Interviews & Artikel : POKEY MO :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

POKEY MO

My little drummerboy – Teil 2

New York, New York. Viele Bands und Legenden sind aus der berühmt, berüchtigten NYHC-Szene hervorgegangen und manche von ihnen sind auch nach über 20 Jahren noch regelmäßig auf Tour unterwegs. Einer, der auch schon Ewigkeiten in dieser Szene mitmischt und die Trommelstöcke schwingt, ist Pokey Mo, der früher bei LEEWAY und heute AGNOSTIC FRONT für den harten Beat verantwortlich ist. Eine gute Gelegenheit, mit Pokey über seine Karriere als Drummer zu plaudern, ergab sich anlässlich des AGNOSTIC FRONT-Gigs im kuscheligen Braunschweiger B58-Jugendzentrum.

Pokey, wie alt bist du heute und wann hast du mit dem Trommeln begonnen?

Ich bin heute 43 Jahre alt und habe mit 14 oder 15 angefangen zu trommeln. Eine ganz schön lange Zeit, wenn man so zurückblickt.

Wie entstand der Wunsch, Schlagzeuger zu werden?

Ich habe ältere Geschwister und die haben damals viel Pop-Musik gehört. Irgendwann hat mein älterer Bruder mal ein BLACK SABBATH- oder vielleicht auch ein LED ZEPPELIN-Album aufgelegt und ich fand es wirklich spannend, auf Töpfen und Pfannen herumzuklopfen. Mein anderer Bruder hatte damals schon ein eigenes Schlagzeug von unseren Eltern geschenkt bekommen. Da war ich erst ungefähr zwölf und irgendwann verlor er die Lust am trommeln. Dann stand das Schlagzeug also ungenutzt rum und ich habe einfach sein Drumset übernommen. So kam ich ganz unkompliziert zu meinem ersten eigenen Set.

Das war bevor LEEWAY gegründet wurde. In welchen Bands hast du deine ersten Erfahrungen gesammelt?

Auf der Junior Highschool habe ich das erste Mal mit anderen zusammen gespielt. Mein Cousin spielte Gitarre, ein anderer Freund spielte Bass und so haben wir begonnen, zusammen zu jammen. Als ich dann 16 oder 17 Jahre alt war, habe ich viel Metal- und Hardcore-Platten – auch schon AGNOSTIC FRONT – gehört und wusste irgendwann, dass ich in einer richtigen Band spielen wollte. Mein Cousin und ich trafen damals einen Bassisten, der Craig Setari hieß, und heute bei SICK OF IT ALL spielt. Craig war damals gerade 15 und zusammen mit einem anderen Typen aus unserer Nachbarschaft in Queens haben wir dann eine Metal-Band gegründet. Wir haben damals Coverversionen gespielt von unbekannten Metal-Bands, wie etwa METALLICA, SLAYER und anderen. Craig hat dann irgendwann die Band verlassen und ist in die NYHC-Szene eingestiegen. Er hat dann mal hier mal da – etwa bei AGNOSTIC FRONT und YOUTH OF TODAY – gespielt und ist heute bei SICK OF IT ALL.

Wie hat es dich vom Metal zur New Yorker Hardcore-Szene verschlagen?

Nach der Highschool bin ich für einige Jahre auf dem College gewesen. In den großen Sommerferien habe ich damals für eine Firma namens Combat Records gearbeitet und Combat Records war in dieser Zeit das Label von AGNOSTIC FRONT und einer ganzen Reihe anderer New Yorker Hardcore-Bands wie MURPHY’S LAW und vielen mehr. An diesen Bands war ich sehr interessiert und so wurde eigentlich meine Leidenschaft für Hardcore geweckt. Während ich da gearbeitet habe, traf ich AJ Novello und wir wurden Freunde. LEEWAY waren damals schon zusammen und sie hatten einen Drummer aus Brasilien, der wirklich heftig war. Da gab es viele Doublebass- und superschnelle Parts zu hören und ich dachte: „Wooaah, that is the shit!“ Ich bin dann zu vielen LEEWAY-Shows gegangen und das war zu einer Zeit, als ich regelmäßig auf den Sonntagnachmittag-Konzerten im CBGB’S gewesen bin. Die Intensität von Hardcore hat mich damals wirklich weggeblasen und ich habe versucht, so viele Shows wie möglich mitzubekommen. Als ich dann erfahren habe, dass der Drummer von LEEWAY zurück nach Brasilien wollte und die Band verließ, bin ich zu den Jungs hin und habe sie einfach gefragt, ob sie es nicht mit mir versuchen wollten. Und wir passten dann einfach super zusammen.

