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Interviews & Artikel

DISCO//OSLO

At home they are tourists

Seit der hochgelobten EP von DISCO//OSLO aus Oldenburg und Hannover sind mittlerweile drei Jahre vergangen, jetzt erschien das selbstbetitelte Debütalbum auf gleich fünf Labels. DISCO//OSLO werden gerne in einem Atemzug mit anderen deutschen Punkbands genannt und ganz so fern liegt der Vergleich nicht. Ich habe sie beim Interview in Berlin unter anderem gefragt, was sie von diesem Namedropping halten.

Eines eurer Lieder heißt „Moin, Moin“, aber das sagen doch nur die Touristen in Oldenburg.

Tenzin (Gesang, Gitarre):
Nein!

Julian (Gitarre): Haben wir nicht gerade noch Moin gesagt?

Ja, Moment, „Moin“, aber diese Dopplung kenne ich nur von den Touristen.

Tom (Schlagzeug): Nein, nein, wir sagen das schon so.

Bulli (Bass, Gesang): Na gut, umso höher man in den Norden kommt, umso kürzer wird man. In Kiel und so sagt man nur noch „Moin“, aber wir sind der Nordwesten, da läuft das anders.

Tom: Ach, dann weiß man jedenfalls sofort, wo wir herkommen, haha.

Wer schreibt bei euch überhaupt die Texte?

Alle: Bulli.

Es scheint fast so, als könntest du Menschen gerade nicht so gut leiden, zumindest eine bestimme Art von Menschen, falsche oder oberflächliche Leute vielleicht. Schaut man sich „Fassade“ oder „Madrid is burning“ an, erscheint ihr recht wütend. Woher kommt die Wut?

Bulli:
Och, ich bin vielleicht einfach so. Ich will gar nicht sagen, dass ich wütend bin, aber vielleicht bin ich einfach ehrlich. Menschen, die „falsch“ sind, sind nicht ehrlich und umso mehr man darüber nachdenkt, umso schrecklicher sieht’s aus, es kommt mir auf jeden Fall so vor. Die Texte sind ja jetzt nicht so plakativ-politisch, aber auf jeden Fall steckt mein persönlicher politischer Ansatz dahinter, oder eben das, was ich gerade fühle oder denke. Ich glaube, man kann 80% der Menschen, die es gibt, hassen. Vielleicht sind es auch nur 60%, haha, aber das sind auf jeden Fall die, die eine ganze Menge falsch machen, was am Ende auf fast alle zurückfällt.

Tom: Jede Sekunde, die man verlebt, passieren irgendwelche beschissenen Sachen, die einem immer Material liefern, neue Texte und neue Lieder zu schreiben, man muss ja nur einmal den Fernseher anmachen oder die Zeitung lesen. Man braucht ja nicht unbedingt ein Künstler zu sein, um daraus einen Text zu machen, man kann ja auch einfach mal die Augen aufmachen und aufschreiben, was man so sieht.

Tenzin: Aber Bulli ist auf jeden Fall derjenige, der das mit den Worten und dem Klang am besten hinbekommt. Seine Texte hören sich am besten an. Wir stehen auch alle dahinter und wurschteln dann gemeinsam im Proberaum daran rum.

Bulli: Wir haben die Texte auch hin- und hergeschickt, und mit ein bisschen Abstand dachte ich auch: Wenn jemand die Texte so beurteilen würde, würde man glauben, ich sei ganz schön negativ. Vielleicht könnte man auch mal was ganz Liebes schreiben, aber ... haha.

Tenzin: Das ist nicht unser Stil.

Bulli: Das ist ja auch immer Interpretationssache.

Als ich eure Platte bekommen hab, fielen mir gleich fünf andere Bands ein und dann sah ich, dass ihr tatsächlich auch andauernd mit anderen verglichen werdet. Nervt das?

Bulli:
Ich kann dir gleich drei Namen nennen.

Ihr zitiert diese Bands in euren Liedern ja auch, zum Beispiel PASCOW.

Bulli:
Mir geht das auf die Nerven.

Julian: Ja? Mir nicht.

Bulli: Ich meine, das sind nicht die schlechtesten Bands.

Julian: Das ist doch auch nur natürlich, das passiert doch jeder Band.

Tom: Ich finde das teilweise sogar ganz gut, weil ich ja auch alle Bands mag, mit denen wir verglichen werden. Das ist schon mal positiv, haha.

Julian: Der Verdacht, dass man das nachahmen möchte, kommt schon auf. Wir sind einfach von bestimmten Bands beeinflusst, auch von den Bands, die du wahrscheinlich im Kopf hast, die hören wir alle viel und ich denke, das ist auch natürlich, aber selbstverständlich versuchen wir unser eigenes Ding zu machen.

Bulli: Ein bisschen kommt das auch wegen Tenzins Stimme, ich will jetzt nicht sagen, dass er Sprechgesang macht, aber so richtig gesungen ist das auch nicht.

Tenzin: Haha.

Ihr sagt in eurem Info, Oldenburg stünde in einer Punkrock-Tradition. Im Ernst?

Bulli:
Oh nein, sie hat das Bandinfo gelesen, haha. Nein, ich glaube, irgendwer anders hat das mal gesagt und wir haben das dann übernommen.

Es fing auf jeden Fall Mitte der Achtziger an, oder?

Und jetzt ist alles wieder weg, also außer euch? Ich hab davon nicht viel mitbekommen, als ich in Oldenburg gewohnt habe.

Tom:
Nö, es gibt schon noch ein paar Bands. Mittlerweile sind ganz viele aber weg vom Fenster, also NO, NOT NOW und solche Sachen, die waren schon bekannter.

Bulli: Das war jetzt auch nicht unbedingt Punkrock, sondern eher harte Gitarrenrockmusik, etwa THE PEERS. Die längste Geschichte haben wohl BITUME, da spielt Tom ja auch Schlagzeug. Es gibt da natürlich Bands, die nur eingefleischte Oldenburger kennen, die dann eher sagen, sie kommen aus Berlin, aber wir wissen ja, wie das läuft, haha.

Julia Brummert

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #104 (Oktober/November 2012)

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