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Interviews & Artikel

TRAEOS

Antike vs. Moderne

Eineinhalb Jahre ist es her, dass mir ein guter Freund eine Platte in die Hände drückte und sagte, so etwas wie diese Jungs sei ihm noch nie untergekommen. Das hat neugierig gemacht und bei einem ersten Höreindruck wusste diese Platte, die Debüt-EP „The Aion Drive“ der Saarbrücker Band TRAEOS, sofort zu gefallen. Geboten wurde ein im positiven Sinne lärmendes Stück Post-Hardcore, das neben aller spielerischen Raffinesse mit einem gewaltigen Sound versehen war. Nun ist mit „Mnemosyne“ das erste vollständige Album dieser Band erschienen, ein Album, das neben dem schon von der EP bekannten äußerst ansprechenden Post-Hardcore ein sehr durchdachtes Konzept beinhaltet. Und auch wenn unzählige Kritiker genau das der noch relativ jungen Band vorwerfen, sieht man sich zwar vielleicht in der Tradition solcher Bands wie UNDEROATH, jedoch keineswegs als bloßen Abklatsch derselben. Darüber und über das Konzept, das sich hinter dem etwas kryptischen Albumtitel verbirgt, gab die Band Auskunft.

Man vergleicht euch oft mit UNDEROATH. Zufall oder bewusste Entscheidung?

Platten wie „Lost In The Sound Of Seperation“ oder „Changing Of Times“ haben in der Vergangenheit in der Tat eine durchaus große Rolle für uns gespielt und waren daher schon recht große Inspirationsquellen für TRAEOS. Man kann aber nicht sagen, dass wir uns nur aufgrund dieser Alben für einen Sound entschieden haben, wie wir ihn heute spielen. Grundsätzlich haben wir viele verschiedene Einflüsse, sowohl Bands als auch Genres, möchten aber prinzipiell nichts imitieren, wenn wir uns an das Songwriting machen. Als negativ betrachten wir die vielen Vergleiche mit UNDEROATH aber auch nicht unbedingt, auch wenn wir schon bemüht waren, zwischen unserer Debüt-EP und dem nun erschienenen Album eine gewisse Entwicklung zu durchlaufen.

Die EP erschien vor eineinhalb Jahren, erst jetzt kam das Album. Warum?

Wir betrachteten „The Aion Drive“ ohnehin „nur“ als Bewerbungsmaterial, so dass es für uns irgendwie nahe lag, die Platte in Eigenregie herauszubringen. Ziel war es, für das Debütalbum ein Label im Rücken zu haben und mit Ampire haben wir da glücklicherweise den richtigen Partner finden können.

Auf „Mnemosyne“ springt einem der unglaublich wuchtige, wütende Sound entgegen. Ist das eine Reflexion dessen, wie es in euch persönlich aussieht?

Na ja, aus Aggression und Hass entsteht unsere Musik nun nicht unbedingt, auch wenn sich da schon mal im Alltag das eine oder andere aufstaut, wofür wir dann die Musik als Ventil nutzen können. Heutzutage ist es doch so: Wenn du dir mit deiner Musik Gehör verschaffen willst, bist du doch gezwungen, deine Message auch in einen entsprechend kantigen Sound zu verpacken, damit man dich wahrnimmt.

Auch die Arrangements der Songs sind recht verschachtelt. Es scheint, als gäbe es in euren Reihen den einen oder anderen Fan progressiver Musik?

In der Tat! Im Sommer 2009 kam Karsten zu uns, der vorher im Metal/Prog-Bereich aktiv war. Er ist mit seinen Einflüssen sozusagen das verlorene Bindeglied zwischen den Genres und trägt somit maßgeblich zu dem bei, was TRAEOS und das Konzept darum herum heute ausmacht.

Welches Konzept steckt hinter „Mnemosyne“?

Mnemosyne ist eine Figur aus der griechischen Mythologie, die für das Gedächtnis beziehungsweise die Gedächtniskunst steht. Sie zeugte mit Zeus die neun Musen, die namengebend für die Songs unseres Albums sind. Dabei haben wir mit Ausnahme des Titeltracks, der am Ende der Platte steht, allen Songs noch einen englischen Beinamen gegeben. Damit wollten wir die Brücke schlagen zwischen den Attributen der einzelnen Musen und den Problemen, die der Alltag heute mit sich bringt und welche sich inhaltlich in unseren Songs wiederfinden. Wir beschäftigen uns schon seit längerem mit der griechischen Mythologie. Das erkennt man nicht zuletzt auch am Titel unserer EP „The Aion Drive“. „Aion“ leitet sich vom griechischen Begriff „Aeon“ ab, was für die Unendlichkeit steht. Es lag daher für uns irgendwie auf der Hand, dass auch der Titel unseres Albums seinen Ursprung in dieser Mythologie hat. Die Struktur von „Mnemosyne“ und den neun Musen sprach uns dabei einfach am meisten an und ja, mittlerweile könnte man uns schon auch als Fans der entsprechenden Werke bezeichnen. Wir haben ja sogar das Design unserer T-Shirts in Richtung „Clash of the Titans“ gestaltet. Wir sprechen hier aber ausschließlich von der verschriftlichten Form und keinesfalls von den eher schwach geratenen Filmen, die uns Hollywood bescherte und die ebenfalls diesen Namen tragen.

Was kommt als Nächstes?

Seit einigen Wochen sind wir wieder sehr eifrig am Songwriting für unser nächstes Album dran. Ideen und Konzept existieren schon in unseren Köpfen, ohne da jetzt ins Detail zu gehen und womöglich vorab zu viel zu verraten. Außerdem legen wir alle Wert darauf, eine angemessene Form der musikalischen Weiterentwicklung zu durchlaufen. Wohin uns das jedoch noch führen wird, das wird sich letztlich zeigen. Erzwingen möchten wir da nichts.

Jens Kirsch

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #94 (Februar/März 2011)

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