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Interviews & Artikel

TRIBUTE TO NOTHING

Der lange Atem der Geschichte

Sie gehören bis heute zu den wenigen Konstanten des europäischen Punk der letzten Jahre, haben bereits sechs Alben veröffentlicht und alljährlich unermüdlich Kilometer über Kilometer bezwungen. Musikalisch erreichten sie aber nie die große Masse und blieben immer eines dieser kleinen Juwelen, die man gerne für sich behält. Seien es die erlebnisreichen Abende rund um ein TTN-Konzert oder einfach nur diese kleinen Momente, die man auf Ewig in den Ohren behält, während die Luft immer noch von einer unglaublichen Energie durchflutet wird. Eine Energie, die nur wenige Bands auf die Bühne bringen, die auch die Platten der Worcester-Formation bis heute brennen lässt.


Ihr habt jetzt euer sechstes Studioalbum veröffentlicht. Kannst du mir euren Weg als Band kurz beschreiben?

Wir haben mit der Band in den frühen 90ern angefangen. Wir sind drei Brüder und Kris, einer unserer besten Freunde. Schon als wir ganz jung waren, haben wir musikalisch die gleiche Richtung eingeschlagen. Es hat uns schon sehr gefallen, unsere eigene Musik zu schreiben, zu touren und alles das zu machen, was mit dem Leben rund um eine Band zusammenhängt. Wir lieben das auch immer noch: ob im Studio zu sein, um ein neues Album aufzunehmen oder live zu spielen. Ich hoffe, wir gehen noch lange weiter diesen Weg als Band.

Wie würdest du TRIBUTE TO NOTHING für jemanden beschreiben, der noch nie in Kontakt mit euch und eurer Musik gekommen ist?

Ich glaube, man kann uns am besten als Punkband beschreiben, aber nicht nicht so wie die straighten Punk- und Hardcore-Sachen. Wir haben einen Punk-Background, versuchen aber nie nach einem bestimmten Stil oder Sound zu klingen. Wir wollen einfach nur unsere Musik voll und ganz leben und hoffen, dass das in unserer Musik auch rüberkommt.

Was hält euch nach all den Jahren, nachdem ihr einst als einer der hoffnungsvollsten jungen Acts in Großbritannien gehypet wurdet, am Leben?

Wenn du in einer Band bist, siehst du alle Trends kommen und gehen. Es gibt immer neue "fashion music", über die wir nur lachen können, weil wir wissen, dass sie schnell wieder verschwinden wird. Für uns ist es eben anders, weil wir über die ganzen Jahre nie in so eine Szene wirklich reingepasst haben, diesen Nonkonformismus haben wir uns bis heute bewahrt. Wenn du nie ein Fashion-Ding bist, dann kannst du auch nie aus der Mode kommen.

Ihr habt durch die Band selbst ja auch eher eine szenebezogene Jugend verbracht, die sich wahrscheinlich damals wie heute stark unterscheidet vom normalen Standardleben eines Jugendlichen, oder?

Wir sind damit aufgewachsen, auf Tour zu sein, unsere Shows zu spielen und Platten aufzunehmen. Das war verdammt gut. Auch wenn wir vielleicht das eine oder andere vermisst haben, was man so seine Jugend erlebt, wollen wir sicher alle nicht, dass es anders gewesen wäre. Das Leben setzt sich ja bekanntlich aus Erfahrungen zusammen und wir hatten in unserer Jugend so viele tolle Erlebnisse, dass wir das auf keinen Fall missen wollen. Unser Leben heute ist ja auch nicht so viel anders als das ganz normale Leben. Wir haben alle normale Jobs und zwischen unseren Touren sitzen wir zu Hause, so wie jeder andere auch.

Und wie sieht das normale Arbeitsleben von TTN aus, das sich ja dann nicht nur aus Lockjaw-Label-Familienangelegenheiten zusammensetzen kann?

Wir haben alle ganz normale Jobs, die natürlich parallel zu TRIBUTE TO NOTHING und auch Lockjaw vonstatten gehen. Ich arbeite in der Produktion. Jim hat ein Studio, Kris arbeitet in einem Shop und Ben arbeitet in einer karitativen Einrichtung mit Kindern, die ein Lerndefizit haben. Bei der Musik geht es uns immer um Leidenschaft, nie ums Geld.

