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Interviews & Artikel

TERMINAL SOUND SYSTEM

Keine Lust auf Wiederholungen

Seit Jahren veröffentlicht Denovali Records Platten von Bands, die nicht alle in die gleiche Schublade passen. Ob Hardcore/Screamo, Black Metal, Noise oder Ambient, das Label hat immer eine Band für die passende Stimmung parat. Über die australische Band HEIRS wurde Denovali auf Skye Klein aufmerksam, der eines der beiden Mitglieder von HALO ist, und, seitdem das Projekt eingefroren wurde, mit TERMINAL SOUND SYSTEM die Grenzen zwischen Rock, Jazz und elektronischer Musik einreißt. Denovali veröffentlicht das aktuelle Album „Constructing Tower“ nun in Europa und es scheint, als hätten sich Label und Künstler gefunden aufgrund der markanten Gemeinsamkeit, sich nicht musikalisch einzuschränken. TERMINAL SOUND SYSTEM ist ein Projekt, um den musikalischen Vorlieben Kleins Ausdruck zu geben und diese zu vermischen.

„Ich liebe es, wenn sich Genres ineinander mischen und etwas entsteht, das keinem eindeutigen Stil zugeordnet werden kann. Musik ist für mich Kunst und damit ein Ausdruck von Gefühlen und jeder sollte sich ohne Angst vor Erwartungen oder Genres ausdrücken können.“ Skye Klein hat schnell erkannt, dass jedes musikalische Genre Elemente in sich trägt, die er mag und verarbeiten kann. Egal, ob Metal, Drum ’n’ Bass, Drone, Soul, oder Dub – Klein kennt keine musikalischen Grenzen. Bereits bei HALO, die über Drone bis No Wave ebenfalls einen experimentellen Weg gegangen sind, bemerkte er mit seinem Kollegen Robert Allen, dass eine Genrefixierung Stagnation bedeutet. Sie veröffentlichten fünf Alben, wobei die letzten drei Releases bei Relapse Records erschienen und zwar in die Drone-Ecke eingeordnet werden können, aber dennoch Noise-, Jazz- und Ambientelemente enthalten, womit keine der Aufnahmen dem Vorgänger entspricht. „HALO war zudem 100%, das heißt von den Aufnahmen bis zu den Konzerten, improvisiert. Wir waren zwei Menschen mit kleinen Differenzen im Musikgeschmack, dennoch wussten wir, was wir musikalisch ausdrücken und worauf wir uns nicht beschränken wollten.“

Nachdem Robert Allen von Australien nach England gezogen war, mussten HALO eingefroren werden, womit Klein seinen Fokus auf das seit 1999 existierende Projekt TERMINAL SOUND SYSTEM richten konnte, um mittels einer Vier-Spur-Kassette und eines alten Samplers noisigen Dub zu produzieren. „Aus dem Sampler wurde später ein Computer und damit das Projekt größer. Wenn sich mein musikalischer Geschmack verändert hat, hat sich auch TERMINAL SOUND SYSTEM verändert, denn es war meine Art, Sound auf einem elektronischen Weg kennen zu lernen, den ich bei HALO nicht gegangen bin. Ich war fasziniert vom Dub-Mixing und wollte mich mit noisigen, elektronischen Strukturen auseinandersetzen und dabei mit verschiedenen Musikstilen wie Doom-, Electronic-, Jazz-, World/Ethnic- oder Rock- & Pop-Musik experimentieren.“

Da Klein in der Zeit der Arbeit an von „Constructing Tower“ vom Jazz der Siebziger Jahre besessen war und gleichzeitig die elektronische Musik auflockern wollte, ist das aktuelle Album jazzig und elektronisch ausgefallen. „Ich wollte elektronische Musik nicht starr und akkurat lassen, sondern menschlicher und dynamischer machen. Ich liebe Drum ’n’ Bass- und Dubstep-Sounds, aber die steifen Strukturen langweilen mich, weswegen ich Künstler wie AUTECHRE verehre, da sie sich nicht auf metronomische Wiederholung beschränken.“

Der Handlungsspielraum wird möglich, da Klein die Komposition und Produktion in seinem eigenen Studio leiten kann. Auf der Bühne gibt es zum Glück Hilfe von zwei Freunden. „George und Marcus helfen mir an der Live-Gitarre und spielen die Bass- und Synthieparts. Eine Menge Instrumente werden von mir gesamplet, so dass ich sie triggern oder live mit einem Keyboard und MIDI-Trigger spielen kann. Zudem wurde eine Menge Hardware und Software zusammengefügt, die es uns ermöglicht, alle Teile der Musik zu spielen und zu kontrollieren. Das Schlagzeug bleibt ein Backing-Track, der mit den Visuals synchronisiert wird.“

Visuals eignen sich hervorragend für den Sound von TERMINAL SOUND SYSTEM. Eine Kostprobe gibt es mit „In your planet“ bereits im Internet und diese wurde auch von Klein selbst zusammengestellt. Das Selbsterarbeiten scheint dabei ein gewohnter Weg für ihn zu sein, da sich herausstellt, dass „Constructing Towers“ nicht das erste Album von TERMINAL SOUND SYSTEM ist und es bereits sieben Alben gibt, die auf seinem Label Embryo Recordings veröffentlicht wurden und dort zum kostenlosen Download angeboten werden. Die physischen Tonträger gab es in Form von gebrannten CDs via Mailorder zu bestellen, bevor Klein seine Alben auf verschiedenen US-Labels unterbringen konnte. Nun veröffentlicht Denovali Records das aktuelle Album und kündigt zudem noch eine Tour im April an. Auch HALO scheint in den Tagen reanimiert zu werden, da Klein und Allen über neue Aufnahmen und eine gemeinsame Tour nachdenken.

Matthias Lehrack

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #95 (April/Mai 2011)

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