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Interviews & Artikel

TV ON THE RADIO

Künstlerische Intelligenz

David Bowie hatten sie schon im Boot und endlich haben sie es mit ihrem neuen Album „Dear Science“ auch geschafft, dass scheinbar jeder Tunde Adebimpe, David Andrew Sitek, Kyp Malone und Jaleel Bunton auf dem Schirm hat. Nenn mir eine Musikrichtung, bei der sie es nicht versuchen, sie sowohl poppig klingen zu lassen wie ihr auch ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Wie soll man TV ON THE RADIO also beschreiben? Emotion trifft Intelligenz trifft Kreativität vielleicht? Wie wäre es ganz einfach mit „Wahnsinn“?

Tunde, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu eurem fantastischen dritten Album. Eure Plattenfirma kündigt „Dear Science“ an mit dem Wort „Wahnsinn“.


Vielen Dank. Und oh ja, es ist der Wahnsinn. Dieses Mal wollten wir wirklich alles vereinen, was zur Zeit in unseren Köpfen so herumspukt. Sei es Battle Rap, Drum&Bass, Upbeat-Songs oder schlichtweg Pop. Alles muss, alles kann und wir sind froh, dass uns niemand Grenzen setzen konnte. Wir haben Fragen und Antworten in einem schier unendlichen Dickicht von Sounds gesucht und sind sehr zufrieden mit dem, was wir am Ende dabei herausgefiltert haben. Der Neugier waren keine Grenzen gesetzt und die eigentliche Schwierigkeit bestand meist darin, den Song nicht aus den Augen zu verlieren.

Mir ist beim Hören von „Dear Science“ die Vielseitigkeit aufgefallen, mit der ihr es schafft, dass meine Gedanken innerhalb einer guten Stunde quasi eine Weltreise machen. Welche Welt wolltet ihr auf dem Album erschaffen?

In meinem Leben habe ich Momente erlebt, in denen mich Musik total aufgesogen hat und ich durch sie die Welt um mich herum für Minuten vergessen konnte. Genau so wie es bei dir der Fall war. Unsere Intention beim Schreiben von „Dear Science“ war es, dem Hörer den Eintritt in eine Welt zu verschaffen, in der man sich rundum versorgt fühlt. Einmal das volle Programm Gedankenkino sozusagen.

In einem anderen Interview hast du mal gesagt, dass niemand mit geschlossenen Augen durch die Welt laufen kann. Was hast du in den letzten Jahren gesehen und was davon hat seinen Platz auf dem neuen Album gefunden?

Bei mir haben dieses Mal besonders die Erlebnisse mit Freunden und der Familie einen großen Eindruck hinterlassen. Sei es die Lockerheit, mit denen manche ihre alltäglichen Probleme lösen, oder die Unüberwindlichkeit von an sich unscheinbaren Schwierigkeiten, all das findet sich auch irgendwie auf „Dear Science“ wieder. Mir macht es enorm viel Spaß, in meiner Musik anscheinend zu jedem meiner Gefühle einen passenden Song schreiben können.

Dabei seit ihr doch auch nicht nur als emotionale, sondern auch intellektuelle Band bekannt.

Hoffentlich nicht! Nur weil wir hin und wieder mal das politische Geschehen kommentieren, bedeutet das nicht, dass wir durch und durch verkopfte Grübler sind. Bei uns dominiert in erster Linie das Gefühl, das ein Song weckt. Mit znehmendem Alter macht man sich natürlich über vieles Gedanken und es ist klar, dass man mit dem, was heutzutage passiert, nicht immer einverstanden sein kann. Anders als andere Bands versuchen wir die Leute aber nie zu belehren. Wir machen das, was wir wollen, so gut wir können, und wenn die Leute zum Beispiel meine Texte für intelligent halten, macht mich das sehr glücklich. Wo wir auch schon wieder bei Emotionen sind ...

Warum hast du dir als Animationskünstler gerade die Musik ausgesucht, um deine Gefühle auszudrücken, und nicht irgendein anderes Medium?

Mit der Band fing ich an, um von meinem eigenbrötlerischen Job wegzukommen, denn ich habe gemerkt, dass man so seine Ideen irgendwie schneller realisieren kann. Anders als bei den Büchern und Comics, an denen ich arbeite, konnte ich Musik überall machen. Wann immer mir etwas in den Sinn kam, ließ es sich ohne großen Aufwand umsetzen.

Wann hast du gewusst, dass du Künstler werden willst?

Das wusste ich schon mit zwölf, glaube ich. Schon damals wollte ich immer nur Zeichnen und Musik machen. Ich war sehr davon überzeugt, dass ich irgendwann mal Cartoons zeichnen würde. Dass daraus dann ein Job wurde, von dem ich leben kann, macht mich zu einem sehr glücklichen Menschen.

Wie, glaubst du, werden die Leute auf ein weiteres unvorhersehbares TV ON THE RADIO-Album reagieren?

Uns ist es sehr wichtig, dass die, die unsere Musik hören, sich ständig fragen, was wohl als Nächstes kommt. Schließlich wird Musik dadurch groß, dass man sie nicht nach dem ersten Hören komplett erfasst hat, sondern sich immer wieder neue Ebenen erschließen und dabei Kleinigkeiten herausfiltern lassen, die auch uns sehr viel bedeuten.

Sebastian Wahle

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #81 (Dezember 2008/Januar 2009)

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