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Interviews & Artikel

CAPTAIN PLANET

Herzensangelegenheiten

„Viva allein“ ... das ist eine der Zeilen, die nach dem ersten Hören der neuen Scheibe von CAPTAIN PLANET hängen bleiben. Und solche Sätze sind es auch, die von vielen Menschen mit Herzblut rausgeschrien werden, wenn man in den AZs und Punk-Clubs des Landes ein Konzert dieser Band besucht. Die dritte Episode in fast zehn Jahren CAPTAIN PLANET hört auf den Namen „Treibeis“, und auch wenn sie keine der Bands sind, die sich dadurch hervortun, dass sie mit jeder neuen Platte auch ein neues musikalisches Kapitel aufschlagen, gibt es da doch immer Dinge, die neu und anders sind. Was diese Band ausmacht, wie sich diese Besonderheiten bemerkbar machen – das sind Fragen, die nach Antworten verlangen.

Wie kam es dazu, dass ihr bei Zeitstrafe gelandet seid?

Benny:
Renke ist schon ganz lange ein guter Freund und hat ja auch nur super Platten herausgebracht. Das war ein ganz logischer Schluss, das ist wie Nachhausekommen. Es macht ja auch keinen Sinn, mit Leuten zu arbeiten, denen man nicht nah ist, weil es ja um eine Herzensangelegenheit geht, und das sollte sich auch widerspiegeln.

Die Split-7“ mit DUESENJAEGER habt ihr in Eigenregie veröffentlicht. Stand das für die neue Platte nicht zur Debatte?

Arne:
Wir haben schon darüber nachgedacht, aber das ist einfach zu viel Arbeit. Das hätten wir nicht packen können.

Benny: Renke macht das auch total gut und sorgfältig und kennt noch ganz andere Leute als wir. Wir machen natürlich trotzdem was dafür, aber er hat das gut im Griff.

Ihr habt euch in letzter Zeit etwas rar gemacht. Wie kommt’s?

Benny:
Wenn man eine Platte aufnehmen will, ist das in Monaten, wo man viel unterwegs ist, etwas ungünstig. Da hat man das Gefühl, dass man an den neuen Songs feilen und sich vorbereiten muss. Der Kopf ist dann im Studio. Und wir sind sowieso keine Band, die hundert Konzerte im Jahr spielt. Und wenn man sich ein wenig rar macht, sind die Konzerte für die Leute und auch für die Band etwas Besonderes.

Ihr seid jetzt rund zehn Jahre als CAPTAIN PLANET unterwegs. Was waren die Highlights, was die miesesten Erlebnisse?

Benny:
Die besten Erlebnisse sind immer die jüngsten. Ich wollte zum Beispiel immer mal ein ganzes Wochenende auf Tour sein und das war ein Highlight. Dann schafft man es, eine ganze Woche unterwegs zu sein, oder man spielt mit einer besonderen Band. Das geht einfach immer weiter. Ich kann da schwer was herauspicken. Release-Feiern sind immer was Besonderes und generell so richtig wahnsinnige Konzerte.

Sebastian: Das ist wie das alltägliche Leben. Es gibt immer Höhen und auch mal Tiefen.

Generell kam mir „Treibeis“ recht melancholisch vor und das Alleinsein sticht, in meinen Augen, als Grundmotiv raus.

Arne: Ja, das war eigentlich schon immer so. Es ist auf jeden Fall ein reflektierender oder nachdenklicher Ansatz da. Es geht darum, sich in etwas reinzudenken. Was läuft schief, was hat das für Auswirkungen und was fühlt man dabei? Melancholie verbinde ich immer mit Verlust und mit diesem „Früher war alles besser“-Gedanken. Ich glaube, Melancholie steckt drin, aber das reicht nicht zur Beschreibung aus. Ich versuche immer, einen Schimmer Hoffnung mit reinzubringen.

Was ist für euch das Besondere an „Treibeis“?

Arne:
Das Gefühl, das ich beim ersten Hören nach dem fertigen Mix hatte, war das beste, das ich bisher bei einer Platte hatte. Da ist super viel Energie reingeflossen und wir haben viel dafür gegeben. Das hört man auch.

