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Interviews & Artikel

SICK OF IT ALL

SICK OF IT ALL - gemeinsam mit AGNOSTIC FRONT bilden sie die Speerspitze des New York Hardcore, prägten diesen musikalisch wie einstellungsmässig und sind heute wie AF eine der wenigen Bands dieser Stilrichtung, die einerseits am einmal eingeschlagenen Weg festhält, sich andererseits aber auch nicht in Klischees erschöpft. Auf Fat Wreck Chords ist vor kurzem "Call to arms", das neue Album der New Yorker erschienen. Ich sprach mit Craig Setari und Lou Koller.

Wie kam es zum Deal mit Fat Wreck? Die beiden Platten zuvor waren ja bei einem Majorlabel erschienen, nur wart ihr dort schon nicht mehr glücklich, als euer letztes Album anstand, wie ihr damals erzählt habt.

Craig: "Fat Mike ist schon lange ein guter Freund von uns und hat immer wieder gesagt, wir sollten uns melden, wenn wir ein neues Label suchen. Wir haben immer darüber gescherzt, aber dann hatten wir wirklich die Chance dazu und nutzten sie. Wir haben natürlich auch mit anderen Labels gesprochen, aber da lief das so, dass man zig mal hin- und hertelefoniert hat, ohne was zu erreichen - und bei Mike brauchte es einen Anruf und die Sache war klar."

Aber in musikalischer Hinsicht ist es ja ein Experiment für beide Seiten, denn bislang hat Fat Wreck noch keine New York Hardcore-Band auf dem Label gehabt.

Lou: "Darüber haben wir natürlich auch mit Mike gesprochen. Wir sagten "Mike, so wie wir klingt keine Band auf deinem Label - meinst du, das funktioniert?". Und Mike antwortete "Ja, ich weiss - na und?". Wir haben keine Zweifel daran, dass es bei Fat Wreck klappen wird, und ich denke, es war eine gute Entscheidung: Wir haben eine ganze Menge Fans, die es nicht gut fanden, dass wir auf einem Major waren und deshalb auch unsere letzten beiden Platten nicht gekauft haben."

Craig: "Bei Fat Wreck arbeiten coole Leute, die machen ihren Job gut und sind ehrlich - das sind drei Eigenschaften, die bei unseren bisherigen Labels nicht selbstverständlich waren."

Lou: "Die haben immer grosse Versprechungen gemacht, was sie für unser Album alles tun würden, nur haben wir von Anfang nichts davon geglaubt. Bei Fat Wreck allerdings wissen wir, dass Mike auch hält, was er verspricht."

Roger von AGNOSTIC FRONT hat erzählt, dass es schon ein bisschen seltsam sei, dass mit AF und SOIA jetzt die beiden bekanntesten NYHC-Bands auf einem Westcoast-Label untergekommen sind.

Lou: "Klar, das ist irgendwie seltsam, aber es war einfach längst überfällig, diese scheinbaren Gegensätze zu überbrücken. Dass es dazu kam, hat viel damit zu tun, dass wir sehr viel mit Westcoast-Bands spielten, unter anderem mit GOOD RIDDANCE, die mittlerweile sehr gute Freunde von uns sind. Wir hatten irgendwann einfach die Schnauze voll davon, immer nur mit exakt gleich klingenden Eastcoast-Bands zu spielen."

Da schliesse ich einfach mal die Frage an, wie´s um New York Hardcore eurer Meinung nach derzeit steht.

Craig: "Gut - New York Hardcore ist so gut wie eh und je. Es ist eine Underground-Szene wie vor Jahren auch schon. Eine Weile war NYHC etwas grösser, jetzt ist die Szene wieder auf Normalmass geschrumpft. In New York gibt es immer noch eine gute, starke Szene."

Ihr seid eurem Sound immer treu geblieben, und so wirkt ihr schon beinahe altmodisch in Zeiten, wo unter dem Oberbegriff Hardcore eine ganze Reihe verschiedener Stile von Metal über New School und Emo gehandelt werden.

Lou: "Ich finde es gut, dass es all diese verschiedenen Stile gibt, aber ich finde es richtig dämlich, dass all das die Szene immer weiter spaltet. Deshalb versuchen wir immer mit Bands auf Tour zu gehen, die nicht den exakt gleichen Sound spielen wie wir, etwa GOOD RIDDANCE und SNAPCASE, oder AFI und STRIFE. Das sollten andere Bands auch machen, aber stattdessen gibt es dann Packages wie MADBALL, CROWN OF THORNZ, 25 TA LIFE und FURY OF FIVE, wo NYHC-Fans völlig unter sich bleiben."

Soundmässig fiel mir bei eurem neuen Album auf, dass es sehr kompakt und kraftvoll produziert ist - ein Gegensatz zu einer Band wie beispielsweise MADBALL, deren letzte Scheibe ziemlich bombastisch und metallisch rüberkam.

Lou: "Unser "Scratch the surface"-Album klang auch so. Das liegt an der eher metallischen, lauten Produktion. Diesmal haben wir versucht, etwas "natürlicher" zu klingen, den Studiosound unserem Livesound anzugleichen."

Craig: "Das neue Album ist einfach tighter und kompakter und ich bin damit echt zufrieden. Aber sowas passiert einfach, das kann man nicht wirklich planen: du fängst an aufzunehmen und hast irgendwann das fertige Album."

Lou: "Diesmal haben wir ohne Produzent gearbeitet, doch selbst bei "Built to last", als wir mit einem gearbeitet haben, verfolgten wir nicht ein bestimmtes soundmässiges Konzept. So ein Album entwickelt sich einfach."

Was hat es mit eurem Album-Artwork auf sich? Dieses Logo sieht ja recht proletarisch aus, andererseits - und ich will euch da nichts unterstellen - haben die Nazis auf den weissen Kreis ihr Hakenkreuz gesetzt.

Lou: "Echt? Haha, Mann, da haben wir nie drüber nachgedacht. Ha, haben wir jetzt ein Problem? Nein, das hat sich so ergeben. Wir hatten zwei Titel im Kopf, zum einen "Future is mine", zum anderen "Call to arms". Mein Bruder Pete war zu der Zeit gerade dabei, unser neues T-Shirt-Artwork zu entwerfen und kam mit der Idee für dieses "proletarische" Artwork an, das wir so gut fanden, dass wir beschlossen, es für das Album zu verwenden."

Und, hat´s damit was auf sich, gerade in Verbindung mit dem Titel "Call to arms"?

Lou: "Der Titel "Call to arms" steht eigentlich in Kontrast zum Text, der sich dagegen wendet, anderen nachzulaufen und nachzuplappern: stand up for what you belief, not what everybody in your community or scene says". Mache nichts, woran du nicht wirklich glaubst."

Ist es denn nach über zehn Jahren SOIA noch relevant, sich in den Texten über typische Szeneprobleme auszulassen?

Lou: "Ich denke schon. So gewisse Grundthemen greifen wir bei jeder Platte auf, weil sie immer noch ein Thema sind - und weil du so als Band für die Szene relevant bleibst. All die neuen Kids, die dazukommen, interessiert das auf jeden Fall."

Eure derzeitigen Lieblingsplatten?

Lou: "Das letzte GOOD RIDDANCE-Album."

Craig: "KID DYNAMITE und F-MINUS."

Joachim Hiller

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #34 (I 1999)

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