Interviews & Artikel : TURBONEGRO :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

TURBONEGRO

Mittlerweile wird´s wohl jeder mitbekommen haben: TURBONEGRO sind nicht mehr. Happy-Tom war trotz der Ankündigung, keine Interviews zu diesem Thema zu geben, bereit, doch noch ein paar Worte an die Fangemeinde zu richten.

Warum haben sich TURBONEGRO aufgelöst? Und war es absehbar, dass es dazu kommt?

Ja, in gewisser Weise war es unausweichlich. Es musste so kommen, weil wir es so wollten. Wir hatten einfach genug von all dem Ärger und Bullshit, denn es stellte sich heraus, dass je grösser wir wurden, mit desto mehr Scheisse mussten wir uns auseinandersetzen... Du weisst schon, Leute, die uns sagen wollen, was wir zu tun haben, all diese Musikindustriescheisse, die Erwartungen der Medien, und so weiter. Ich meine, wenn du Leute rumhüpfen sehen willst, dann geh in den verdammten Zirkus. Wir haben hart gearbeitet und bekommen, was wir wollten, aber alles muss ein Ende haben. Dazu kommt, dass wir das Gefühl hatten mehr erreicht zu haben als jede andere Band, die wir kennen. Wir hatten TURBONEGRO gegründet, um Spass zu haben, Bier zu trinken und die Leute zu irritieren, wurden dann eine der grossen Bands unserer Zeit und das war gut. Ich meine, wer hätte auch voraussehen können, dass ein Haufen ex-Skifahrer aus Norwegen, die sich in Denim kleiden und Make-up im Gesicht haben, die Rock´n´roll-Welt so erschüttern würden, wie wir es getan haben? Es ist verrückt. Verrückt und gut.

Am allermeisten gefiel uns, dass wir in den letzten Jahren nicht mehr nur für den "Underground" aufgetreten sind, sondern auch für normale Leute. Und was daran am besten war: das hat ein paar von diesen Underground-Leuten WIRKLICH irritiert! Einmal kam so ein Typ bei einer Aftershow-Party auf mich zu und sagte "Ich war mal ein grosser TURBONEGRO-Fan, aber heutzutage - nach dem Hype - sind einfach zu viele BULLSHIT WORKING CLASS PEOPLE bei euren Shows!" Ich habe einfach nur gelächelt und an meinem Drink genippt. Ich bin froh, dass der Typ das so gesagt hat, denn es enthüllt, wie viele dieser sogenannten Undergroundtypen denken. Die halten sich für eine Art Elite. Aber das sind sie nicht. They´re just little bullshit ÜNTERMENSCH. Vor Jahren, als sich keiner für uns interessierte, redeten viele von dieser "Elite" nicht ma mit uns, denn wenn sie uns vor oder nach dem Konzert backstage sahen, sahen sie ein paar ganz normale Typen in ganz normalen Klamotten: keine wilden Frisuren, keine "Szene-Uniformen", kein gar nichts.

"Der Hype"? Bring mich nicht zum Lachen. Wir haben ein paar gute Platten gemacht und ein paar gute Konzerte gespielt, und daraus hat sich alles weitere irgendwie entwickelt.

Was sind deine persönlichen Gefühle zum Split, was die der anderen?

Wir wissen, dass wir eine Menge Leute beeinflusst und auch Einfluss auf die heutige Musikszene ausgeübt haben. Ausserdem haben wir uns in all den Jahren unsere Integrität bewahrt, und das ist ein gutes Gefühl. Wir hatten alle die gleiche Vorstellung von dem, was wir machten, und wir sind froh, dass wir es machen konnten. Mein Vater hat uns mal bei einer Show in den USA gesehen und sagte danach zu mir "I worked my whole life, but I have never had a chance and the privilege to experience anything like this, Thomas." Ich meine, du kommst aus einer der bedeutungslosesten Vorstädte der Welt, und plötzlich findest du dich in einem 5-Sterne-Hotelzimmer wieder, wo dir gerade zwei blonde Silikonschönheiten einen blasen, während du gemütlich ´ne Kippe rauchst und Champagner trinkst. Aber nach einer Weile wird natürlich auch das langweilig, und so bin ich froh, wieder in Oslo zurück zu sein, und den anderen geht es da genauso. Vielleicht kommen wir jetzt endlich mal wieder zum Skilaufen, haha! Am allerwichtigsten und allerbesten war aber sicher, dass wir ein paar sehr coole Leute getroffen haben und viel Spass hatten.

