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Interviews & Artikel

BOYS

The Unstoppable Rock’n’Roll Machine

Honest John Plain, Originalmitglied der UK-Punklegende THE BOYS ist nach über 30 Jahren im Musikgeschäft noch immer kein bisschen ruhiger geworden. Als ich ihn Mitte des Jahres im Steeles Pub in London traf, war er gerade von einer erfolgreichen Italientour mit den BOYS zurückgekehrt, zuvor waren sie in Argentinien und Thailand gewesen; eine weitere Tour in Japan fand dann im September statt. Zwischen all den Terminen hatte John Plain aber noch Zeit, um die Aufnahmen zu seinem ersten Akustik-Soloalbum abzuschließen, auf dem er alle Instrumente komplett allein eingespielt hat, und das im August diesen Jahres auf dem deutschen Punklabel Still Unbeatable Records erschienen ist. Neben Akustikversionen von THE BOYS-Klassikern wie „Jimmy Brown“ und „Brickfield nights“ sind dort auch Eigenkompositionen von Honest John Plain zu hören. Ich nutzte die Gelegenheit, mich mit der Punklegende an diesem sonnigen Tag in London bei einigen Bieren über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu unterhalten. Und so wie es aussieht, werden Honest John Plain und die BOYS so schnell nicht zu stoppen sein.

Wie ist es euch in Italien auf Tour ergangen?

Unsere letzte Show in Bologna war eine der besten, die wir mit den BOYS je gespielt haben. Es war ein sehr kleiner Club, in den ungefähr 300 Leute passten – der Laden war bereits eine Stunde nach dem Soundcheck komplett gefüllt. Auch die anderen Shows in Mailand und Rom waren ein voller Erfolg, wir wussten bis dahin nicht, dass wir in Italien eine so große Fangemeinde haben.

Du trägst da ja ein T-Shirt deines Nebenprojektes THE LAST ROCK ’N’ ROLL BAND, wann warst du mit denen zuletzt auf Tour?

Letztes Jahr haben Casino Steel und ich auf einem Biker-Festival in Thailand als Headliner gespielt. Wir wollten dann einige günstige Shirts drucken lassen. Fälschlicherweise wurde „Honest John Plan“ darauf gedruckt, was diese Shirts zu einem seltenen Sammlerobjekt gemacht hat. Der Rückflug war dann wirklich kein Spaß, da Cas Flüge mit Egypt Air gebucht hatte. Zwar waren die Flüge fast 50 Pfund billiger, dafür gab es an Bord aber kein Bier. Bei einem zehnstündigen Flug ist das echt hart, besonders wenn man zuvor auf einem Biker-Festival ausgiebigst trinken konnte. Danach habe ich über eine Woche nicht mit Cas gesprochen ... Dieses Jahr werden wir noch nach Dubai fliegen. Letztes Jahr haben wir dort auf einem Straßenfest gespielt, auf dem unter anderem der Chef der Fluggesellschaft Emirates zugeschaut hat. Wir werden dort nur eine einzige Show als THE LAST ROCK ’N’ ROLL BAND spielen. Da es dort keine alkoholischen Getränke gibt, sind wir nach der Show sofort wieder weg. Just fly in, do the gig and fuck off again!

Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen, ein Akustikalbum aufzunehmen?

Ein guter Freund von mir hatte sich einen neuen Computer angeschafft, den ich testen wollte und damit einige Songs aufnahm. Einige Zeit später ließ er mir die Songs zukommen und ich beschloss, ein komplettes Album im Studio aufzunehmen, da alle Leute, die diese ersten Aufnahmen gehört haben, so begeistert waren.

Warum wurde die BOYS-Single „Jimmy Brown“, die kürzlich auch auf Still Unbeatable erschienen ist, noch nie zuvor veröffentlicht? Der Song hat ja schon 30 Jahre auf dem Buckel ...

