattenkiste glaube ich mehr Cher-Platten als bei jedem anderen NICHT-homosexuellen Mann in North Carolina! HAHAHA!!! Ich höre mir echt sooo viele Sachen an, ich kann dir wirklich nicht mal ´nen groben Abriss über die Beschaffenheit meiner Sammlung geben.

Ich weiss auch, dass ihr Jungs schon in Deutschland getourt habt. Seid ihr sonst noch irgendwo in Europa schon mal gewesen?

Oh yeah! Schweden, Schweiz, Finnland, Dänemark... Hölle, es ist leichter dir zu erzählen wo wir noch nicht waren: in Spanien nämlich. Hoffentlich können wir das beim nächsten Mal nachholen!

Schon irgendwelche konkreten Pläne nach Übersee zu kommen?

Sobald das neue Album fertig ist, werden wir wieder rüber kommen!

Was sind denn das so für Unterschiede, wenn ihr die Shows in Deutschland mit denen bei euch in den Staaten vergleicht?

Die Leute auf den Gigs in Deutschland sind auf jeden Fall älter. In manchen Gegenden sind die Publikumsreaktionen auf das Dargebotene sehr unterschiedlich. Das deutsche Publikum scheint nicht so sehr daran interessiert zu sein, was gerade "in" ist, im Gegensatz zu den amerikanischen. Es scheint mir so, als sei die Zuschauerzahl hier in den Staaten in den letzten Jahren stark angestiegen, das Publikum beinhaltet aber auch mehr Rowdies z.B. in Philly, Texas und in anderen Gegenden, wo wir bisher immer ´ne solide, relativ brave und treue Fangemeinde hatten. Aber die Leute haben doch nur eines im Sinn, immer und überall: they wanna get fucked up, raise hell and have a good time!

Ox

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #42 (März/April/Mai 2001)

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