Interviews & Artikel : CLAN OF XYMOX :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

CLAN OF XYMOX

In Dark Mood

Die holländische Band CLAN OF XYMOX war Mitte der Achtziger Jahre einer der bekanntesten Vertreter des legendären britischen Labels 4AD, zusammen mit Acts wie THIS MORTAL COIL, THE COCTEAU TWINS, THE WOLFGANG PRESS und DEAD CAN DANCE. Ihre beiden Alben „Clan Of Xymox“ (1985), das sich während ihrer folgenden Europatour fast 100.000 Mal verkaufte, und „Medusa“ (1986) gehörten – speziell auch durch das Coverartwork von Chefdesigner Vaughan Oliver – mit zu den interessantesten Veröffentlichungen auf 4AD in den Achtziger Jahren und definierten im Wesentlichen die Wurzeln dessen, was sich später als Dark Wave herausbilden sollte. Songs wie „A day“ (der dazugehörige Videoclip wurde im katalanischen Cadaqués gedreht, ein Teil davon vor Salvador Dalís Haus), „Louise“ oder „Stranger“ werden heute noch von ihren Fans bei den Konzerten zelebriert und in Gothic-Clubs als sichere Floorfiller gespielt.

Ende der Achtziger Jahre verließ die Band das Label, verkürzte ihren Namen auf XYMOX und spielte bis in die späten Neunziger einen weniger Euphorie erzeugenden Sound, der mehr im Bereich Future Pop und Dance angesiedelt war. In der folgenden Zeit geriet die Band ein wenig in Vergessenheit. Erst 1997 entschloss sich Sänger und Gründer Ronny Moorings zu einer musikalischen Rückbesinnung, er änderte den Bandnamen wieder in CLAN OF XYMOX und kehrte aus England nach Amsterdam zurück. Musikalisch wurde mit dem im Jahr 1997 veröffentlichen, in inzwischen kompletter Neubesetzung eingespielten Album „Hidden Faces“ der Faden zum alten Sound der Band wieder aufgenommen, was vermutlich auch am damaligen Produzententeam bestehend aus John Rivers (DEAD CAN DANCE) und Dave M. Allen lag, letzterer hatte bereits das Debütalbum der THE SISTERS OF MERCY und das Album „Wish“ für THE CURE produziert hatte. Die Band feierte zunehmend Erfolge in den USA, vor allem aber auch in Süd- und Zentralamerika – in Mexiko spielten sie gar vor 20.000 Zuschauern – und ist gern und oft gesehener Gast beim Wave-Gotik-Treffen in Leipzig, so dass sich Ronny Moorings im Jahr 2006 entschloss, endgültig von Holland nach Leipzig zu ziehen. Er beantwortete einige Fragen.


Im Frühjahr 2011 steht ein neues Album von euch an. Kannst du etwas zur Entwicklungsgeschichte und zum Sound des neuen Albums sagen?

Das Veröffentlichungsdatum steht bereits fest, es wird der 22. Mai, mein Geburtstag, sein. Das Album ist fast vollständig geschrieben, die Songs bedürfen aber noch eines produktionstechnischen Feinschliffs und unsere Bassistin Mojca wird sich noch wie immer um ein wunderbares Artwork kümmern. Ich muss mir nur um einen Albumtitel Gedanken machen. Gegenwärtig ist der Arbeitstitel „My Darkest Hour“. Es wird sicherlich der klassische CLAN OF XYMOX-Sound sein, sehr retro, mit meinem typischen Gesang. Die Texte werden einen sehr persönlichen Hintergrund haben und sehr authentisch aus meinem Leben erzählen, und deshalb auch sehr viel von meinem Innersten preisgeben.

In den Achtziger Jahren waren CLAN OF XYMOX eine der profiliertesten Bands auf dem britischen Label 4AD, dessen Artwork ganz nachhaltig von Vaughan Oliver/23 Envelope geprägt wurde. Welche Bedeutung hat das Artwork für dich heute?

Das Artwork hat für uns immer große Bedeutung. Noch bevor wir bei 4AD unter Vertrag waren, haben wir für unser selbstproduziertes Album „Subsequent Pleasures“, das 1984 in einer limitierten Auflage von 500 Kopien erschienen ist, das Cover entworfen und mit der eigenen Siebdruckvorlage gedruckt. Klar, später hat dann Vaughan Oliver die Standards für alle unseren weiteren Veröffentlichungen gesetzt. Seit 1991 gestaltet allerdings Mojca in Eigenregie sämtliche Cover der Veröffentlichungen von CLAN OF XYMOX und das macht sie einfach sehr gut. Mojca hat dafür auch eine eigene Website, auf der du ihr gesamtes Artwork für CLAN OF XYMOX finden kannst.

