Interviews & Artikel : SKA-PACK VOL.3 :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

SKA-PACK VOL.3

Offbeat in der Veränderung: BENUTS, DR. WOGGLE AND THE RADIO, HAMMERHAI

So oder so ähnlich könnte man diese drei deutschen Bands in der derzeitigen Situation zusammenfassen, obwohl sie im ersten Moment nicht wirklich viele Parallelen haben, da sie sich musikalisch doch sehr voneinander unterscheiden, auch wenn ihr gemeinsamer Nenner die Rhythmusverschiebung auf Zwei und Vier ist.

Irgendwie bin ich in den Verteiler der BENUTS gerutscht und erhielt im März ihr neues Werk "Bavarian Ska Maniacs" zugeschickt. Die Platte wurde bereits in Ox #75 besprochen. Dieses Review entsprach jedoch nicht ganz den Vorstellungen der Band. Fakt ist, dass die BENUTS eine klasse Live-Band sind, von deren Qualität ich mich vor allem 1998/99, als ich selber in München wohnte, überzeugen konnte. Über 400-mal haben sie das in den dreizehn Jahren ihres Bestehens in aller Welt bewiesen. Was mich an den BENUTS jedoch stört, ist so manch plumper Text: "In früheren Jahren waren wir eine reine Party-Spaß-Skapelle und haben wenig Wert auf Texte gelegt", muss Keyboarder Oliver Zenglein selbst zugeben. "Gesellschaftliche und allzu politische Inhalte sind bei uns aber weiterhin die Ausnahme - wir machen in erster Linie Musik zum Bewegen, weniger zum Grübeln."

Neben den Texten hat sich auch der Sound verändert. "Im Ska stecken die Wurzeln unserer Musik, trotzdem bewegen wir uns davon weg und versuchen, Ska mit anderen Richtungen zu mischen und trotzdem tanzbar zu bleiben." Die BENUTS sind wesentlich rockiger geworden, was vielleicht auch das Ergebnis der Zusammenarbeit mit neuen Leuten ist. "Die Vorstellungen innerhalb der Band haben sich vor drei Jahren in einigen Punkten deutlich unterschieden." Die Konsequenz daraus war, dass man sich von Sänger Rob getrennt hat. Seit zwei Jahren ist Konni am Mikro, der Gesang studiert hat. Definitiv ein Gewinn. Wie auch die Kontakte mit den japanischen Skapunk-Bands ROLLINGS und DALLAX sowie SHLUZ und SKALPEL aus Russland, mit denen zusammen man in ihren Heimatländern auftrat. In den letzten Ox-Ausgaben lasen wir von der Naziunterwanderung der Hardcore- und Ska-Szene in Russland. Die BENUTS blieben von solchen Erfahrungen bislang verschont. Lediglich im Nachtzug von Moskau nach St. Petersburg trafen sie auf Fußball-Hooligans, die nicht des Spiels, sondern der dritten Halbzeit wegen unterwegs waren. Ollis Theorie, was die Unterwanderung der Subkulturen betrifft, bezieht sich auf die größer werdende Schere zwischen Arm und Reich. Zurück in München teilt man sich die Ska-Fans mit BLUEKILLA. Ob denn so etwas wie "Punk in München" auch im Ska-Genre möglich wäre? "Wir haben in den späten Neunzigern versucht, Ska in München mit einer Veranstaltungsreihe zu beleben. Nach zwei Jahren ist das Projekt aufgrund mangelnder Resonanz leider versickert." Stattdessen konzentrieren sich die BENUTS lieber auf ihre eigenen Aktivitäten. "Im Sommer werden wir ein paar ausgewählte Festivals spielen und danach wieder lustig durch die Lande touren." Rumänien ist im Gespräch, eine neue Platte ist im Winter geplant. "Wir hoffen, die gefällt dann auch euch." Wir werden es hören/schreiben/lesen/sehen ...