BOYS-Sänger und -Gitarrist Matt Dangerfield mag den Song aus irgendwelchen Gründen nicht, außerdem verspielen wir uns bei Konzerten dabei meistens. Trotzdem scheint es einer der Lieblingssongs unserer Fangemeinde zu sein. Es ist ein großartiger Popsong, einer der besten, den Cas je geschrieben hat.

Bis auf die Schwierigkeiten bei „Jimmy Brown“ habt ihr die Songs ja noch alle super drauf. Probt ihr immer noch regelmäßig oder geht das mittlerweile auch so?

Proben tun wir heute kaum noch. Wenn Konzerte anstehen, treffen wir uns kurz vorher im Hotelzimmer auf eine kurze Akustik-Session und dann geht’s gleich auf die Bühne.

Wie ging es bei dir damals als Jugendlicher eigentlich mit der Musik und Punk los?

Aufgewachsen bin ich in Leeds, erst 1970 bin ich zusammen mit Matt und Barry Jones – der damals in der Band LONDON COWBOYS spielte – nach London gezogen. Wir lebten dann in Maida Vale, wo wir ein Studio hatten, in dem alle Punkbands wie GENERATION X, THE DAMNED oder SEX PISTOLS ihre Demos aufnahmen. Es war ein sehr interessantes Haus, in dem Sid Vicious morgens neben dir seinen Frühstückstee trank. Und da die BOYS damals die Ersten waren, die einen Plattenvertrag bekommen hatten, kam jeder vorbei. Eines Tages kam sogar Mick Jones von THE CLASH vorbei, um sich zu erkundigen, wie wir den Plattenvertrag ergattern konnten. THE CLASH wurden dann richtig bekannt und wir verschwanden wieder – trotzdem war es eine sehr schöne Zeit. Während meiner Kindheit in Leeds war ich übrigens ein sehr guter Tischtennisspieler, doch dann entdeckte ich den Rock’n’Roll für mich. Ich hätte sicherlich ein großer Tischtennisspieler werden können und wäre jetzt wahrscheinlich reich. Doch dann hätte ich keine 18-jährige norwegische Freundin. Ich habe mich für den Rock’n’Roll entschieden und ich würde es jederzeit wieder tun.

Hörst du in deiner Freizeit nur alten Rock’n’Roll oder interessierst du dich auch für neue Bands?

Mein Kumpel Vom, den wir ja auch „Drumming Monkey“ nennen, da er beim Schlagzeugspielen wie ein Affe aussieht, hat in seinem Haus eine Bar, wo wir oft bis morgens neue Musik hören, die er von seinen Touren mitbringt. Eine der Bands waren die BOSS MARTIANS, die ich richtig gut finde.

Während der Tour in Argentinien haben die BOYS ja bei zwei Shows zusammen mit den legendären NEW YORK DOLLS gespielt. Das Highlight war die letzte Show, bei der John und Cas zusammen mit Sammy von den Dolls, einem lokalen Gitarristen und Martin von den BACKSTREET GIRLS aufgetreten sind.

Die Leute, die alle Shows gesehen haben, bestätigten uns, dass die letzte Show eindeutig die beste war. Eigentlich war es musikalisch die schlechteste, da wir in dieser Konstellation nie zuvor geprobt hatten, aber das Feeling hat einfach gepasst. Argentinien hat mir generell sehr gut gefallen. Das Publikum war super. Bei einer Show haben sie jede einzelne Textzeile mitgesungen, sie waren lauter als wir auf der Bühne. So was habe ich noch nicht oft erlebt. Ich dachte mir in dem Moment, dass wir eigentlich alle reich sein müssten, wenn all die Fans unsere Platten haben. Aber wahrscheinlich gibt es dort jede Menge Bootlegs. Egal, es war trotzdem ein super Gefühl. Und gute Steaks haben sie dort auch.

Luc Bulles

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #86 (Oktober/November 2009)

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