Interviews & Artikel : COBRA SKULLS :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

COBRA SKULLS

Information statt Unterhaltung

Bei manchen Bands dauert es, bis der Funke endlich überspringt. Für die COBRA SKULLS aus Reno, Nevada brauchte ich zwei bis drei Anläufe, um ihre Musik lieben zu lernen. Dabei bietet das Trio eigentlich alles, was sich das Punkerherz wünscht: Melodien, Druck und durchdachte Texte. Von der Abwechslung ganz zu schweigen, denn ob nun Punk oder Ska, hier werden so einige Genres verarbeitet. Doch es muss nicht immer nur laut zugehen, wie Sänger und Bassist Devin Peralta im Rahmen des ersten Europabesuchs beim Kaffeeklatsch in Hamburg-Altona zu berichten weiß.

In Bremen habt ihr gestern ein Akustikkonzert gegeben. War es das erste Mal?


Nein, es war das insgesamt dritte Mal. Die Geschichte dahinter ist folgende: Als die Tour gebucht wurde, wurde uns dieses Angebot für Bremen gemacht und wir sagten spontan zu, obwohl wir das bis dahin nie gemacht hatten. Mit der Zeit machten wir uns dann unsere Gedanken und entschieden, es wenigstens in den USA vorher einmal auszuprobieren, bevor wir es in Europa dann komplett vermasseln. Auf der gemeinsamen Tour mit FAKE PROBLEMS war, glaube ich, das letzte Akustik-Set, das wir gespielt haben. Wenn es dazu kommt, haben wir nichts dagegen. Wir wollen es damit aber nicht übertreiben. All unsere Songs entstehen zu Hause auf einer Akustikgitarre, so dass es kein Problem ist, so etwas zu machen. Es ist aber definitiv etwas anderes und bleibt eine Herausforderung.

Kannst du daher kurz was zur Bandhistorie sagen?

Chad, Charlie und ich sind Kommilitonen. Wir lernten uns an der Uni in Reno kennen und fingen aus Spaß an, Musik zu machen. Wir hatten zunächst keinerlei Ambitionen, wollten nicht mal touren. Chad wollte am Anfang auch wie ich unbedingt Bass spielen. Da sein jüngerer Bruder aber der Einzige war, der ein Schlagzeug besaß, wurde er kurzerhand zum Schlagzeuger der Band umfunktioniert. Ich hatte noch ein paar Songs, die ich für meine damalige Highschool-Band geschrieben hatte. Die überarbeiteten wir und nahmen vor fast vier Jahren das erste Demo auf. Charlie entschied dann, dass er lieber weiter zur Uni gehen wollte, so dass wir jetzt wieder als Trio unterwegs sind.

Auf eurer Webseite nennt ihr eine Menge älterer Bands als Einfluss. Es fehlt die größte HC-Band, die Reno je hervorgebracht hat: 7 SECONDS. Warum?

Das hat keinen besonderen Grund. Ihr Einfluss ist wahrscheinlich so offensichtlich, dass wir, als wir die Liste zusammenstellten, bewusst gar nicht an sie dachten. Das ist schon irgendwie peinlich, schließlich kennen wir Troy, den Drummer, ziemlich gut und haben 7 SECONDS alle x-mal live gesehen.

Wie kommt ihr zu einem Label aus San Francisco?

Wir haben gerade zu Beginn massiv getourt und kamen immer wieder in Sacramento und San Francisco vorbei. Über einen gemeinsamen Freund, Chris von der BYO-Band NOTHINGTON, lernten wir dann Tobias von Red Scare kennen.

Euer Album „Sitting Army“ ist hier in Europa bei Gunner Records erschienen. Kam der Kontakt ebenso über Red Scare zustande?

