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Interviews & Artikel

CUT CITY

Musik aus der Messerstadt

Im Mai 2005 veröffentlichten die aus Göteborg, Schweden stammenden CUT CITY ein erstes musikalisches Lebenszeichen in Form einer 4-Track-EP, rund zwei Jahre später erschien das Debütalbum, ebenfalls wieder auf Gold Standard Laboratories sowie auch auf dem kleinen, in Malmö ansässigen Label Deleted Art. Ihr von JOY DIVISION, ECHO & THE BUNNYMEN & Co. beeinflusster Sound begeisterte mich von Anfang an, auch live sind sie ein Erlebnis, so dass ich mich einem Interview mit Max Hansson nicht verweigern konnte.


Vorab die typischen Fragen: Wer, wann, wo, wieso und was?

Als 2002 klar war, dass es für unserer alte Band keine Zukunft gibt, gründeten wir CUT CITY. Zu Beginn spielten wir mit Joakim Nordvall von KID COMMANDO. Nach einer Aufnahme und einigen Shows ging er jedoch zurück zu KID COMMANDO, David und ich machten weiter. Um die Lücke in der Band zu schließen, arbeiteten wir mit unzähligen Musikern zusammen. Ich glaube, bis heute haben knapp acht Bassisten bei uns gespielt. 2004 lernten wir auf der Party von einem gemeinsamen Freund Oskar kennen. Wir redeten die ganze Nacht über Musik und fragten ihn schließlich, ob er Lust hätte, bei uns einzusteigen. Ein Jahr später nahmen wir für Gold Standard Laboratories eine EP auf und gaben Konzerte in und außerhalb Schwedens.

Wie kamt ihr mit GSL in Kontakt?

Erst trafen wir Sonny auf einigen Konzerten in Göteborg, als er mit LOCUST und GOGOGO AIRHEART tourte. Als er mit YEAR FUTURE erneut unterwegs war, organisierten wir ein Konzert, mit uns als Vorband. An diesem Abend fragte er mich, ob ich Interesse an einer Zusammenarbeit mit GLS hätte. Die Geschichte von GLS war mir bekannt, ich wusste, wer auf dem Label aktiv ist und dass GLS hervorragende Arbeit für die Bands leistet. Die Frage, ob wir Interesse hatten, beantwortete sich von selbst.

Könnt ihr rückblickend sagen, dass durch diese Zusammenarbeit euer Bekanntheitsgrad in Amerika und dem Rest der Welt gestiegen ist?

Natürlich! Dank des guten Rufs von GLS kaufen sich viele Leute Platten, nur weil GLS draufsteht. So gewannen wir viele neue Fans. Sonny und das GLS Team arbeiten wirklich hart, um die Platten nach vorne zu bringen. Wir werden nie vergessen, was sie für uns geleistet haben und immer noch leisten.

Erzähl mir etwas über Deleted Art. Was steckt dahinter?

Das begann 1999, als David und ich "dLTD100" auf dem Tapecover unserer alten Band THE CACHE platzierten. Bescheiden gesagt war es Robert, der nach unserem Treffen 2000 in Göteborg die ganze Sache lostrat. Kaum ein Musiker will eine x-beliebige optische Darstellung seines Werkes auf dem Cover. Die Grundidee, das Label zu gründen bestand in der Zentralisierung grafischer Elemente, welche dann in Kombination mit der Musik letztere auch zum Ausdruck bringen. Ich denke, das ist uns auch geglückt. Wir sind mit dieser Idee aber keine Pioniere, wir sind sind eher auf den Zug mitaufgesprungen.

Bands wie INTERPOL oder EDITORS, deren musikalische Wurzeln mit euren identisch sind, wurden in den letzten Jahren immer bekannter. Versteht mich nicht falsch, aber ihr wirkt daneben eher wie ein Geheimtip. Ich habe gehört, dass euch Familienleben wichtiger ist, als auf Tour zu gehen. Stimmt das?

