Interviews & Artikel : LOBOTOMIA :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

LOBOTOMIA

Brasilianische Rhythmen

Wer hier nun an Salsa oder Samba denkt, der liegt komplett falsch. 1984 in São Paulo gegründet, zählen LOBOTOMIA zur ersten Welle brasilianischer Hardcore-Bands. Nach ein paar Compilation-Tracks erschien 1986 ihr gleichnamiges Debüt. In der folgenden Zeit entwickelte sich ihr von Scandi-Crust inspirierter Stil immer mehr Richtung Thrash Metal und einer Art Crossover, vergleichbar mit D.R.I. Nach der Veröffentlichung ihrer zweiten Platte „Nada É Como Parece“ löste sich die Band 1989 auf. Seit 2004 sind LOBOTOMIA nun in wechselnder Besetzung wieder unterwegs und nahmen 2008 ein neues Album auf, „Extinção“, das 2010 auf dem französischen Label Shogun auch in Europa rauskam. Den ganzen Juli 2011 über werden die Brasilianer auf ihre zweite Europatour seit der Reunion gehen, unter anderem mit Fralda, ex-RATOS DE PORÃO, am Bass und am Schlagzeug Grego, der als einzig verbliebenes Originalmitglied auch für meine Fragen zuständig war.

In Anbetracht eurer Diskografie stellt sich die Frage, wo wart ihr in der Zwischenzeit, was habt ihr all die Jahre gemacht?

Nachdem sich die Band auflöste, hat sich jeder erst mal um sein eigenes Leben gekümmert. Nur ich habe weiter Musik gemacht, in der Punkband U.K.C.T und mit den SAFARI HAMBURGERS, die anderen haben ganz aufgehört. Als wir wieder anfingen aufzutreten, war außer mir nur Sänger Marco mit dabei. Das war, nachdem unser Debütalbum „Lobotomia“ 2002 in Japan wiederveröffentlicht wurde.

Ihr habt in den frühen Achtzigern angefangen, zeitgleich mit anderen „legendären“ brasilianischen Punkbands wie RATOS DE PORÃO, OLHO SECO und CÓLERA – kanntet ihr euch?

Sicher, wir waren alle befreundet und haben oft die Bühne miteinander geteilt.

Erzähl mir mehr über die Punk-Szene in São Paulo, was hat sich verändert in über 25 Jahren?

Es gibt jede Menge Punks in São Paulo, die damit auch eine bestimmte Ideologie verfolgen, und welche, die nur ein bisschen Krawall machen wollen. Aber die Bewegung ist größer geworden. Der größte Unterschied zu damals liegt darin, wie einfach man mit Punks in anderen Ländern in Kontakt treten kann. In den Achtzigern lief das alles über Briefwechsel, und je nachdem, wie groß die Distanz war, hat das immer mindestens einen Monat gedauert. Jetzt, dank Internet, geht es einfach viel schneller, so wie dieses Interview – früher hättest du die Antworten erst in ein paar Wochen bekommen.

Welche Bedeutung hat D.I.Y. für euch?

D.I.Y. heißt, von niemandem abhängig zu sein, der die Gesellschaft nur für seinen privaten Vorteil manipuliert.

LOBOTOMIA waren 2009 schon einmal in Europa auf Tour, gab es da irgendwelche unerwarteten Erlebnisse?

Wir haben gar nichts erwartet, weil wir das erste Mal in Europa waren, nach 13 Jahren Abwesenheit. Aber die Tour lief sehr gut und wir sind sehr glücklich, jetzt die Gelegenheit zu haben, wieder zu kommen. In Deutschland haben wir mit MUNICIPAL WASTE zusammen gespielt, was nebenbei ziemlich klasse war, und in Frankreich hatten wir Gigs unter anderem mit RATOS DE PORÃO, VARUKERS und FLEAS AND LICE.

Gibt es irgendetwas, das euch besonders in Erinnerung geblieben ist?

Weil es unsere erste Europatour war in der Besetzung, war alles für uns neu, auch wenn wir alle früher schon mit anderen Bands hier unterwegs gewesen sind. Etwas Besonderes war natürlich das Puntala Rock Fest in Finnland, es ist schließlich das Land, das LOBOTOMIA am meisten beeinflusst hat, als wir anfingen. Und die Finnen stehen auf brasilianische Bands, also waren die Erwartungen auf beiden Seiten sehr hoch. Unser Aufenthalt in Finnland war dann einfach großartig.

Ganz allgemein scheint es eine spezielle Beziehung zu geben zwischen den Hardcore-Bands beider Länder, man denke nur an das finnisch-brasilianische Projekt RIISTETERROR von RIISTETYT und SICK TERROR oder an FORÇA MACABRA, eine Band aus Finnland, die sogar portugiesische Texte hat.

In den Achtzigern standen wir in ständigem Briefkontakt mit finnischen und schwedischen Bands und da gab es einige Gemeinsamkeiten, was den Sound angeht. RIISTETYT, FORÇA MACABRA und RATTUS haben mit uns auch schon in Brasilien gespielt und wir sind Freunde. Jukka von RIISTETYT ist gerade dabei, unser 89er Album „Nada É Como Parece“ in Finnland noch mal als Vinyl herauszubringen, auf seinem Label Kämäset Levyt.

Wie sieht es aus mit „Lobotomia“, eurem Debüt, das übrigens eine der teuersten Platten ist, nach denen ich je bei eBay gesucht habe?

Unser erstes Album bekam deshalb Kult-Status, weil wir damals davon nur 1.000 Stück veröffentlicht hatten und es nie mehr nachgepresst worden ist, dadurch wurde es zum Sammlerobjekt, und sogar hier in Brasilien ist das Original sehr teuer. Aber 2002 ist es ja noch mal in Japan erschienen und danach in den USA bei Black Water Records.

Kennst du auch ein paar deutsche Punkbands?

Ich kenne ein paar Deutschpunk-Bands aus den Achtzigern, TOXOPLASMA oder BLUTTAT, und andere wie X-MAL DEUTSCHLAND ... Sorry, momentan fallen mir nur die ein.

Bitte beende folgenden Satz: Punk heute ist ...

Freiheit und Protest!

Ute Borchardt

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #96 (Juni/Juli 2011)

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