Gunnar, der Betreiber von Gunner Records, hat uns per E-Mail kontaktiert und einen Europa-Release samt Tour vorgeschlagen. Wir haben uns dann bei befreundeten Bands wie FAKE PROBLEMS oder GASLIGHT ANTHEM, die bereits mit ihm gearbeitet hatten, die Bestätigung geholt, dass er nett und vertrauenswürdig ist. Es freut uns persönlich auch, dass er so viel Wert auf die Veröffentlichung von Vinyl legt, da das Album bislang nur auf CD erschienen ist. Tobi von Red Scare hatte das immer vor, aber irgendwie dann doch nicht hingekriegt.

Eure Texte behandeln fast alle politische Themen und sind recht kritisch. Seht ihr euch als politische Band?

Nicht im klassischen Sinne. Etwas, was mir aber immer an Punk imponierte, war, dass die Bands der Anfänge stets wussten, ihre Meinung zu vertreten, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Ich beziehe mich auf Bands wie MDC oder DEAD KENNEDYS, die wir alle als große Vorbilder ansehen. Für uns gilt da immer noch die alte Devise, dass es bei Punk nicht nur um Musik, sondern auch um Inhalte geht. Klar, ist es die Musik, die einen zuerst packt. Im Nachhinein sind es aber die Lyrics, die eine intensivere Beziehung zur Musik ausmachen.

Worum geht es auf „Sitting Army“?

Der Ausdruck ist ein Wortspiel und leitet sich von „Standing Army“ ab, einem festen Begriff im Englischen, der nach dem zweiten Weltkrieg eng mit Eisenhower in Verbindung gebracht wurde. Dahinter steckt nichts anderes als die Forderung nach einer professionellen Berufsarmee, die auf Abruf bereit steht. Wir haben daraus die „Sitting Army“ gemacht und beziehen den Begriff auf das Gros des amerikanischen Volkes, das sich von Medien wie Fox lieber berieseln und verdummen lässt, als sich selber unabhängig Gedanken über die Welt zu machen. Es geht diesen Konzernen um Unterhaltung, nicht um Information.

Gab es nach Erscheinen der Single „Draw Muhammad“ eigentlich irgendeine Art von Problemen für euch?

In den USA, ehrlich gesagt, nicht. Ich habe mir vor der Abreise aber schon Gedanken gemacht, wie das wohl hier in Europa ankommt, da ich auch das Cover gestaltet habe. Und schließlich hat der dänische Künstler, der damals die Zeichnungen des Propheten anfertigte, sogar Morddrohungen bekommen. Ich wollte damit keine Religion oder deren Anhänger diskreditieren. Der Song und Titel der Single behandeln die Art und Weise, wie die USA im Ausland versuchen, ihre Werte und Rechte durchzudrücken.

In dem Song „Use your cobra skulls“ sagst du sinngemäß, dass wir alle die Chance hätten, die Gesellschaft zu verändern. Das klingt sehr optimistisch.

Ja, das ist ein Wunschgedanke. Ich denke, dass grundsätzlich jeder, der Teil des Problems ist, auch Teil der Lösung sein kein. Es muss dafür nur ein Bewusstsein in der breiteren Bevölkerung entstehen. Im Kern ist das wahrscheinlich eine Aussage, die so auch klassische Sozialisten vertreten würden. Ich bin zwar gebürtiger Amerikaner, aber auch halber Argentinier, da mein Vater aus Buenos Aires stammt. Ich fühle mich daher auch stark mit den Einwanderern aus Lateinamerika verbunden und versuche Themen, die sie und die Gesellschaft betreffen, aufzugreifen. Da meine Muttersprache Spanisch ist, singe ich diese Songs natürlich auch auf Spanisch.

Gibt es denn schon neue Songs?

Wir waren im jetzt Juli gerade im Studio und haben zwei neue und einen alten Song eingespielt. Es hat etwas gedauert, bis das Ganze endlich erschien, aber mittlerweile ist die Single „Never Be A Machine“ über Red Scare erhältlich. Daneben haben wir aber auch schon eine Handvoll neuer Songs, von denen wir zwei bis drei jeden Abend auch live spielen. Wenn alles klappt, gehen wir Anfang 2009 wieder ins Studio.

Bodo Unbroken

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #82 (Februar/März 2009)

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