Was empfindet ihr denn als typisches Familienleben? Fühlt ihr euch familiär, wenn ihr zusammen als Band seid oder ist es eher das ganze Konstrukt rund um Lockjaw und Worcester, das euch ein Gefühl von Wärme und Familie vermittelt?

Ich glaube, es ist beides. Wenn wir auf Tour sind, fühlen wir uns immer sehr wohl. Wir haben aber natürlich auch viele gute Freunde in Worcester. Ich würde deshalb sagen, es ist ein Gleichgewicht aus beidem. Wir hängen sowieso immer mit den gleichen Leuten herum und gehen in die gleichen Läden, weshalb wir uns sowieso immer sehen. Egal, ob wir jetzt zu Hause sind oder eben auf Tour.

Was steckt hinter dem Albumtitel "Breathe How You Want To Breathe"?

Der Titel ist eine Reflektion auf das Leben. Im Leben geht es ja darum, andere leben zu lassen und seine eigenen Erfahrungen zu machen. Das ist es eigentlich, dass du dein Leben so leben sollst, wie du es willst, ohne dich irgendwo anpassen zu müssen.

Was kann man von so einer Reflektion erwarten?

Ich glaube, das neue Album klingt immer noch nach TRIBUTE TO NOTHING. Wir haben uns natürlich weiterentwickelt. Wir versuchen nie, irgendwie auf eine bestimmte Art und Weise zu klingen, wenn wir Songs schreiben oder aufnehmen. Wir gehen einfach immer ins Studio, spielen und sehen dann, was passiert. Vielleicht ändert sich deshalb von Zeit zu Zeit etwas an unserem Sound, aber die Leidenschaft ist Gleiche wie beim letzten Album.

Und wo liegen die Unterschiede zum Vorgänger "How Many Times Did We Live"?

Ich glaube, der Hauptunterschied ist, dass dieses Mal reichlich Zeit war aufzunehmen und auch die Songs zu schreiben. Ich hatte bei den anderen Platten immer das Gefühl unter Zeitdruck zu stehen, aber für "Breathe How You Want To Breathe" haben wir uns so viel Zeit genommen, wie wir wollten.

Habt ihr einige Fixpunkte, die sich in den Einflüssen zu "Breathe How You Want To Breathe" manifestieren?

Da gibt es ein paar Punkte, die mir da durch den Kopf schwirren: ein Großteil des Albums dreht sich um alltägliche Dinge, die jedem in der Welt irgendwie wichtig sind. Ich glaube, deshalb können sich auch sehr viele Leute mit dem Album identifizieren.

Ihr tourt ja vermehrt durch den Rest Europas, mit Ausnahme der Heimatinsel ...

Wir spielen natürlich immer noch im U.K., aber wir sind lieber im restlichen Europa unterwegs. Am Anfang war es natürlich noch hauptsächlich Großbritannien, aber es war eine ganz natürliche Entwicklung, dass wir irgendwann mal in anderen Teilen Europas spielen, dort kommt einem das Publikum viel mehr entgegen als hier, das ist beeindruckend!

Was bekommt ihr zurück nach so vielen Jahren auf der Bühne? Kickt es immer noch so wie früher, den ganzen Tag zu fahren, um abends irgendwo zu spielen?

Auf jeden Fall. Ich habe einige meiner besten Freunde auf irgendwelchen Shows kennen gelernt, die wir in aller Welt gespielt haben. Leute zu treffen vor oder nach dem Gig, das ist für mich mit das Beste.

Ihr hattet ja auch schon öfter das Vergnügen mit anderen Bands, welches Erlebnis wird ewig in eure Erinnerung gebrannt sein?

Da gab es so viele großartige Bands ... Aber für immer unvergesslich bleiben wird wohl die Show mit Dee Dee Ramone, mit dem wir mal zusammen in London spielen durften, ich war damals erst 14, es war fantastisch!

Mathias Scheicher

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #79 (August/September 2008)

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