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Interviews & Artikel

WOLVERINE RECORDS

Cry Wolff!

Fast so lange wie das Ox gibt es Wolverine Records aus Düsseldorf, ein Ein-Mann-Label, hinter dem Sascha Wolff steckt. Ehrensache, dass wir zum Geburtstag gratulieren und uns nach dem werten Befinden erkundigen.

Wolverine Records feiert dieser Tage seinen 20. Geburtstag. Gibt es was zu feiern oder ist man als kleines Label heutzutage froh, irgendwie überlebt zu haben beziehungsweise überleben zu können?

Ich bin schon ziemlich stolz darauf, 20 Jahre geschafft zu haben. Das ist eine Hausnummer, an die ich sicher nicht gedacht habe, als ich mit dem Label begann. Und wenn man jetzt daran denkt, dass es Leute gibt, die bei Labelgründung noch nicht mal geboren waren, und jetzt meine Scheiben kaufen, ist das echt ein Hammer, oder? Und in der heutigen Zeit bin ich ja eins der wenigen Labels, die überlebt haben und so lange durchgehalten haben. Die letzten Jahre haben ja einige aufgegeben. Aber Wolverine Records ist immer noch da, auch wenn es die letzten Jahre doch wirklich immer schwerer wurde. Das kann man schon mal feiern.

Wie war das damals? Ich nehme an, du hattest einen von der Popakademie abgesegneten Businessplan, als du dich darauf eingelassen hast, dein Label zu gründen. Was waren die ersten Releases, Erfolge und Abenteuer?

Ja, natürlich, 100% Business-Punk. Harharhar! Es war zu Beginn nur ein Hobby. Ich hatte vorher ein kleines Fanzine mit ein paar Leuten gemacht, das über drei Ausgaben aber nicht hinauskam. Meine besten Kumpels gründeten kurz vorher die BULLOCKS, und da ich selber komplett unmusikalisch war, gründete ich das Label und so fing alles mit einer Single der Band an. Ich war umtriebig, schickte die Single herum, lernte Leute kennen – ja, das geht auch ohne Internet – und andere Bands hatten Interesse. Und nach einem Jahr kam dann die ANARCHIST ACADEMY-CD bei mir raus und alle Punks hörten auf einmal den Anarcho-Rap. Mit SPV kam ein großer Vertrieb auf mich zu und es gab auf einmal eine Menge Arbeit. So viel, dass ich mein Studium der Sozialwissenschaften leichten Herzens – ging mir eh auf den Sack – an den Nagel hing und es einfach mit dem Label versuchte. Und da bin ich jetzt – fast 200 Releases später. Immer noch da, immer noch D.I.Y., immer noch One-Man-Label, immer noch schweinecool.

Lange Zeit spielten die „Punk-Chartbusters“-Compilations mit verpunkten Coverversionen von mehr oder weniger beliebten Pop-Songs eine wichtige Rolle für das Label. Nun kam schon ewig keine mehr – hat sich das Konzept überlebt?

Ich hatte vor zweieinhalb Jahren ja noch Teil 6 gemacht, aber in der heutigen Zeit kann man damit einfach nicht mehr so viele Leute kriegen. Das heißt nicht, dass ich nicht vielleicht noch mal einen mache. Immerhin ist die Compilation ja die Mutter aller Punk-Coverversionen-Sampler und ich höre auch immer noch gerne Coverversionen. Aber da muss ich auch Lust drauf haben. Derzeit habe ich soviel coole Bands wie zum Beispiel BONSAI KITTEN, FIGHTBALL, KITTY IN A CASKET, GRAVEYARD JOHNNYS, JAMIE CLARKE’S PERFECT, TOMMY GUN am Start, um die ich mich kümmere, da ich derzeit keine Sampler in Planung habe.

Über all die Jahre ist Wolverine sich musikalisch recht treu geblieben, vom Swing-Revival-Sublabel Frankie Boy mal abgesehen, spielt sich das Meiste zwischen Punkrock, Ska und Psychobilly ab. Ich nehme an, bei einem Ein-Mann-Unternehmen spiegelt das eins zu eins deinen Geschmack wider, oder?

Ja klar. Ich bringe nur Sachen raus, die mir auch selber super gefallen. Anders würde das weder Sinn noch Spaß machen. Ich stehe immer zu dem Sound meiner Bands! Selbst das Swing-Label, das ich übrigens ja auch wieder belebt habe, einmal mit dem Sampler „Swings Not Dead“ und ganz aktuell mit dem Release der coolen Big-Band HAFERFLOCKEN SWINGERS, ist ja auch eine Verlängerung meines – sehr guten, hehehe – Musikgeschmacks. Aktuell geht es halt ziemlich in die Billy-Ecke, weil es da einfach derzeit so gute Bands gibt, wie eben BONSAI KITTEN und KITTY IN A CASKET. Aber auch Punk ist ganz klar eine feste Größe und da kommt ja auch immer cooles Neues, wie jetzt zum Beispiel FIGHTBALL.

Mit rocknrollkids.de betreibst du seit ein paar Jahren einen Mailorder für Band-T-Shirts in Kinder- und Babygrößen. Manche Eltern sind begeistert von so was, andere Menschen fragen sich, ob ein MOTÖRHEAD-Shirt von Papas Gnaden nicht genauso traumatische Wirkung haben kann wie das erzwungene Tragen eines Bärchen- oder Bambi-Shirts.

Ich kam ja auf die Idee, den Shop zu eröffnen, als es so was hier noch gar nicht gab. Zur Geburt meiner Tochter vor achteinhalb Jahren hatte eine Freundin von mir uns ein Baby-RAMONES-Shirt aus den USA mitgebracht. Das fand ich einfach cool und so holte ich die Sachen hierher, lange bevor H&M etc. auch auf den Zug aufgesprungen sind. Man bemerkt übrigens ganz klar, dass sich alles so bis für Vierjährige am besten verkauft. Danach kriegen die Kurzen nämlich einen eigenen Geschmack und haben oft keinen Bock mehr auf Rock’n’Roll-Klamotten, die Papa und Mama cool finden. Aber ich sehe bei meiner Tochter, dass da doch Positives hängenbleibt: die RAMONES findet sie immer noch cool. Das ist doch Erziehung in die richtige Richtung, oder? Und mit dem Sampler „Wir sind Rock’n’Rollkids“, auf dem Punkbands Kinderlieder covern, gibt es auch die Verbindung zu Wolverine.

Joachim Hiller

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #101 (April/Mai 2012)

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