Hast du es – außer mit Metal und Hardcore – jemals mit anderen Musikstilen versucht?

Als ich bei LEEWAY war haben wir als Band immer versucht, viele verschiedene Stile in unserer Musik zu verarbeiten. Unser Sänger Eddie stand sehr auf HipHop und R&B und so haben diese Stile unsere Songs beeinflusst. Durch meine Geschwister kam ich auch schon früh mit Pop und R&B in Kontakt, so dass ich von dieser Seite schon früh musikalisch geprägt wurde. Zu Beginn der Achtziger waren dann Hardcore und Rap Underground-Musikstile, die eine Beziehung gegenseitigen Respekts miteinander hatten. Man kam auch in einer Hardcore-Band gar nicht darum herum, sich Rap und HipHop anzuhören. So kam ich in Kontakt mit solchen Grooves und Beats und habe sie dann immer wieder in die Musik von LEEWAY einfließen lassen. Die Kombination von HipHop-Beats und Hardcore-Riffs führte dann zu den so genannten „dance parts“ im Hardcore.

Gibt es LEEWAY theoretisch noch oder ist es mit der Band endgültig vorbei?

Nein, LEEWAY als Band gibt es nicht mehr. Alle Mitglieder der Band sind unterschiedliche Wege gegangen. AJ spielt heute bei den CRO-MAGS, unser Bassist geht einer geregelten Arbeit in North Carolina nach und so haben wir nicht mehr die Möglichkeit, Shows zu spielen.

Was hast du in der Zwischenzeit gemacht, bevor du bei AGNOSTIC FRONT eingestiegen bist?

Zwischenzeitlich habe ich bei MERAUDER gespielt, deren Gitarrist Sob ein guter Freund von mir war. Mit der Band habe ich „Five Deadly Venoms“ eingespielt, was eine wirklich gute Erfahrung für mich war, denn diese Platte hat meine Liebe zu Metal wieder neu entzündet. Die ganze Zeit vorher hatte ich immer nur Hardcore im Kopf, aber tatsächlich bin ich ja erst über den Metal zum Hardcore gekommen. Ich hatte ja mit METALLICA- und EXODUS-Platten begonnen und nun hatte ich bei MERAUDER die Gelegenheit, diesen Stil auszuprobieren.

Was machst du, wenn du nicht mit Trommeln beschäftigt bist?

Ich bin ziemlich von Essen begeistert und koche sehr viel. Für zwei Jahre bin ich sogar mal Restaurantmanager gewesen. Das war in der Zeit, als LEEWAY sich gerade aufgelöst hatten und wir alle normale Jobs angenommen hatten. Bis wir dann 2006 die Reunion von LEEWAY durchgezogen haben und dadurch meine Liebe zur Musik neu entfacht wurde. Nach der Reunion kam die Band dann aber leider nicht wirklich voran und wir beschlossen, doch wieder unsere eigenen Wege zu gehen. Ich habe dann begonnen, in einem Aufnahmestudio zu arbeiten, und genau in diesem Studio probten AGNOSTIC FRONT damals. Ich war gerade mal zwei Wochen dort beschäftigt, als sie meine Telefonnummer in die Hände bekamen und mich direkt anriefen, weil sie auf der Suche nach einem neuen Drummer waren. Roger und Vinnie kannte ich ja schon seit einigen Jahren. Es gab da diese Zeit, in der die New York-Hardcore-Szene sehr eng zusammenhielt und wirklich jeder jeden kannte. Diese Family-Sache war da schon sehr wichtig. Für mich war es der perfekte Treffer, der neue Schlagzeuger von AGNOSTIC FRONT zu werden.