Was kommt jetzt? Hast du persönlich schon Pläne für eine neue Band?

Nun, ich habe erst vor kurzem ein gutes Angebot von einer tollen Band aus New York bekommen, bei ihnen als Bassist einzusteigen, aber ich weiss nicht so recht... Ich könnte mich auch auf die faule Haut legen, was trinken und fernsehen, aber ich habe auch noch einen ziemlich coolen Job bei einer Consulting-Firma, wo ich Zukunftsszenarien und Konzepte für norwegische Firmen entwickle Ich will aktiv bleiben, also werde ich den Job wohl noch eine Weile machen. Und ausserdem hat mich erst gestern nacht noch Necro Butcher von MAYHEM angerufen und gefragt, ob ich nicht mit ihm zusammen eine Band gründen will. Mal schauen, vielleicht wird da was daraus - vielleicht ein kleines Nebenprojekt oder so, nur zum Spass? Und NASHVILLE PUSSY und die BACKYARD BABIES haben mir angeboten, für sie Songs zu schreiben und sie dann von Euroboy arrangieren zu lassen, was ganz spassig werden könnte. Abgesehen davon arbeiten wir derzeit auch noch an der Wiederveröffentlichung des "Never is forever"-Albums, das dieser Tage erscheint, exklusiv für die Turbojugend-Fanclub-Mitglieder. Warte nur ab, bis du das Artwork siehst, es ist sehr schön geworden... Und dann sind da auch noch sehr gute Liveaufnahmen aus Hamburg sowie vom Abschiedskonzert, es wird also noch ein Livealbum von uns geben, sowie ein Video vom Abschiedskonzert - die Aufnahmen sind sehr gut geworden. Der Titel der beiden Releases wird natürlich "Darkness forever" lauten.

Was haben die anderen jetzt vor? Andere Bands, oder konzentrieren die sich auf ihren Job?

Pål hat natürlich immer noch "Pamparius Pizza", und ausserdem denkt er schon länger darüber nach, nach Australien oder Neuseeland zu gehen. Hank wird vielleicht bei einer Flugzeugmechanikerschule anfangen, er war schon immer sehr von der Luftfahrt begeistert, und Chris, Rune und Euroboy sowie unsere Roadcrew arbeiten alle mit den EUROBOYS. Ich habe übrigens eben die fertig gemischten Aufnahmen ihres neuen Albums gehört, gemischt von dem Typen, der auch OASIS, PULP und SUEDE gemixt hat, und es klingt einfach unglaublich! Da stimmt einfach alles!

Man sollte niemals nie sagen... - siehst du eine Chance, dass es irgendwann mit TURBONEGRO weitergeht?

Nein. Niemals.

Noch ein paar letzte Worte an eure Fans?

Ja. Es war schön euch zu treffen! Werdet Mitglied der Turbojugend und wir bleiben in Kontakt!

Hier das TURBONEGRO-Statement zur Auflösung im Original:

No More Turbonegro

On behalf of the other members of Turbonegro, I wish to make the following statement:

We have decided to break up, after nearly a decade of Deathpunk & Darkness.

Due to drug problems, mental illness and an impending religious crisis (!) we saw no other options than to cancel the last 5 dates of our sold-out Darkness Forever! European Tour. Our deepest apologies go out to the denim recruits who were expecting us to show, and also to support act Nashville Pussy for the problems they encountered as a result of our cancellation.

We are all very proud to have been part of something as important as Turbonegro, and we rest assured knowing that we have meant a lot to a lot of good people throughout the years. We are also glad we were able to experience the recent years immense (and unlikely) success, and are proud that we have stuck to our vision throughout our existence.

As we have decided that giving interviews at this point is pointless, we are not giving interviews. Our fanclub&mailorder will still be operating, at info@turbonegro.com .

We will play one last show, at Mars, Oslo on the 18th of December, supported by The Backyard Babies.

Salutations to all the people who have helped us throughout the years, übermensch. Bye-bye forever, Happy-Tom,

Turbonegro

Oslo, Dec. 8, 1998.

"The underground hated us. The kids loved us. We made a shitload of money."

Pål Pot Pamparius

Joachim Hiller

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #34 (I 1999)

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MACSAT sind verdammt versiert in Sachen Ska, Reggae, Skapunk und ein wenig Streetpunk. Die Musik ist ein kleines Hörvergnügen mit ihren Referenzen an JAYA THE CAT, die MIGHTY MIGHTY BOSSTONES oder SUBLIME. ... mehr