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Interviews & Artikel

DUESENJAEGER

Zu alt, zu dick, zu wenig Haare

Die Düsen, Meister des gepflegten Understatements aus Osnabrück, sind zurück, und ihr zweites Album "Schimmern" verbindet die ungestüme Wut des Debüts "Las Palmas Ok" mit den Weisheiten des leicht Gealterten. Pendler Jan, der in Münster auch noch bei der GRIZZLY ADAMS BAND spielt, und Tobi, der mit HERR NEUMANN ebenfalls ein weiteres Projekt hat, sind zwar sehr umtriebig, haben sich aber trotzdem Zeit für einen Plausch über die Gruppe mit den vielen Umlauten genommen.



Euer neues Album "Schimmern" klingt etwas resigniert, gab es persönliche Tiefschläge oder wo liegen die Ursachen für die Melancholie?

Jan:
Gute Frage, da wendest du dich am besten an unsere Therapeuten. Nein, keine Ahnung. Persönliche Erfahrungen spielen bestimmt eine Rolle, ohne das jetzt im Einzelnen benennen zu wollen oder zu können. Wobei ich die Platte jetzt nicht nur auf ihre eher melancholischen Momente reduzieren würde.



Was das Coverartwork angeht, habt ihr euch ebenfalls von Las Palmas ins Wohnzimmer zurückgezogen, symptomatisch für das Album?

Jan:
Du meinst runter von der Straße, rauf auf die Couch? Vielleicht. Die Singles und die "Las Palmas"-LP waren sicher insgesamt ungestümer, mehr drauf los. Gerade die Singles, da haben wir uns ja quasi überhaupt keine Gedanken gemacht, sondern den Kram einfach aufgenommen und fertig, das war alles extrem spontan. Die neue Platte klingt dagegen auf jeden Fall gesetzter oder "reifer" oder wie man das umschreiben soll. Du weißt bestimmt, was ich meine. Wäre ja auch komisch, wenn sich über die Jahre nichts ändern würde.



Tobi hat mal gesagt, DUESENJAEGER ist "Musik und keine Doktorarbeit". Spielt ihr Musik mehr aus dem Bauch, oder ist alles minutiös durchdacht?

Jan:
Erst mal aus dem Bauch heraus. Aber gerade im Vorfeld der neuen Platte haben wir im Proberaum mal genauer aufeinander gehört und uns insgesamt mit allem etwas mehr Mühe gegeben. Minutiös durchdacht ist eigentlich nichts, fürchte ich.

Tobi: Ich hatte das gesagt im Hinblick darauf, dass bei Kritiken die Texte sehr im Vordergrund stehen. Das ehrt mich zwar, aber letztendlich ist es Musik und kein Hörbuch.



Meint ihr, dass Punk die Entwicklung des Menschen bremst? Man hört ja doch so Untertöne, zum Beispiel in "Hoergeraete”.

Jan:
Da könnte man jetzt wahrscheinlich ein Referat zu halten. Schwierige Frage. Ich denke, das, was der Begriff "Punk" umschreibt, ist mittlerweile so diffus und schwer greifbar, da kann man kaum was verallgemeinern. Zum einen ist das ja seit jeher ein Massen-Mode-Ding, andererseits aber auch zum Glück sehr individuell. Deshalb kann man das so nicht sagen. Klar kann Punk die Entwicklung eines Menschen extrem beeinflussen. Man kann sich eine Pappnase wie Sid Vicious zum Vorbild nehmen oder so einen coolen Typen wie Ian MacKaye. Wie man mit dem, was einem dieser ganze Punk-Kosmos bietet, umgeht, was man für sich da rausziehen will oder kann und wie sich das alles unbewusst auf einen auswirkt, das ist meiner Meinung nach völlig individuell.

Tobi: Gemeint hatte ich in dem Text eher, dass Älterwerden ohne sich zu entwickeln ziemlich bremst. Also: gar nicht so sehr Punk-bezogen. Das Referat lass ich besser mal weg jetzt.



Konträr dazu hält die TOMTE-Mania an. Denkt ihr, DUESENJAEGER werden von dem Rummel profitieren?

Jan:
Ich denke, dass uns, abgesehen von den deutschen Texten, nicht soviel mit TOMTE verbindet. Klar, irgendwo hat man sicher die gleichen musikalischen Wurzeln, aber das ist auch schon alles. Leider, hehe. Klar wäre das super, wenn man davon leben könnte, was einem Spaß macht, aber davon kann man nicht weiter entfernt sein als DUESENJAEGER! Ich glaube nicht, dass dieser ganze Trend, den du ansprichst, sich irgendwie bei uns bemerkbar macht. Unser Zeug ist nicht massenkompatibel, wir sind zu alt, zu dick und haben zu wenig Haare auf dem Kopf, als dass sich ein Teenie ernsthaft für uns interessieren könnte. Ist mir aber auch egal.



Wie schafft man auch noch die Nebenprojekte ohne Terminplaner und wie motiviert man sich?

Jan:
Ohne Terminplaner würde das vorn und hinten nicht funktionieren! Bei mir zumindest nicht. Die GRIZZLY ADAMS-Termine hab ich meist im Kopf, dafür reicht es noch und es sind ja nicht so viele, aber mit den Düsen wird's dann schon komplizierter. Wir spielen zwar auch nicht jeden Monat eine Tour, aber ich persönlich verliere da manchmal schon etwas den Überblick. Zumal man ja neben der Band auch noch ein anderes Leben hat, mit anderen Interessen, Freunden und Freundin und so. Irgendein Faktor kommt dabei aber leider fast immer zu kurz. Was die Motivation angeht: Genau das hab ich mich neulich auch mal gefragt. Warum macht man das eigentlich alles? Ehrlich gesagt, weiß ich das nicht so genau. Ich kann mir aber ein Leben ohne das alles - Proben, Songs machen, mit seinen Freunden unterwegs sein, Touren, Leute treffen, sich auf den Sack gehen - überhaupt nicht vorstellen. Außerdem geht's bei der ganzen Sache ja auch ein Stück weit um Selbstverwirklichung - schlimmes Wort, weiß ich! Einen Song zu machen, ist ja so was Ähnliches, wie ein Bild zu malen, sich irgendwie auszudrücken. Irgendwas auf die Beine stellen, es geregelt zu kriegen, eine Platte zu machen. So richtig weiß ich das auch alles nicht ...

Thomas Eberhardt

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #70 (Februar/März 2007)

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