Richten wir nun unser Augenmerk von München nach Weilheim, die Heimat von DR. WOGGLE AND THE RADIO. Nach der Trennung von Grover/Moskito im Jahr 2004 hatte ich nur noch sporadisch von der Band um Niko Knapp gehört, bis im Herbst letzten Jahres das neue Album "Rockers" veröffentlicht wurde. "Nach sechs Jahren Grover/Moskito wollten wir einfach mal was Neues, das Modell Booking, Label, Merchandise und Verlag in einem Haus aufbrechen und eine andere Zusammenarbeit anstreben." Und seitdem hat sich da laut Niko einiges getan. Hauptsache, es bewegt sich was, denn: "Stillstand macht keinen Spaß. Und Spaß soll Musik ja immer machen." Mit Skycap war schnell ein neues Label gefunden. Durch die befreundete Band IRIE REVOLTÉS nahm man Kontakt mit dem Label auf. "Wir fanden nicht nur die guten Vibes mit den Veranwortlichen positiv, sondern auch Rough Trade als Vertrieb und Rootdown Promotion als Partner sehr ansprechend." Dennoch vergingen noch ein paar Jahre, bis das neue Werk "Rockers" veröffentlicht werden konnte. "Das lag unter anderem an den personellen Veränderungen. Vor drei Jahren hat uns unser Gitarrist verlassen. Aber unser Ersatz, Jochen, hat uns bereichert. Leider musste uns Herr Lars - Orgel, Piano, Gesang - aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Er hat die Produktion von ‚Rockers‘ betreut und war auch am Mix beteiligt. Michael Vajna, Tastenspieler und musikalisches Mastermind von SILENT SURFACE, einer Reggae- und Ska-Band aus Weinheim, hatte Lust und Zeit, bei uns mitzumachen. Dazu kam, dass einige von uns Abschlussprüfungen hatten, die leider nicht gleichzeitig, sondern versetzt waren. Aber live waren wir eigentlich immer präsent." SILENT SURFACE bezeichnet Niko als Band der dritten Ska- und Reggae-Generation aus Weinheim. Für DR. WOGGLE AND THE RADIO ist jamaikanische Musik immer noch die Liebe Nummer eins, auch wenn sich die Band nicht nur in einer Schublade bewegen möchte. Schließlich können und wollen sie nicht so klingen, wie die Ska- und Reggae-Bands der ersten Stunde. "Wir sind keine Kopie. Wir sind sieben Herren aus Weinheim, die ihre Interpretationen des Reggae und Ska zelebrieren." Und das tun sie vor allem auf der Bühne. "Diesen Sommer werden wir einige Festivals und im Herbst weitere Clubshows spielen." Auch neue Stücke wollen DR. WOGGLE AND THE RADIO diesen Sommer wieder aufnehmen. Genaueres wollte oder konnte mir Niko noch nicht mitteilen. So eigenwillig ich die Band vor Jahren kennen gelernt habe, so empfehlenswert ist diese deutsche Ausnahmeerscheinung. Real Reggae Rockers!

Von Weinheim geht's weiter hoch in den Norden der Republik nach Hannover zu HAMMERHAI. Nach ihrem letzten Album "Mein Kiez" im Jahr 2006 wurde es extrem ruhig um die Dampframmen-Ska-Maschinerie. Im letzten Jahr gab es nur zwei Konzerte zu Hause in der Stammkneipe Béi Chéz Heinz. Dann kam der Kindersegen. Organistin Susi ist Mutter geworden und hat sich beruflich umorientiert, "vom Volldampf-Rock'n'Roll-Wanderzirkus in die ländliche Idylle", wie mir Sänger Christian Sölter geflüstert hat, vom Booking zum Zimmerbuchen in ihrer eigenen Pension. Eines schon mal vorweg: "HAMMERHAI ist momentan komplett auf Eis. Wir wollen keine halben Sachen. Dazu haben wir die Band immer mit zu viel Ernst betrieben, als dass man jetzt auf halber Arschbacke rumeiert!" Aber Sölti kann nicht ohne Musik, wie auch der Rest der Fischköpfe, deshalb gibt es jetzt was Neues unter dem Namen KILLERKARPFEN: "Im Moment sind wir am Schreiben, Proben und Rumexperimentieren. Dann wird im Sommer mal ein Demo aufgenommen. Stilistisch geht das in eine andere Richtung als HAMMERHAI, mehr Rock und Kelle. KILLERKARPFEN ist jetzt, und wann HAMMERHAI wieder auf die Bühne kommt, wird die Zeit zeigen." Aber ganz abgetaucht ist der HAMMERHAI immer noch nicht, denn Sölti hat mit dem Pianisten Kirleis ein Chansonprogramm der besonderen Art erarbeitet. "Klavier, Stimme und ein bunter Strauß Melodien. Im Repertoire haben wir die DEAD KENNEDYS, Arbeiterkampflieder, Klassiker und eigenes Material. Auch ein paar HAMMERHAI-Perlen haben wir umarrangiert und ins Programm integriert. Das Ganze wird sehr schön trocken dargeboten und gerne auch mal süffisant moderiert." SÖLTERKIRLEIS sind viel im gewerkschaftlichen und politischen Rahmen unterwegs, aber auch auf Stadtfesten und Jubilarehrungen zu finden. "Klingt nicht gerade nach Punkrock, ist es aber auf seine spezielle Art. Schwer zu erklären, muss man sehen!" Ich hab's gehört, und da ich weiß, was und wer dahintersteckt, kann ich ruhigen Gewissens sagen: Ja, das ist Punkrock!

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Simon Brunner

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #78 (Juni/Juli 2008)

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PETER CORETTO

Postpunk aus München seit 2001. Es bleibt erstaunlich, dass PETER CORETO offenbar aus München zu kommen scheinen, klingen sie doch sehr stark nach Hamburg. Nach einem sehr wütenden Hamburg. ... mehr