Bist du noch in Kontakt mit Künstlern aus alten 4AD-Zeiten? Brendan Perry von DEAD CAN DANCE hat gerade letztes Jahr mit „Ark“ ein schönes Soloalbum veröffentlicht.

Mit Brendan bin ich noch regelmäßig in Kontakt. Meist kommunizieren wir über unsere Facebook-Blogs und wir treffen uns auch ab und an, zuletzt auf seiner Tour hier in Deutschland. Und in der Tat, sein Album „Ark“ finde ich auch ganz herausragend.

Du lebst seit einigen Jahren in Leipzig. Was sind die Vorteile gegenüber Amsterdam?

Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht, wo ich da anfangen soll. Es gibt nur Vorteile für mich. Ich fühle mich in Leipzig einfach wesentlich wohler als in Amsterdam. Ich hatte genug von den schlechten Wohnbedingungen in Amsterdam. Der Wohnraum hat dort eine solche miese Qualität mit zu kleinen Appartements für zu viel Geld. In Leipzig haben wir ausreichend Platz. Ich mag die grüne Umgebung, und wenn du hier in ein Restaurant gehst, hast du eine freundliche Bedienung und eine völlig andere Qualität des Essens. Zu dem Zeitpunkt, als ich Amsterdam verlassen habe, erdrückte mich etwas die negative Stimmung dort und es gab für mein Dafürhalten zu viele aggressive Leute. Man fühlte sich wie eine Ratte im Käfig. Das Einzige, was ich noch als typische holländische Angewohnheit beibehalten habe, ist regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.

Leipzig hat nicht nur das Wave-Gotik-Treffen, sondern insgesamt eine sehr lebendige Musikszene und großartige Bands wie DIE ART. Kennst du sie?

Ja, ich kenne DIE ART und schätze sie sehr. Sie haben bereits mal beim Wave-Gotik-Treffen direkt vor uns gespielt und ihr Song „Obsession is bad passion“ ist ein wirklich großartiger Song, doch ich kenne keines der Bandmitglieder persönlich. Aber dafür einige so wie ich nach Leipzig zugezogene Musiker wie Erk von HOCICO und auch mit Daniel Meyer von SAM bin ich befreundet.

Eure Auftritte beim Wave-Gotik-Treffen sind immer Highlights und werden vom Publikum gefeiert. Jedoch habe ich zu oft den Eindruck, beim WGT es geht meist nur mehr um den Laufsteg der Eitelkeiten, Mode und Selbstdarstellung, als um die Musik selbst.

Das ist nun mal Teil der Szene. Es wäre ja auch eigentlich ziemlich langweilig, wenn keiner sich optisch von den andern absetzen wollte beziehungsweise diese modischen Akzente setzen würde. Ich mag das eigentlich sehr gerne, denn das ist es, was das Festival auch ausmacht und ihm seinen speziellen Charme gibt. Das „Mode-Schaulaufen“ ist definitiv integraler Bestandteil des WGT. Du darfst auch nicht vergessen, dass Leipzig und das WGT eine Art Mekka für alle diejenigen ist, die aus so vielen Gegenden Europas kommen, in denen eben in dieser Hinsicht kein so liberaler Geist herrscht und sie wegen ihres Aussehens ausgegrenzt und angefeindet werden. Auf dem Wave-Gotik-Treffen können sie sich ausleben.

Ihr habt ziemlich viele Fans in Süd- und Zentralamerika und habt offenbar in Mexiko bereits vor 20.000 Leuten gespielt. Wie kommt das?

Wir haben beginnend mit der Jahrtausendwende sehr oft intensiv in diesen Gegenden getourt. Vielen Radiostationen hat unsere Musik gefallen und sie haben unsere Songs gespielt und die Musiksender haben unsere Videos in die Heavy Rotation genommen, das hat unseren Erfolg dort ziemlich beflügelt. Wir wurden dann immer öfter auf erneute Tourneen angesprochen und so hat sich unser Erfolg dort glücklicherweise gefestigt.

Ich weiß, dass du nicht gerne ständig auf das Thema 4AD angesprochen wirst. Dennoch, was sind deiner Auffassung nach die fünf besten Alben auf 4AD?

Nun, wenn ich mal unsere beiden Veröffentlichungen auslasse, dann sicherlich die ersten drei DEAD CAN DANCE-Alben und die beiden ersten Veröffentlichungen der COCTEAU TWINS, „Garlands“ und „Head Over Heels“.

Markus Kolodziej

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #95 (April/Mai 2011)

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