Benny: Ich habe bei jedem Song auf der Platte Bock, den live zu spielen. Sonst gab es da immer einen, bei dem man denkt, dass der schon gut geworden ist, aber den spielen ... Nee. Und jetzt würde ich gerne jeden mal auspacken. Das ist für mich ein Unterschied.

Ich habe in Marcos Blog gelesen, dass JOY DIVISION und LES SAVY FAV musikalische Favoriten sind. Ist Deutschpunk gar kein so wichtiger Einfluss für CAPTAIN PLANET?

Marco:
Für mich ist Deutschpunk kein großer Einfluss. Es gibt ein paar Bands, die ich super finde, aber das hält sich sehr in Grenzen. Aber ich glaube, ich lebe musikalisch auch ein bisschen in früheren Zeiten. Die meisten Bands, die ich mag, waren vor dreißig Jahren aktiv.

Benny: Die Sache mit den deutschen Texten ist ja daraus erwachsen, dass man gemerkt hat, es ist möglich, sie nicht peinlich klingen zu lassen. EL MARIACHI habe ich zum Beispiel viel gehört. Da merkt man, dass es ohne Parolen geht und man es auch vielschichtig machen kann. Deshalb gibt es da auch Einflüsse. Musikalisch finde ich uns eher „amerikanisch“.

Arne: Die Einflüsse sind absolut international, da gibt es griechische und amerikanische. Die Entscheidung, deutsch zu singen, kam nicht durch eine andere deutsche Band, sondern eher aus dem Wunsch, weiterzukommen bei dem, was man ausdrücken will. Da ist man im Englischen etwas eingeschränkt, obwohl ich Englisch studiert habe. Im Deutschen gibt es, da Muttersprache, keine Grenzen in der Ausdrucksfähigkeit. Da gibt es keine Unsicherheiten und keine Peinlichkeiten. Früher haben wir in anderen Bands auch mal englisch gesungen, das war aber eher unbefriedigend, zumindest in der Rückschau.

Benny: Das hat auf jeden Fall nichts mit dieser Deutschtümelei zu tun, die in dem Zusammenhang schon mal auftaucht. Mit Radioquoten und so. Man kann als Muttersprachler einfach mehr Nuancen von Gefühlen und Situationen erkennen. Englische Texte versteht man zwar, aber vielleicht nicht die kleinen Nuancen. Auch wenn man mit Deutsch die Anzahl der Leute limitiert, die dich überhaupt verstehen können.

Mir ist aufgefallen, dass ihr in Songs wie „Auf Kleber“ nicht einfach nur straighte Parts eingebaut habt. Ist das eine Richtung, die ihr weiterverfolgen wollt?

Arne:
Das ist ein Dreivierteltakt. Man kann Walzer dazu tanzen. Sehr schnell zwar, aber es geht.

Benny: Wir sind ja nicht die experimentierfreudigste aller Bands, und so was entsteht eher zufällig. Da war kein Plan dabei und da zögert man vielleicht auch erst mal kurz, ob das jetzt so super ist. Ein Trend steckt aber nicht dahinter. Wenn uns noch mal so was in der Art einfällt, kommt es wieder, und sonst spielen wir den gleichen Quatsch wie immer. Ich finde das aber gut, weil es ein bisschen Abwechslung reinbringt, und das macht auch Spaß. Wir können, glaube ich, auch gar nicht viel anderes spielen. Bis wir zum Beispiel den Beat in dem Song so drauf hatten, hat es echt gedauert.

Euer Sound war ja schon immer ziemlich schrammelig. Ist das so beabsichtigt oder fehlt da die Lust zu weiterer Nachbearbeitung?

Benny:
Das soll sich auf jeden Fall so anhören. Man kann entweder so einen glatten Sound machen, den jeder kennt. Den hört man und der geht rein, aber auch sofort wieder raus. Und wir haben eher einen Sound, in den man sich erst reinhört. Wir sind damit zufrieden.

Arne: Die Platten, die man erst etwas sperrig findet, sind, glaube ich, auch die, die am längsten hängenbleiben. Bei solchen, die sofort ins Ohr gehen und die man zwei Wochen überall mit sich rumschleppt, geht die Begeisterung manchmal auch schnell wieder vorbei.

Bianca Hartmann

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #105 (Dezember 2012/Januar 2013)

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