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Interviews & Artikel

CLINIC

Mess around with the media

Liverpool, damit verbindet man popgeschichtlich gemeinhin nur eine Band. CLINIC-Sänger Ade Blackburn betont jedoch, dass es dort abseits der BEATLES schon immer auch eine rege Underground- und später auch Postpunk-Szene gab und gibt. Auch das Quartett CLINIC darf man getrost dazu zählen, denn selbst wenn bereits von ihrem Debüt "Internal Wrangler" ein Song für einen Levi's-Spot diente und sie auch schon Vorband von RADIOHEAD waren, der verdiente Erfolg in Indie- beziehungsweise Garagenrock-Gefilden hat sich bis zu ihrem vierten Album "Visitations" nicht eingestellt. Was schade ist, denn eigentlich ist CLINIC genau eine der Bands, die durch einen ungemein originellen Sound diesen Genres etwas Neues hinzufügen.



Ihr habt einen sehr typischen, eigenen Sound, und auch wenn man euren Garagepunk-Einfluss hört, versucht ihr nicht, wie zum Beispiel die FUZZTONES, so original wie möglich zu klingen, sondern mehr wie eine Art Future-Garagepunk.


Natürlich sind wir auch große Fans der 60er, aber es macht für uns keinen Sinn, nach einer bestimmten Dekade oder einem bestimmten Stil klingen zu wollen. Die BEATLES zum Beispiel klingen nahezu konservativ verglichen mit den Underground-Bands, von denen wir geprägt sind.



Letztes Mal habt ihr mit Ken Thomas aufgenommen, jetzt habt ihr eurer eigenes Studio. Wart ihr mit der Produktion nicht zufrieden?

Egal, mit wem man aufnimmt - wir hatten davor ja auch mit anderen Produzenten gearbeitet -, im Studio arbeitet man einfach immer gegen die Uhr. Da wir viele Effekte benutzen, Echo, Hall und so weiter, und auch mit sehr viel Bedacht auswählen, was wir wo und wie einsetzen, ist es sehr anstrengend, wenn einem die Zeit im Nacken sitzt, der Druck hemmt manchmal auch die Kreativität. Meist hatten wir natürlich fertige Songs, aber es ist einfach viel angenehmer und entspannter, im eigenen Studio permanent aufnehmen zu können. Dadurch sind die Songs teilweise viel strukturierter und vielschichtiger. "Winchester Cathedral" war ein streckenweise sehr düsteres und beängstigendes Album, "Visitations" dagegen hat viel fröhlichere Elemente, es ist zugleich auch abwechslungsreicher.



Wie theoretisch entstehen CLINIC-Songs?

Wir fangen eigentlich immer mit einem Rhythmus oder einem Beat an und fügen dann nach und nach die anderen Elemente hinzu. Es kommt uns in erster Linie darauf an, dass es als Bandsound funktioniert. Wenn das der Fall ist und alle damit zufrieden sind, dann legen wir Effekte drüber und arbeiten an den Aufnahmen, aber das Grundgerüst ist meist sehr reduziert und simpel.



Ein wesentlicher Grund für euren typischen Sound ist deine Art zu singen. Siehst du deine Stimme nur als weiteres Instrument?

Wir legen zuerst das Augenmerk auf die Musik, und erst, wenn die ein gewisser Level erreicht hat, mache ich mich an die Texte. Für mich entstehen die Songtitel und Texte leichter, sobald die Musik feststeht. Das ist auch viel inspirierender. Es gibt also bei uns nie einen Text, der vertont werden muss, die Musik ist immer zuerst da.



Deine Texte sind meist sehr mysteriös und auch deine Bandkollegen wissen nicht wirklich, wovon du singst. Welche Bedeutung haben die Texte für dich?

Ich mag Texte, die verwirren und eher surreal angelegt sind. Trotzdem enthalten meine Texte auch sehr persönliche Elemente oder vielmehr Alltägliches, das in jedermanns Leben vorkommt. Die Art, wie Menschen miteinander umgehen, die Frage nach Gut und Böse, wie zum Beispiel in dem Song "Animal/human", dass Menschen sehr selbstsüchtig sein können, aber andererseits auch sehr liebenswert.



Ihr versteckt euch immer hinter diesem Chirurgenoutfit. Was ist die Idee dahinter?

Zum einen drückt es aus, dass alle in der Band gleich wichtig sind, dass es keine Einzelpersonen wie Leadsänger oder Leadgitarrist gibt, auf die sich alles fixiert. Vielmehr verkörpert das Outfit die Band als Ganzes. Außerdem war ich immer schon ein großer Fan der RESIDENTS oder der MONKS: ich mag diese Art, die Medien vorzuführen und zum Narren zu halten. Es ist einfach interessanter als ein paar langweilige Typen in Jeans und T-Shirts. Am Anfang war es auch bloß ein reiner Promo-Gag auf Fotos, erst später ist es zu einer richtigen Inszenierung geworden, die auch live funktioniert.



Welche Rolle spielt Erfolg für euch?

Wir arbeiten nie so, dass wir planen, was auf dem Album eine Single wird, und man kann uns als Band auch nicht auf irgendwelche Singles reduzieren. Das überlassen wir alles dem Zufall, und das ist auch gut so. Unsere Musik biedert sich nicht an irgendeine Mode oder einen Trend an.



Jetzt, wo ihr euer eigenes Studio habt, wollt ihr jedes Jahr eine neue Platte aufnehmen?

Wir arbeiten seit ein paar Monaten an neuen Songs, aber das Wesentliche ist, dass wir aus diesem Kreislauf raus sind, ein Album aufzunehmen, es zu promoten, zu touren und wieder von vorne zu beginnen. Wir können uns einfach vielmehr auf den kreativen Aspekt, auf das Musikmachen selbst konzentrieren, Stück für Stück Songs aufnehmen, anstatt endlos zu touren.

Chris Wilpert

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #70 (Februar/März 2007)

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