Also INTERPOL und EDITORS sind bei wesentlich größeren Labels. Vielleicht werden sie mit mehr Geld unterstützt, ich weiß es nicht. Zum Thema Familienmenschen würde ich sagen, dass wir es immer gerne amüsant und lebenswert haben, egal wo. Ich bin gerne auf Tournee und gerne bei meiner Freundin. Wir haben alle Familie, einige haben Kinder. Es ist schwierig, den optimalen Einklang zwischen der Band, der Familie und dem Job zu finden. Besonders an dem Punkt, an dem wir jetzt sind, wenn man nicht weiß, ob und wie man nach den Gigs alle Kosten gedeckt bekommt. Da kommt man auf Gedanken wie: Ich würde in jedem kleinen Scheißladen spielen, wenn ich könnte.

Thema musikalische Wurzeln: Ich denke JOY DIVISION und ECHO AND THE BUNNYMEN haben euch offensichtlich beeinflusst. Aber gibt es noch andere?

Ja, es stimmt schon, dass sich gewisse Gemeinsamkeiten mit JOY DIVISION feststellen lassen. Aber ich würde es nicht unbedingt als einen direkten Einfluss bezeichnen. Sie haben eine ganze Generation geprägt. Ich denke, THE SOUND aus England treffen es eher. Die REPLACEMENTS gehören zu meinen Lieblingsbands und sowohl David als ich sind krankhaft besessen von BRUTAL TRUTH und BLACK FLAG. Das sind Sounds, die uns beeinflusst haben, um mal einige zu nennen. Mich auf nur ein oder zwei Bands festzulegen, hätte keinen Sinn, das ändert sich jeden Tag.

Habt ihr eigentlich "Control" gesehen? Wie fandest du ihn?

Ja, habe ich. Nett fotografiert, aber wenn man die Geschichte vorher kennt, dann ist das so spannend wie die TV-Wiederholung eines Fußballspiels.

Euer neues Album ist schon eine Weile auf dem Markt. Habt ihr irgendwas Neues in Arbeit?

Derzeit arbeite ich im Studio an einer 12"-EP, ein Mix mit dem Namen, "Narcissus Can't Wait", bestehend aus fünf Liedern. Das episch anspruchsvolle und verträumte Klangerlebnis erscheint voraussichtlich im April bei Some Industries und Deleted Art. Außerdem ist eine Single in Arbeit, welche dank Magnus, unserem Neuzugang, akustisch wesentlich gitarrenlastiger ausfällt. Der Song wird als 7" erhältlich sein, mit unseren Freunden CAT PARTY auf der anderen Seite. Sie kommen aus San Clement und sind mit Abstand die Besten, die wir in letzter Zeit gehört haben.

Was ist besonders wichtig, wenn ihr auf eure Shows zurückblickt?

Den Moment mit dem Publikum zu teilen und uns gegenseitig etwas geben. Da ist keine Barriere zwischen uns und den Fans. Die Arbeit im Studio kann man damit nicht vergleichen, auch wenn es wichtig ist, dass Fans an beidem Interesse haben. In absehbarer Zeit werden wir unsere eigenen Visuals mit auf die Gigs nehmen, also Projektionen, die wir nutzen, wenn wir in Schweden auf Tour sind. Die logistische Organisation hindert uns zur Zeit noch daran.

Besteht das Publikum euren Konzerten eher aus Punks oder doch Gothics?

Es ist ein bunter Mix. Jeder Charakter ist dort vertreten und das ist mir auch wichtig. Ich habe auch schon Kinder und Jungendliche auf unseren Gigs gesehen. Ich mag kleine unscheinbare Läden. Was ich nicht mag, sind intolerante Menschen. Jeder ist bei uns willkommen.

Sonst noch was?

Danke für das Interview und fühlt euch eingeladen vor, während und nach unseren Konzerten mit uns zu reden.

Joachim Hiller

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #77 (April/Mai 2008)

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