Wie sieht die Szene in New York heute aus?

Die Sache ist die, dass natürlich alle Leute älter geworden sind und Familie und Kinder haben. Die Verantwortung für die Familie bestimmt den Alltag von den meisten Leuten doch sehr. Für viele ist es schwierig, als Band zusammen zu bleiben und sich auch noch um die Familie zu kümmern. Viele Musiker aus der Szene sind mittlerweile auch aus der Stadt weggezogen und haben woanders ihr Glück versucht.

Wie fühlt es sich an, heute mit AGNOSTIC FRONT auf Tour zu sein und vor Kids zu spielen, die vielleicht kaum halb so alt sind wie du selbst?

Oh, das ist für mich ein unglaubliches Glück. Das fühlt sich für mich so an, als ob man die Leidenschaft für die Musik direkt an die nächste Generation weiterreicht. Vielleicht inspirieren wir ja auch eine neue Generation von Musikfans, die dann wiederum ihre eigenen Bands gründen und die Szene am Leben erhalten. Man kann das mit dem Pflanzen eines Baumes vergleichen. Erst setzt man den Samen, dann wächst der Baum und wird zu etwas Wundervollem. Das Publikum ist ja auch jeden Abend anders, obwohl es eigentlich immer eine tolle Mischung aus alten und jungen Leuten ist. Vor ein paar Tagen waren da zwei Typen im Publikum, von denen ich dachte, sie wären Brüder. Dann stellte sich aber raus, dass sie Vater und Sohn waren und einer unserer älteren Fans nun seinen 17-jährigen Sohn mit zu unserer Show gebracht hatte. Wir haben jetzt also wirklich schon zwei Generationen von Fans im Publikum. Das ist schon cool.

Gab es für dich bestimmte Vorbilder, als du selbst noch ein junger Nachwuchsdrummer warst?

Oh ja, da gab es sehr viele Einflüsse. Der wichtigste war wohl John Bonham, denn alle meine Geschwister hörten irgendwann LED ZEPPELIN. Dann noch Bill Ward von BLACK SABBATH, der ein unglaublicher Heavy-Metal-Schlagzeuger war. Auch Keith Moon von THE WHO war immer wirklich wild und verrückt. Für mich hatte er immer die Essenz von Punk in sich, weil er immer so gespielt hat, als ob ihm alles egal wäre, aber er hat den Beat trotzdem immer zusammengehalten. Später in der Hardcore-Szene habe ich dann zu Earl Hudson von den BAD BRAINS aufgeschaut. Der hat bestimmte Grooves in die Musik eingebracht, die man so vorher noch nicht gehört hatte. Auch Mackie Jayson von den CRO-MAGS war großartig und der hatte ja vorher auch schon bei den BAD BRAINS gespielt. Die beiden haben meine Art, Hardcore zu spielen, eigentlich am meisten beeinflusst. Es ist diese Art, wie sie ihre Grooves und Tempi wechseln, die sie einzigartig macht.

Gibt es neben der Band noch weitere Pläne für deine Zukunft?

Nein, AGNOSTIC FRONT ist ein Vollzeitjob und meine Zukunft. Wir versuchen immer, die gute, alte Hardcore Tradition aufrechtzuerhalten und auch nach vorne in die Zukunft zu schauen und die Sache weiterzuentwickeln.

Christoph Lampert

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #88 (Februar/März 2010)

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Aufrührerischer Ska-Punk, peitschende Bläsersätze, entflammende Texte, eingängige Chöre mit tanzbaren Off-Beats durchsetzte Arrangements: Nichts weniger als die Essenz dieser Dinge bringt NH3 auf den Punkt und das ist es was sich der italienische ... mehr